rechen

GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennungre-chen
Wortbildung mit ›rechen‹ als Letztglied: ↗abrechen · ↗ausrechen · ↗einrechen · ↗nachrechen · ↗wegrechen · ↗zusammenrechen
eWDG, 1974

Bedeutung

landschaftlich, besonders ostmitteldeutsch, besonders süddeutsch etw. mit dem Rechen bearbeiten und dadurch
a)
etw. entfernen
Beispiel:
das Laub vom Rasen rechen
etw. säubern
Beispiel:
die Wege des Parks waren sorgfältig, frisch gerecht
b)
etw. aufhäufen
Beispiel:
Heu rechen
c)
etw. einebnen, eben machen
Beispiel:
ein umgegrabenes Beet rechen
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Rechen · rechen
Rechen m. (landschaftlich, besonders südd. md.) ‘Harke’, ahd. rehho (9. Jh.), mhd. reche ‘Harke’, spätmhd. auch ‘rechenförmige Vorrichtung’, frühnhd. (mit Endungs-n aus den obliquen Kasus) Rechen, asächs. reko, mnl. rēke, nl. (landschaftlich) reek (auch ‘kleine Egge’), anord. reka, schwed. (mundartlich) räka (germ. *rekōn) stehen neben (ablautendem) mnd. mnl. rāke ‘Harke, Rechen’, nd. Raak, nl. (landschaftlich) raak, aengl. raca m., racu f., engl. rake, anord. raka ‘Streifen, Reihe’, schwed. raka ‘Harke, Kratzer, Schaber’ (germ. *rakōn). Die Substantive sind Bildungen zu dem heute veralteten starken Verb ahd. rehhan ‘zusammenscharren’ der mit Asche überdeckten Glut (11. Jh.), mhd. rechen ‘Feuer rechen, zusammenkratzen, raffen, scharren, häufeln’, mnd. mnl. mengl. reken ‘Feuer bzw. Asche rechen’, got. rikan ‘zusammenscharren, anhäufen’; vgl. daneben ablautendes schwach flektierendes mnd. mnl. rāken ‘zusammenscharren, umwühlen, graben’, anord. raka ‘zusammenfegen’, schwed. raka ‘scharren, kratzen’. Außergerm. verwandt sind mit den oben sowie den unter ↗recken (s. d.) genannten Formen aind. ṛ́jyati, ṛñjáti ‘streckt sich, eilt’, griech. orégein (ὀρέγειν) ‘(die Hand) hinstrecken, darreichen, sich strecken, zu erreichen suchen’, lat. regere (rēctum) ‘geraderichten, lenken, leiten, herrschen’, air. rigid ‘streckt aus’, lit. rę́žti ‘straffen, recken’. Zugrunde liegt die unter ↗recht (s. d.) angeführte Wurzel ie. *reg̑- ‘gerade, geraderichten, lenken, recken, strecken, aufrichten’. Auszugehen ist für die germ. verbale Wortgruppe von ‘etw. aufrichten, sich aufrichten, sich recken’, dann ‘die Hand ausstrecken, sich nach etw. recken’, vgl. Seebold 373, der auch annimmt, daß die Bedeutung des starken Verbs ‘die Glut mit Asche bedecken, um sie zu bewahren’ und ‘die Glut von der Asche wegrechen, um das Feuer aufflammen zu lassen’ unter dem Einfluß eines abgeleiteten Substantivs (also wohl Rechen und seiner Entsprechungen, s. oben) entstanden sei. rechen Vb. ‘harken’, ahd. rehhan (11. Jh.), mhd. rechen.

Thesaurus

Synonymgruppe
harken · rechen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Anforderung Anliegen Anspruch Ansturm Aufgabe Bedarf Bedürfnis Erfordernis Erwartung Favoritenrolle Gegebenheit Herausforderung Komplexität Maßstab Nachfrage Qualitätsanspruch Realität Ruf Sattel Selbstbestimmung Unterthema Verantwortung Verpflichtung Vielfalt Vorbildfunktion Wirklichkeit Zielen aufrechen zurechen zusammenrechen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›rechen‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Mit weiteren Verkäufen in den nächsten Tagen ist zu rechen.
Die Zeit, 20.07.2012 (online)
Solch einem Ansinnen hat der Kanzler zu Recht energisch widersprochen.
Die Welt, 01.07.2005
Sie war bisher nicht ansprechbar und liegt im Koma - mit ihrem Tod ist jederzeit zu rechen.
Süddeutsche Zeitung, 26.01.1996
Zumindest kurzfristig ist angesichts der verfahrenen politischen Lage kaum mit Besserung zu rechen.
Der Tagesspiegel, 18.04.2000
Oder Brüderchen darf in der Erde des Gartens pflanzen, richtig schaufeln und rechen und säen und gießen.
Flaig, Hermine: Was spiele ich mit Brüderchen? In: Ins Leben hinaus, Stuttgart: Union Dt. Verl.-Ges. 1931, S. 130
Zitationshilfe
„rechen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/rechen>, abgerufen am 18.11.2019.

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