rebellieren

Grammatik Verb · rebelliert, rebellierte, hat rebelliert
Aussprache 
Worttrennung re-bel-lie-ren
Herkunft zu rebellārelat ‘sich auflehnen’, vgl. gleichbedeutend rebellerfrz
eWDG

Bedeutung

sich gegen einen bestehenden Zustand, bestehende Verhältnisse, gegen jmdn. empören, offen auflehnen
Beispiele:
die unterdrückten Landarbeiter fingen an zu rebellieren
die Gefangenen rebellierten gegen die Kost
der Sohn rebellierte gegen den Vater, gegen die Strenge des Vaters
an den sozialen Zuständen seiner Zeit rüttelte er [Goethe] auch dann nicht, wenn er rebellierte [ MehringDt. Geschichte132]
Der Sohn aber [geriet] in einen Kreis gleich ihm zweifelnder, suchender und rebellierender Bürger‑ und Arbeitersöhne, die sich zum »Roten Studentenbund« zusammengeschlossen hatten [ Johoin: Hammer und Feder211]
bildlich
Beispiele:
zuzeiten rebellierten ihre Nerven (= waren ihre Nerven nicht voll funktionsfähig)
ein Kognak ist gut, wenn der Magen rebelliert
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Rebell · rebellisch · rebellieren · Rebellion
Rebell m. ‘wer sich auflehnt, widersetzt, Aufrührer, Empörer’, Entlehnung (1. Hälfte 16. Jh.) von afrz. frz. rebelle Adj. und Subst. ‘widerspenstig, empörerisch’ bzw. ‘Widerspenstiger, Empörer’ oder unmittelbar aus gleichbed. lat. rebellis Adj. und Subst., eigentlich ‘den Krieg (gegen den Überwinder) erneuernd’; vgl. lat. bellum ‘Krieg’ und s. ↗re-. rebellisch Adj. ‘aufrührerisch, widerspenstig, aufsässig’ (Mitte 15. Jh.), nach afrz. frz. rebelle Adj., lat. rebellis (s. oben). rebellieren Vb. ‘sich empören, sich auflehnen’ (Anfang 16. Jh.), afrz. frz. rebeller, lat. rebellāre ‘sich auflehnen’. Rebellion f. ‘Aufruhr, Empörung’ (Mitte 16. Jh.), afrz. rebellion, frz. rébellion, lat. rebellio (Genitiv rebelliōnis).

Thesaurus

Synonymgruppe
(sich) auflehnen · (sich) erheben gegen · ↗(sich) sträuben · ↗(sich) widersetzen · ↗aufbegehren · ↗opponieren · ↗protestieren · rebellieren · ↗revoltieren  ●  ↗frondieren  veraltet · (den) Aufstand proben  geh., fig. · ↗aufmucken  ugs.
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›rebellieren‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›rebellieren‹.

Verwendungsbeispiele für ›rebellieren‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Da hat man andere Dinge zu tun als gegen das System zu rebellieren.
Süddeutsche Zeitung, 29.11.2004
Ich habe es gewagt, gegen dieses Gesetz munter zu rebellieren.
Reich-Ranicki, Marcel: Mein Leben, Stuttgart: Deutsche Verlags-Anstalt 1999, S. 910
Sie rebelliert auf ihre Art, sie wirft das Geld zum Fenster raus.
Die Zeit, 07.06.1991, Nr. 24
Aber ich werde sechzig, und mein Herz rebelliert alle Tage.
Klemperer, Victor: [Tagebuch] 1941. In: ders., Ich will Zeugnis ablegen bis zum letzten, Berlin: Aufbau-Taschenbuch-Verl. 1999 [1941], S. 60
Ich fing sehr bald an, gegen die Kost zu rebellieren.
Bebel, August: Aus meinem Leben. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1910], S. 22074
Zitationshilfe
„rebellieren“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/rebellieren>, abgerufen am 28.02.2021.

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