rebeln

Grammatik Verb · rebelt, rebelte, hat gerebelt
Aussprache  [ˈʀeːbl̩n]
Worttrennung re-beln
Wortbildung  mit ›rebeln‹ als Letztglied: abrebeln · anrebeln
ZDL-Vollartikel

Bedeutung

D , A jmd. rebelt etw. [von etw.](besonders mit der Hand) Beeren, kleine Blüten, Blätter o. Ä. von dünnen Stielen einer Pflanze entfernen
siehe auch abzupfen
Kollokationen:
mit Akkusativobjekt: Holunderbeeren, Johannisbeeren, Trauben rebeln; Bohnenkraut, Estragon, Liebstöckel, Oregano, Rosmarin, Tee, Thymian rebeln
Beispiele:
Etwa vier Tage werden Mutter und Sohn gemeinsam brauchen, um einen Baum mit 60 bis 70 Kilo Beeren abzuernten. Dann müssen die Beeren noch von den Stielen gerebelt werden – eine Tätigkeit, bei der […] Familie und Freunde zur Hand gehen. [Die Presse, 20.09.2020]
Nach der Ernte trocknet, rebelt und siebt Theresia H[…] die Lavendelblüten in ihrer Manufaktur und verarbeitet sie zu vielen Produkten. [Döbelner Allgemeine Zeitung, 01.08.2020]
Nach der Handlese wurde der Riesling gerebelt, fünf Stunden gemaischt und gepresst. [Welt am Sonntag, 31.05.2020]
Während die Erntehelfer […] die Chardonnaytrauben lesen (= ernten), zieht die Veltliner‑Ernte im luftdichten Maischefass drei Stunden lang. Zuvor waren die Trauben gerebelt worden, die Stile wurden entfernt und die Beeren gequetscht. [OÖ Nachrichten, 15.10.2019]
[Rezept:] Rosmarin vom Zweig rebeln und grob hacken, mit den Heidelbeeren, dem Senf, der Sojasauce und Olivenöl nach Geschmack vermengen, sodass eine nicht zu flüssige Salsa entsteht. [News, 25.07.15]
Insgesamt acht verschiedene Teekräuter werden in Pulow angebaut, mit Traktor oder in Handarbeit geerntet und anschließend in speziellen Luftentfeuchtungsräumen getrocknet und dann gerebelt. [Schweriner Volkszeitung, 22.10.2011]

letzte Änderung:

Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

reiben · Reibe · Reibeisen · Reiberei · abreiben · Abreibung · aufreiben · zerreiben · ribbeln · rubbeln · rebeln
reiben Vb. ‘einen Gegenstand an einem anderen hin und her bewegen, mit den Händen unter leichtem Druck über einen Körperteil streichen’. Für das nur westgerm. bezeugte starke Verb ahd. rīban (um 800), mhd. rīben, mnd. mnl. wrīven, nl. wrijven (westgerm. *wrīban) mit dem Intensivum nd. wribbeln ‘wirbeln, schwenken, reiben, quetschen’ (vgl. auch seemännisch Wreifholz ‘Reibeholz, das zwischen Schiff und Anlegestelle gehängt wird’) bietet sich keine sichere außergerm. Anknüpfungsmöglichkeit. Am ehesten läßt sich noch griech. rhī́ptein (ῥίπτειν) ‘werfen, schleudern, stoßen, stürzen’ vergleichen, so daß mit einer Ausgangsbedeutung ‘drehen, hin und her bewegen’ über eine Labialerweiterung ie. *u̯reip-, *u̯rīp- Anschluß an die Wurzel ie. *u̯er- ‘drehen, biegen’ (s. auch werden, werfen, Wurm) möglich ist. S. auch gerieben. Reibe f. ‘Küchengerät mit durchlöcherter, rauher Oberfläche zum Zerkleinern, Zermahlen verschiedener Lebensmittel oder Gewürze’ (15. Jh.). Reibeisen n. mhd. rībīsen. Reiberei f. ‘Meinungsverschiedenheit, Auseinandersetzung, Streitigkeit’ (19. Jh.), gebildet im Anschluß an sich an jmdm. reiben ‘mit jmdm. Streit anfangen, in Streit geraten’ (16. Jh.). abreiben Vb. ‘durch Reiben entfernen, säubern, reibend bearbeiten, frottieren, massieren, durch Reibung abnutzen’, mhd. aberīben ‘durch Reiben entfernen, loslösen’; Abreibung f. ‘das Abreiben’ (16. Jh.), umgangssprachlich ‘Tracht Prügel’, auch ‘Schelte, Abkanzelung’ (Anfang 20. Jh.). aufreiben Vb. ‘völlig zerreiben, wundreiben’, übertragen ‘eine militärische Einheit im Kampf vernichten, überbeanspruchen und völlig verbrauchen, zermürben, erschöpfen, ermüden’ (um 1500). zerreiben Vb. ‘durch Reiben zerkleinern, pulverisieren’, mhd. zerrīben. ribbeln Vb. ‘reiben, aufrauhen’, Intensivbildung (16. Jh.) zu reiben. Daneben die Lautvariante rubbeln Vb. ‘heftig reiben’, regional auch ‘poltern, rumpeln’ (20. Jh., wohl älter), vgl. engl. to rub. In Weinanbaugebieten dazu ablautend rebeln Vb. ‘Trauben zerreiben, pressen, quetschen’ (18. Jh.).
Zitationshilfe
„rebeln“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/rebeln>, abgerufen am 21.10.2021.

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