raufen

GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennungrau-fen
Wortbildung mit ›raufen‹ als Erstglied: ↗Raufbold · ↗Raufer · ↗Rauferei · ↗Raufhandel · ↗Rauflust · ↗rauflustig
 ·  mit ›raufen‹ als Letztglied: ↗ausraufen · ↗zusammenraufen  ·  mit ›raufen‹ als Grundform: ↗zerraufen
eWDG, 1974

Bedeutungen

1.
etw. (aus etw.) zupfen, reißen
Beispiele:
Flachs, Ähren raufen
die Kühe rauften den frischen Klee
umgangssprachlich, bildlich sich [Dativ] die Haare, seinen Bart raufensich sehr verlegen, verzweifelt zeigen
Beispiele:
übertrieben ich könnte mir die Haare raufen (= ich bin sehr verzweifelt, wütend)
Der alte Herr Sacharow raufte sich den gepflegten Bart [WelkHoher Befehl438]
2.
landschaftlich, (besonders) süddeutsch, (besonders) österreichisch, (besonders) schweizerisch einen Streit, eine Schlägerei mit jmdm. (um etw.) veranstalten
Beispiele:
die Burschen rauften mit uns
um das Geld, um die Beute raufen
Franklin sagte sich, daß sie ... um sein Amt raufen würden wie die Hunde um den Knochen [Feuchtw.Füchse639]
sich, miteinander raufen
Beispiele:
sie rauften sich heftig
die Kater raufen miteinander (= kratzen und beißen sich)
Die Buben ... rauften sich um die besten Plätze [Ebner-Eschenb.Gemeindekind5,221]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

raufen · Raufer · Raufbold · Rauferei · Raufe
raufen Vb. ‘zupfen, reißen’, (reflexiv) ‘sich prügeln, schlagen, balgen, streiten’, ahd. roufen ‘rupfen, zausen, ausreißen’ (um 800), mhd. roufen, auch ‘sich balgen’, asächs. rōpian, mnd. rōpen, rōfen, mnl. ropen, roopen ‘pflücken, abzupfen’, got. raupjan ‘ausrupfen’ (germ. *raupjan) lassen sich außergerm. mit lat. rubus ‘Brombeerstaude, Brombeere’ (eigentlich ‘Strauch, woran man sich reißt’), mir. robb ‘(wühlendes) Tier’ (?) vergleichen, so daß sich ie. *reub- ‘reißen’ erschließen läßt, eine Labialerweiterung der unter ↗Raub (s. d.) angegebenen Wurzel ie. *reu-, *reu̯ə- ‘aufreißen, graben, aufwühlen, ausreißen, raffen’. Im Dt. steht raufen (reflexiv) seit mhd. Zeit auch im Sinne von ‘sich balgen, streiten, prügeln, schlagen’, eigentlich ‘(sich) an den Haaren reißen’. Dazu Raufer m. (17. Jh.), Raufbold m. ‘wer gern und oft rauft, Streitlustiger’ (18. Jh.), Rauferei f. ‘das Raufen, Balgerei, Prügelei’ (Anfang 15. Jh.). Raufe f. ‘Gestell mit Sprossen, zwischen denen das Vieh oder Wild eingeschüttetes Futter herausziehen kann’, spätmhd. roufe, mnd. rōpe ‘Pferderaufe’.

Thesaurus

Synonymgruppe
(sich) balgen · ↗(sich) schlagen · ↗balgen · ↗herumbalgen · ↗kämpfen · ↗rangeln · raufen
Assoziationen
Synonymgruppe
(miteinander) kämpfen · (miteinander) raufen · ↗(sich) balgen · gegeneinander kämpfen · ↗ringen  ●  ↗(sich) katzbalgen  ugs.
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Ball Bart Berater Haar Haupthaar Locke Trainer Verzweiflung ausraufen brüllen derweil gerne lieb manchmal miteinander rauchen rennen ringen saufen schreien streiten stöhnen tanzen toben untereinander verzweifelt weinen zerreißen zusammen zusammenraufen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›raufen‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Natürlich rauft sie sich die Haare, weiß nicht, was sie anziehen soll.
Bild, 30.10.1997
Man rauft sich, man zupft sich, man verulkt sich gegenseitig.
Vossische Zeitung (Morgen-Ausgabe), 05.03.1921
Dann hatte er sich in seiner alten Manier die Haare gerauft und gestöhnt.
Konsalik, Heinz G.: Der Arzt von Stalingrad, Hamburg: Dt. Hausbücherei 1960 [1956], S. 286
Vor wenigen Stunden hatte sie noch geweint und sich die Haare gerauft.
Hausmann, Manfred: Abel mit der Mundharmonika. In: ders., Gesammelte Werke, Berlin: Fischer 1983 [1932], S. 152
Jetzt fing dein Vater an, sich die Haare zu raufen, zu heulen und zu zetern.
Hilsenrath, Edgar: Das Märchen vom letzten Gedanken, München: Piper 1989, S. 249
Zitationshilfe
„raufen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/raufen>, abgerufen am 17.07.2019.

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