Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

raufen

Grammatik Verb · rauft, raufte, hat gerauft
Aussprache 
Worttrennung rau-fen
Wortbildung  mit ›raufen‹ als Erstglied: Raufbold · Raufer · Rauferei · Raufhandel · Rauflust · rauflustig
 ·  mit ›raufen‹ als Letztglied: Geraufe · ausraufen · zerraufen · zusammenraufen
 ·  mit ›raufen‹ als Grundform: Raufe

Bedeutungsübersicht+

  1. 1. etw. (aus etw.) zupfen, reißen
    1. ● [umgangssprachlich, bildlich] ⟨sich die Haare, seinen Bart raufen⟩
  2. 2. [landschaftlich, besonders süddeutsch, österreichisch, schweizerisch] einen Streit, eine Schlägerei mit jmdm. (um etw.) veranstalten
    1. ⟨sich, miteinander raufen⟩
eWDG

Bedeutungen

1.
etw. (aus etw.) zupfen, reißen
Beispiele:
Flachs, Ähren raufen
die Kühe rauften den frischen Klee
umgangssprachlich, bildlich sich [Dativ] die Haare, seinen Bart raufen (= sich sehr verlegen, verzweifelt zeigen)
Beispiele:
übertriebenich könnte mir die Haare raufen (= ich bin sehr verzweifelt, wütend)
Der alte Herr Sacharow raufte sich den gepflegten Bart […] [ WelkHoher Befehl438]
2.
landschaftlich, besonders süddeutsch, österreichisch, schweizerisch einen Streit, eine Schlägerei mit jmdm. (um etw.) veranstalten
Beispiele:
die Burschen rauften mit uns
um das Geld, um die Beute raufen
Franklin sagte sich, daß sie […] um sein Amt raufen würden wie die Hunde um den Knochen […] [ Feuchtw.Füchse639]
sich, miteinander raufen
Beispiele:
sie rauften sich heftig
die Kater raufen miteinander (= kratzen und beißen sich)
Die Buben […] rauften sich um die besten Plätze […] [ Ebner-Eschenb.Gemeindekind5,221]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

raufen · Raufer · Raufbold · Rauferei · Raufe
raufen Vb. ‘zupfen, reißen’, (reflexiv) ‘sich prügeln, schlagen, balgen, streiten’, ahd. roufen ‘rupfen, zausen, ausreißen’ (um 800), mhd. roufen, auch ‘sich balgen’, asächs. rōpian, mnd. rōpen, rōfen, mnl. ropen, roopen ‘pflücken, abzupfen’, got. raupjan ‘ausrupfen’ (germ. *raupjan) lassen sich außergerm. mit lat. rubus ‘Brombeerstaude, Brombeere’ (eigentlich ‘Strauch, woran man sich reißt’), mir. robb ‘(wühlendes) Tier’ (?) vergleichen, so daß sich ie. *reub- ‘reißen’ erschließen läßt, eine Labialerweiterung der unter Raub (s. d.) angegebenen Wurzel ie. *reu-, *reu̯ə- ‘aufreißen, graben, aufwühlen, ausreißen, raffen’. Im Dt. steht raufen (reflexiv) seit mhd. Zeit auch im Sinne von ‘sich balgen, streiten, prügeln, schlagen’, eigentlich ‘(sich) an den Haaren reißen’. Dazu Raufer m. (17. Jh.), Raufbold m. ‘wer gern und oft rauft, Streitlustiger’ (18. Jh.), Rauferei f. ‘das Raufen, Balgerei, Prügelei’ (Anfang 15. Jh.). – Raufe f. ‘Gestell mit Sprossen, zwischen denen das Vieh oder Wild eingeschüttetes Futter herausziehen kann’, spätmhd. roufe, mnd. rōpe ‘Pferderaufe’.

Thesaurus

Synonymgruppe
(miteinander) kämpfen · (miteinander) raufen · (sich) balgen · (sich) kabbeln · (sich) kampeln · (sich) rangeln · gegeneinander kämpfen · herumbalgen · ringen  ●  (sich) katzbalgen  ugs. · ein Kämpfchen machen  ugs.
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›raufen‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›raufen‹.

Verwendungsbeispiele für ›raufen‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Man rauft sich, man zupft sich, man verulkt sich gegenseitig. [Vossische Zeitung (Morgen-Ausgabe), 05.03.1921]
So mancher raufte sich ungläubig die Haare nach dem Erfolg. [Die Zeit, 11.08.2012 (online)]
Dann raufen sie miteinander, und es ist vielleicht die schwächste Szene des Films. [Die Zeit, 16.01.2012, Nr. 03]
Da könnte sie sich an schlechten Tagen wirklich die ergrauten Haare raufen. [Süddeutsche Zeitung, 26.09.2003]
Nicht selten raufen sie sich in den letzten Jahren entsetzt die Haare. [Süddeutsche Zeitung, 23.08.2001]
Zitationshilfe
„raufen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/raufen>.

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