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ratschlagen

Grammatik Verb · ratschlagt, ratschlagte, hat geratschlagt
Worttrennung rat-schla-gen
GrundformRatschlag
Wortbildung  mit ›ratschlagen‹ als Grundform: beratschlagen
eWDG

Bedeutung

veraltend etw. gemeinsam überlegen, beraten
Beispiele:
die Experten ratschlagten lange
sie haben geratschlagt, wie das zu machen wäre
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Rat · ratlos · ratsam · Ratgeber · Rathaus · Ratschlag · ratschlagen · beratschlagen
Rat m. ‘Empfehlung, Vorschlag, gemeinsame Überlegung, Beratung’ (vgl. mit sich zu Rate gehen ‘gründlich nachdenken’, zu Rate ziehen ‘befragen, konsultieren’, mit Rat und Tat), ferner ‘Abhilfe, Ausweg, beratendes, beschließendes Gremium’, ahd. (8. Jh.), mhd. mnd. rāt ‘Rat(schlag), Lehre, Überlegung, Entschluß, beratende Versammlung, Für-, Vorsorge, Vorrat, Nahrungsmittel, Hilfe’ (mhd. auch ‘Entbehrung, Verzicht’), asächs. rād ‘Rat, Hilfe, Vorteil’, mnl. raet, nl. raad ‘Rat(schluß)’, aengl. rǣd ‘Rat, Vorteil, Macht’, anord. rāð ‘Rat, Entschluß, Lage, Haushalt, Heirat’, schwed. råd ‘Rat, Ausweg, Mittel’ gehört als Abstraktum (germ. *rēda-) zu dem unter raten (s. d.) dargestellten Verb. Rat bezeichnet ursprünglich ‘alles, was für Ernährung und Erhaltung eines Haushalts vorsorgend anzuschaffen ist’ (s. Hausrat, Vorrat, Gerät) und ‘die Beschaffung, Besorgung dieser Mittel und Vorräte’ (s. Heirat, eigentlich ‘Hausbesorgung’), dann auch ‘Ausweg, Hilfe, Abhilfe’ (vgl. Rat schaffen, Rat wissen, kommt Zeit, kommt Rat) und ‘gutgemeinter Vorschlag, Empfehlung, Unterweisung’ (vgl. einen Rat erteilen). Schon im Ahd. steht rāt auch für ‘Beratung’ und daran anschließend für ‘(beratende) Versammlung, Ratsversammlung’, später für ‘Gremium, Behörde, Organ’ (vgl. Familien-, Staats-, Stadtrat, Ratsbeschluß, -sitzung). Aus der Bezeichnung für das einzelne Mitglied eines solchen Gremiums entwickeln sich entsprechende Titel (vgl. Geheim-, Regierungs-, Schulrat). – ratlos Adj. ‘keinen Rat wissend’, ahd. rātelōs ‘unberaten, unentschlossen’ (um 1000), frühnhd. ratlos ‘ohne Sorge, Pflege, Rat und Beistand’ (16. Jh.). ratsam Adj. ‘empfehlenswert, nützlich’ (16. Jh.), anfangs auch ‘Rat erteilend’. Ratgeber m. ‘wer einen Rat gibt, Berater’, mhd. rātgeber; vgl. ahd. rātgebo ‘Berater’ (um 800), mhd. rātgebe, auch ‘Mitglied eines Rates’. Rathaus n. ‘Amtsgebäude der Stadtverwaltung’, mhd. rāthūs. Ratschlag m. ‘Empfehlung, Vorschlag, Rat’ (15. Jh.), anfangs auch ‘Beratung, Beschluß’; ratschlagen Vb. (schwach flektierend) ‘eine Beratung abhalten, gemeinsam überlegen, besprechen, beraten’, ahd. rātslagōn ‘erraten, vermuten’ (Hs. 12. Jh.), mhd. rātslagen ‘beraten’; dafür heute präfigiertes beratschlagen Vb. (16. Jh.).

Verwendungsbeispiele für ›ratschlagen‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Die brasilianischen Kaffeepflanzer ratschlagen schon, was sie bloß machen sollen. [Reklame-Praxis, 1926, Nr. 1, Bd. 3]
Bis Mitternacht ratschlagen Kohl, Schäuble, Waigel und Lambsdorff im Kanzleramt. [Die Zeit, 06.02.1989, Nr. 06]
Zitationshilfe
„ratschlagen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/ratschlagen>.

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