rauchen

GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennungrau-chen (computergeneriert)
Wortbildung mit ›rauchen‹ als Erstglied: ↗Raucher · ↗Raucherei · ↗Rauchpause · ↗Rauchsalon · ↗Rauchservice · ↗Rauchtabak · ↗Rauchtisch · ↗Rauchutensil · ↗Rauchverbot · ↗Rauchware2 · ↗Rauchzimmer · ↗rauchbar
 ·  mit ›rauchen‹ als Letztglied: ↗abrauchen · ↗anrauchen · ↗aufrauchen · ↗ausrauchen · ↗entrauchen · ↗mitrauchen · ↗vollrauchen · ↗weiterrauchen
 ·  mit ›rauchen‹ als Grundform: ↗berauchen · ↗verrauchen  ·  formal verwandt mit: ↗Kettenrauchen
eWDG, 1974

Bedeutungen

1.
Rauch, Dampf entwickeln, aufsteigen lassen
Beispiele:
der Schornstein, Ofen raucht
der Nebel raucht (= dampft) in den Tälern
ein rauchender Trümmerhaufen
Chemie rauchende Schwefelsäure (= Rauch entwickelnde, ölige, stechend riechende, äußerst stark ätzende Schwefelsäureverbindung)
Der Atem rauchte vor ihren Mündern [FusseneggerAntlitz146]
umgangssprachlich, bildlich
Beispiele:
er raucht vor Zorn (= er ist sehr zornig)
jmdm. raucht der Kopf vom vielen Lernen (= jmd. lernt sehr angestrengt)
hier raucht's (= hier gibt es Ärger)
nimm dich zusammen, sonst raucht's (= sonst bekommst du Schelte, Prügel)
sie zankten sich, dass es nur so rauchte (= sie zankten sich heftig)
Und wovon soll mein eigener Schornstein rauchen? (= wovon soll ich leben?) [WelkGrambauer150]
wenn er sehen mußte, wie kritiklos zum Beispiel dieses Mädel ... den protzigen Hund bewunderte, da rauchte es ihm gewaltig (= da geriet er in große Wut) [Feuchtw.Lautensack229]
2.
eine Zigarette, Zigarre, den Tabak in einer Pfeife anzünden, verbrennen lassen und den Rauch einatmen und wieder ausstoßen
Beispiele:
Zigarren, eine gute Sorte Tabak rauchen
viel, stark, wenig rauchen
umgangssprachlich kalt rauchen
umgangssprachlich wie ein Schlot rauchen (= sehr stark r.)
Rauchen verboten!
das Rauchen lassen
jmdm. das Rauchen gestatten, untersagen
sich [Dativ] das Rauchen angewöhnen, abgewöhnen
Drei Wochen war der Frosch so krank! / Jetzt raucht er wieder, Gott sei Dank! [BuschSauseschritt103]
umgangssprachlich, scherzhaft, bildlich
Beispiel:
mit jmdm. die Friedenspfeife rauchen
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Rauch · rauchen · Raucher · Nichtraucher · rauchig · räuchern · verräuchern
Rauch m. ‘aufsteigender Qualm, Dunst von brennenden Stoffen’, ahd. rouh (9. Jh., vgl. wīhrouh, 8. Jh., s. ↗Weihrauch), mhd. rouch, asächs. mnd. rōk, mnl. rooc, nl. rook, aengl. rēc, anord. reykr (germ. *rauki-) und dazu wohl denominativ gebildetes rauchen Vb. ‘Qualm, Dunst entwickeln, aufsteigen lassen’, ahd. rouhhen ‘(be)räuchern, opfern’ (9. Jh.), mhd. rouchen ‘Rauch machen, von sich geben, (be)räuchern’, mnd. mnl. rōken, nl. roken, anord. reykja, schwed. röka stehen im Ablaut zu den unter ↗riechen (s. d.) behandelten Verben in deren alter Bedeutung ‘rauchen, dampfen’. (Tabak) rauchen kommt in der 2. Hälfte des 17. Jhs. auf, wohl nach frz. fumer du tabac; zuvor Tabak nehmen, trinken, saufen, schmoren. Dazu Raucher m. (17. Jh.), Nichtraucher m. (19. Jh.). rauchig Adj. ‘von Rauch durchzogen, voller Rauch, rauchfarben, nach Rauch schmeckend’, ahd. rouhhīg (Hs. 15. Jh.), spätmhd. rouchic ‘rauchig, dunstig, blähend, (übel)riechend’, asächs. rōkag (um 900). räuchern Vb. ‘Fleisch-, Fischwaren über längere Zeit dem Rauch aussetzen und dadurch haltbar machen, Rauchopfer bringen, Räuchermittel verbrennen’ (15. Jh.), iterative Weiterbildung von gleichbed. frühnhd. räuchen, röuchen; dazu verräuchern Vb. ‘mit Rauch erfüllen, durch Rauch schwärzen’ (19. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
(sich) eine Zigarette anstecken · rauchen · ↗schmauchen  ●  (sich) eine anstecken  ugs. · (sich) eine rauchen gehen  ugs. · eine (Zigarette) durchziehen  ugs. · ↗paffen  ugs. · ↗qualmen  ugs. · ↗quarzen  ugs. · ↗schmöken  ugs., norddeutsch
Assoziationen
Synonymgruppe
Raucher sein · rauchen
Assoziationen
  • wieder angefangen haben zu rauchen · wieder mit dem Rauchen angefangen haben · wieder rauchen
  • aufgehört haben zu rauchen · mit dem Rauchen aufgehört haben · nicht mehr rauchen
  • Packung Zigaretten · Päckchen Zigaretten · Schachtel Zigaretten
  • Nikotinabhängiger  ●  ↗Raucher  Hauptform
Antonyme
  • nicht rauchen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Bett Cannabis Crack Friedenspfeife Haschisch Joint Marihuana Opium Pfeife Raucher Schachtel Schlot Schornstein Schwangerschaft Tabak Wasserpfeife Zigarette Zigarillo Zigarre anrauchen essen gern heimlich rauchen saufen schnupfen trinken viel weiterrauchen zuviel

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›rauchen‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Sie raucht nicht, sie trinkt nicht, und sie spielt nicht.
Bild, 15.06.2004
Frauen dürfen zwar auch mal eine rauchen; da sind wir nicht so.
Der Tagesspiegel, 22.06.2001
Diese Frau hier saß ihm am frühen Morgen in hohen Hacken gegenüber, und er sah sie rauchen.
Bieler, Manfred: Der Bär, Hamburg: Hoffmann und Campe 1983, S. 291
Da rauchten wirbelnd alle Essen, da hatten sie die großen Fressen.
Tucholsky, Kurt: Die Seriösen. In: ders., Kurt Tucholsky, Werke - Briefe - Materialien, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1931], S. 2518
Ich bat ihn, sie mir aufzuheben, ich werde sämtliche bis zum Abend vor ihm zu Ende rauchen.
Altenberg, Peter: Mein Lebensabend, Mein Leben. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1919], S. 6188
Zitationshilfe
„rauchen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/rauchen>, abgerufen am 20.07.2019.

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