ratsam

GrammatikAdjektiv · nicht attributiv
Aussprache
Worttrennungrat-sam
WortzerlegungRat-sam
eWDG, 1974

Bedeutung

empfehlenswert, nützlich
Beispiele:
es ist ratsam, auch das Urteil anderer zu hören
sie handelten immer so, wie es die jeweilige Lage ratsam erscheinen ließ
er fand, hielt es ratsam, bald abzureisen
es schien nicht ratsam, noch länger zu zögern
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Rat · ratlos · ratsam · Ratgeber · Rathaus · Ratschlag · ratschlagen · beratschlagen
Rat m. ‘Empfehlung, Vorschlag, gemeinsame Überlegung, Beratung’ (vgl. mit sich zu Rate gehen ‘gründlich nachdenken’, zu Rate ziehen ‘befragen, konsultieren’, mit Rat und Tat), ferner ‘Abhilfe, Ausweg, beratendes, beschließendes Gremium’, ahd. (8. Jh.), mhd. mnd. rāt ‘Rat(schlag), Lehre, Überlegung, Entschluß, beratende Versammlung, Für-, Vorsorge, Vorrat, Nahrungsmittel, Hilfe’ (mhd. auch ‘Entbehrung, Verzicht’), asächs. rād ‘Rat, Hilfe, Vorteil’, mnl. raet, nl. raad ‘Rat(schluß)’, aengl. rǣd ‘Rat, Vorteil, Macht’, anord. rāð ‘Rat, Entschluß, Lage, Haushalt, Heirat’, schwed. råd ‘Rat, Ausweg, Mittel’ gehört als Abstraktum (germ. *rēda-) zu dem unter ↗raten (s. d.) dargestellten Verb. Rat bezeichnet ursprünglich ‘alles, was für Ernährung und Erhaltung eines Haushalts vorsorgend anzuschaffen ist’ (s. ↗Hausrat, ↗Vorrat, ↗Gerät) und ‘die Beschaffung, Besorgung dieser Mittel und Vorräte’ (s. ↗Heirat, eigentlich ‘Hausbesorgung’), dann auch ‘Ausweg, Hilfe, Abhilfe’ (vgl. Rat schaffen, Rat wissen, kommt Zeit, kommt Rat) und ‘gutgemeinter Vorschlag, Empfehlung, Unterweisung’ (vgl. einen Rat erteilen). Schon im Ahd. steht rāt auch für ‘Beratung’ und daran anschließend für ‘(beratende) Versammlung, Ratsversammlung’, später für ‘Gremium, Behörde, Organ’ (vgl. Familien-, Staats-, Stadtrat, Ratsbeschluß, -sitzung). Aus der Bezeichnung für das einzelne Mitglied eines solchen Gremiums entwickeln sich entsprechende Titel (vgl. Geheim-, Regierungs-, Schulrat). ratlos Adj. ‘keinen Rat wissend’, ahd. rātelōs ‘unberaten, unentschlossen’ (um 1000), frühnhd. ratlos ‘ohne Sorge, Pflege, Rat und Beistand’ (16. Jh.). ratsam Adj. ‘empfehlenswert, nützlich’ (16. Jh.), anfangs auch ‘Rat erteilend’. Ratgeber m. ‘wer einen Rat gibt, Berater’, mhd. rātgeber; vgl. ahd. rātgebo ‘Berater’ (um 800), mhd. rātgebe, auch ‘Mitglied eines Rates’. Rathaus n. ‘Amtsgebäude der Stadtverwaltung’, mhd. rāthūs. Ratschlag m. ‘Empfehlung, Vorschlag, Rat’ (15. Jh.), anfangs auch ‘Beratung, Beschluß’; ratschlagen Vb. (schwach flektierend) ‘eine Beratung abhalten, gemeinsam überlegen, besprechen, beraten’, ahd. rātslagōn ‘erraten, vermuten’ (Hs. 12. Jh.), mhd. rātslagen ‘beraten’; dafür heute präfigiertes beratschlagen Vb. (16. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
(dringend) zu empfehlen · am Platz · ↗angebracht · ↗angezeigt · empfiehlt sich · ↗geraten · ratsam · sehr zu empfehlen · zu raten  ●  ↗tunlich  veraltend
Assoziationen
Synonymgruppe
beachtenswert · ↗empfehlenswert · ↗gelungen · ↗lesenswert · ratsam · zu empfehlen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Anmeldung Impfung Mitnahme Reservierung Vorbestellung allemal also auf jeden Fall daher deshalb deswegen durchaus erachten erscheinen es freilich jedoch keinesfalls mitunter nicht ohnehin scheinen schienen sicherlich unbedingt vielleicht wenig wohl äußerst überhaupt

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›ratsam‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Hier ist es ratsam, einen Platz vorzubestellen, da sie immer gesteckt voll sind.
Süddeutsche Zeitung, 02.02.1999
Es ist ratsam, sich diskret nach den Preisen zu erkundigen.
Der Tagesspiegel, 15.03.1997
Diese Arbeit ist nur ratsam bei einer nicht zu stark verzogenen Gabel.
Van der Plas, Rob: Das Fahrrad, Ravensburg: Maier 1989, S. 122
Nein, er ist nicht sehr bekannt; er hat es nicht irgendwie woanders hin geäußert, denn das war nicht ratsam.
o. A.: Achtundsiebzigster Tag. Montag, 11. März 1946. In: Der Nürnberger Prozeß, Berlin: Directmedia Publ. 1999 [1946], S. 1326
Es gilt daher als ratsam, nur einen Sohn zu zeugen.
Meyer, Eduard: Geschichte des Altertums, Bd. III. In: Geschichte des Altertums, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1901], S. 9629
Zitationshilfe
„ratsam“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/ratsam>, abgerufen am 06.12.2019.

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