Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

rauskönnen

Grammatik Verb · kann raus, konnte raus, hat rausgekonnt
Aussprache [ˈʀaʊ̯skœnən]
Worttrennung raus-kön-nen
Wortzerlegung raus- können
DWDS-Vollartikel

Bedeutungen

1.
umgangssprachlich jmd. kann (irgendwohin) rausdie Möglichkeit haben, sich aus einem Innenraum nach draußen, in die Umgebung zu bewegen¹ (1); in der Lage sein, ein Gebäude zu verlassen¹ (a)
Synonym zu herauskönnen (1), in gegensätzlicher Bedeutung zu reinkönnen, hereinkönnen
Beispiele:
Dass die Kinder einfach rauskönnen, dass immer jemand auf sie schaut, auch das wissen die Camper hier [auf Norderney] zu schätzen. [Süddeutsche Zeitung, 09.07.2015]
Mittlerweile hat sich die [Wetter-]Lage […] wieder ein wenig gebessert, sodass die Menschen wieder rauskönnen und ein bisschen Luft schnappen. [Die Welt, 11.04.2019]
Hier [auf Jamaika] konnte ich immer raus an die Sonne. [Die Welt, 15.02.2018]
So, jetzt kannst du wieder raus und weiterspielen. [Bild, 28.06.2017]
Aber wenn wir [bei dem Wetter] nicht rauskönnen, setzt schnell der Lagerkoller ein. [Erster Tag des Frühlings …, 20.03.2008, aufgerufen am 21.07.2020]
»Aus Sicherheitsgründen haben wir [die Hersteller des Fahrzeugs] den Wagen als offenes Fahrzeug gebaut, damit die Insassen im Notfall schnell rauskönnen«, sagt R[…]. [Die Welt, 23.02.2008]
Es gab nicht einen Tag auflandigen Wind, so daß wir zum Wellenreiten rauskonnten. [Bild, 05.10.1998]
2.
umgangssprachlich jmd. kann (irgendwo) rausdie Möglichkeit, Freiheit haben, ein Gebiet, Gebäude, Gefängnis zu verlassen¹ (a)
Synonym zu herauskönnen (2), in gegensätzlicher Bedeutung zu reinkönnen, hereinkönnen
Beispiele:
In einigen Monaten kann Moritz raus [aus der Justizvollzugsanstalt], wegen guter Führung. [Süddeutsche Zeitung, 18.08.2017]
Ich konnte nicht aus meinem Bunker raus, weil die [Luft-]Angriffe ständig weitergingen. [die tageszeitung, 19.01.1996]
Wenn wir wieder rauskönnen, die Stadt wieder verlassen können, werden wir Baumaterialien kaufen und alles reparieren. [die tageszeitung, 17.03.1994]
Man bewacht es [ein Gefängnis] nur von außen, sorgt dafür, daß keiner rauskann […]. [Der Spiegel, 07.09.1981]
bildlich Da draußen fliegen die Vögel frei herum, und ich sitz hier in meinem Käfig und kann nicht raus! [Welt am Sonntag, 16.03.2014]
übertragen Er [der Modemacher] will nicht, dass man ihn in eine Schublade zwängt, aus der er nicht mehr rauskann. [Der Spiegel, 24.07.2006]
3.
umgangssprachlich jmd. kann aus etw. rausfähig sein, einen Charakterzug, eine persönlich Eigenart, ein Verhalten zu verändern (1), zu ändern
Beispiele:
Er [ein Filmschauspieler, der sich auf bestimmte Charaktere festgelegt hat] kann nicht raus aus seiner Haut. [Bild, 23.03.2019]
Der [Regisseur] fragt sich nur, ob ich überhaupt noch aus meiner [Theater-]Rolle rauskann. [Süddeutsche Zeitung, 06.03.1999]
[…] was ein echter katholischer Bursch’ ist, der kann halt nicht raus aus seiner Haut. [Süddeutsche Zeitung, 20.08.1997]
4.
umgangssprachlich jmd. kann aus etw. rausfähig sein, eine (eingefahrene) Situation zu verändern (1), sich aus einer Zwangslage zu befreien (a)
Beispiele:
Was Menschen […] nicht wollen, ist eine Fremdbestimmtheit, aus der sie nicht herauskönnen. [Welt am Sonntag, 02.04.2017]
[…] sie [Bündnis 90/Die Grünen] wissen, dass sie aus dem Bündnis mit den Sozialdemokraten nicht herauskönnen. [Süddeutsche Zeitung, 15.06.2004]
Wenn wir jetzt zeigen, dass wir aus der [Verstromung von] Kohle rauskönnen, dann wird das beispielhaft sein. [Welt am Sonntag, 04.11.2018]
Alexander D[…] hat sich immer Hintertüren offengelassen. Damit er rauskann, wenn es nicht klappt mit der Karriere in der Wissenschaft, falls er die ständigen Umzüge und Zeitverträge satt hat. [Süddeutsche Zeitung, 24.10.2015]
Jetzt geht es darum zu zeigen, dass man schneller aus der Kernenergie rauskann, sagte der CDU‑Vize […]. [Der Spiegel, 28.03.2011 (online)]
Es gibt einen starken Zusammenhang zwischen Glück und der Qualität der Ehe sowie zwischen Glück und Freiheit. Beides läßt nach, wenn Kinder da sind. Wir erkennen dann, daß wir aus unserer Lebensweise nicht mehr rauskönnen. [Bild, 28.02.2005]
Man muß [beim Joggen] mit Varianten arbeiten, sonst schleicht sich auf der Spezialstrecke (= bevorzugte Laufstrecke) so ein Trott ein, aus dem man nicht mehr rauskann. [Frankfurter Allgemeine Zeitung, 10.06.1995]
Wenn er [ein Student] mittendrin merkt, daß ihm das wissenschaftliche Studium nicht liegt, kann er nicht raus, ohne als Studienabbrecher gebrandmarkt zu sein. [Süddeutsche Zeitung, 14.11.1994]
[…] ich sehe sie [die Verursacher der hohen Emissionen] auch als Opfer, eingebunden in Verhältnisse, aus denen sie nicht ohne weiteres rauskönnen. [die tageszeitung, 08.10.1991]
[…] er ist in eine Zwickmühle geraten, aus der er nicht rauskonnte. [Der Spiegel, 07.10.1974]

letzte Änderung:

Zitationshilfe
„rauskönnen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/rausk%C3%B6nnen>.

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