Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

rebellisch

Grammatik Adjektiv
Aussprache 
Worttrennung re-bel-lisch
Herkunft zu rebellislat ‘widerspenstig, empörerisch’, eigentlich ‘den Krieg erneuernd’ < re‑lat ‘zurück-, wieder-’ (re-) + vgl. bellumlat ‘Krieg’, vgl. rebellefrz ‘rebellisch’
eWDG

Bedeutung

empörerisch, sich offen auflehnend, aufrührerisch
Beispiele:
die rebellischen Bauern hatten zu den Waffen gegriffen
rebellische Ideen, eine rebellische Gesinnung haben
rebellische Schriften
sein rebellischer Geist
seine Gedichte hatten einen rebellischen Ton
er war noch rebellisch wie mit sechzehn Jahren
die rebellische Provinz habe ihr Unrecht eingesehen [ Feuchtw.Jüd. Krieg253]
jmdn. rebellisch machen
Beispiel:
der Prozeß hat die Leute erst rebellisch gemacht [ TollerFeuer1]
rebellisch werdensich empören, sich offen auflehnen
Beispiel:
die Unterdrückten wurden rebellisch
bildlich
Beispiele:
die Kinder wurden langsam rebellisch (= wurden unruhig, verhielten sich nicht mehr still)
sein Magen, seine Galle wurde rebellisch (= sein Magen, seine Galle zeigt durch Schmerzen an, dass er, sie nicht in Ordnung ist)
umgangssprachlichsie hatte in aller Frühe das ganze Hotel rebellisch gemacht (= hatte alle durch Lärm, Unruhe geweckt)
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Rebell · rebellisch · rebellieren · Rebellion
Rebell m. ‘wer sich auflehnt, widersetzt, Aufrührer, Empörer’, Entlehnung (1. Hälfte 16. Jh.) von afrz. frz. rebelle Adj. und Subst. ‘widerspenstig, empörerisch’ bzw. ‘Widerspenstiger, Empörer’ oder unmittelbar aus gleichbed. lat. rebellis Adj. und Subst., eigentlich ‘den Krieg (gegen den Überwinder) erneuernd’; vgl. lat. bellum ‘Krieg’ und s. re-. rebellisch Adj. ‘aufrührerisch, widerspenstig, aufsässig’ (Mitte 15. Jh.), nach afrz. frz. rebelle Adj., lat. rebellis (s. oben). rebellieren Vb. ‘sich empören, sich auflehnen’ (Anfang 16. Jh.), afrz. frz. rebeller, lat. rebellāre ‘sich auflehnen’. Rebellion f. ‘Aufruhr, Empörung’ (Mitte 16. Jh.), afrz. rebellion, frz. rébellion, lat. rebellio (Genitiv rebelliōnis).

Thesaurus

Synonymgruppe
Assoziationen
Synonymgruppe
abtrünnig · rebellisch
Synonymgruppe
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›rebellisch‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›rebellisch‹.

Verwendungsbeispiele für ›rebellisch‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Es ist so einfach, sich als Frau rebellisch zu fühlen. [Die Zeit, 12.12.2011, Nr. 50]
Wenn man sie ernst nimmt, sind rebellische Bürger bereit, ihre Verantwortung zu tragen. [Die Zeit, 13.12.2010, Nr. 50]
Viele Väter haben rebellischere Musik im Schrank als ihre Kinder. [Die Zeit, 01.02.2006, Nr. 06]
Nie war es so einfach, einen rebellischen Geschmack zu haben. [Die Zeit, 19.06.2000, Nr. 25]
Aber zu manchen Zeiten werden sie auf geheimnisvolle Weise rebellisch, vermehren sich hemmungslos und verursachen schweren Schaden. [Frisch, Karl von: Erinnerungen eines Biologen, Berlin: Springer 1957, S. 108]
Zitationshilfe
„rebellisch“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/rebellisch>.

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