Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

re-

Duden, GWDS, 1999 und DWDS

Bedeutung

drückt aus, dass etw. wieder rückgängig gemacht, in den Ausgangszustand zurückgeführt oder von neuem hervorgerufen wird
Beispiele:
reaktivieren (= wieder aktivieren)
reanimieren (= wiederbeleben)
rekatholisieren (= erneut katholisieren)
Rekonstruktion (= Wiederherstellung)
resozialisieren (= wieder in die Gesellschaft zurückführen)

letzte Änderung:

Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

re- erstes Glied in auf das Lat. zurückgehenden verbalen Zusammensetzungen bzw. dazu gebildeten Nomina. Die untrennbare Partikel lat. re- (vor Vokalen meist red-, vgl. lat. redigere, s. redigieren) bezeichnet ein Verbringen bzw. Gelangen an den alten, gehörigen Ort, vgl. lat. regerere ‘zurücktragen, -werfen’ (s. Register1), regredī ‘zurückgehen’ (s. Regreß), relinquere ‘zurück-, übriglassen’ (s. Relikt), ein Zurückversetzen in den alten Zustand, vgl. lat. reformāre ‘umgestalten, abändern, verbessern, wiederherstellen’ (s. reformieren), reparāre ‘wiedererwerben, wiederherstellen, erneuern’ (s. reparieren), einen Vorgang in gleichsam entgegengesetzter Richtung, vgl. lat. reclamāre ‘dagegenschreien, laut widersprechen’ (s. Reklame), renītī ‘sich widersetzen’ (s. renitent), resonāre ‘widerhallen’ (s. Resonanz), ein Gelangen in den alten, früheren Zustand, vgl. lat. reconvalēscere ‘wiedererstarken’ (s. Rekonvaleszent), resolvere ‘(wieder) aufbinden, auflösen’ (s. Resolution), auch das Wiederholen einer Handlung, vgl. lat. repetere ‘wieder angreifen, von neuem vornehmen, wiederholen’ (s. repetieren), resūmere ‘wieder (vor)nehmen, wiederholen’ (s. resümieren).
Zitationshilfe
„re-“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/re->.

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