recht

GrammatikAdjektiv
Aussprache
Wortbildung mit ›recht‹ als Erstglied: ↗Rechteck · ↗rechteckig · ↗rechtwinkelig · ↗rechtwinklig
 ·  mit ›recht‹ als Letztglied: ↗lotrecht · ↗senkrecht · ↗waagerecht · ↗waagrecht
 ·  mit ›recht‹ als Grundform: ↗Rechte1 · ↗Rechte2
eWDG, 1974

Bedeutungen

1.
auf der Körperseite befindlich, auf der nicht das Herz liegt
Gegenwort zu link
Beispiele:
der rechte Arm
das rechte Bein
er saß an, zu ihrer rechten Seite
sie hatte das Kind an der rechten Hand
rechter Hand (= rechts), zur rechten Hand liegt das Rathaus
der rechte Schuh drückt
das Taschentuch steckt in der rechten Manteltasche
Boxen er traf den Gegner mit einem rechten Haken
rechts liegend
Beispiele:
er lief auf der rechten Straßenseite
das rechte Flussufer
die rechte untere Ecke des Heftes ist umgeknickt
Ballspiel der rechte Außenstürmer
übertragen
Beispiel:
sie war die rechte Hand des Chefs (= die unentbehrliche Kraft, wichtigste Hilfe des Chefs)
2.
Gegenwort zu link
Beispiel:
die rechte Seite des Stoffes, der Tischdecke (= die Außenseite, Vorderseite, obere Seite des Stoffes, der Tischdecke)
3.
in der politischen Anschauung zur Rechten gehörend
Gegenwort zu link
Beispiele:
rechte Abgeordnete
rechte Kreise
eine rechte Zeitung
er ist ein Rechter, gehört zu den Rechten
4.
rechtsopportunistisch
Beispiele:
der rechte Flügel der Sozialdemokratie
rechte Gewerkschaftsführer
5.
Handarbeit
Gegenwort zu link
Beispiel:
rechte Maschen (= Maschen, bei denen von links nach rechts eingestochen wird)
6.
Mathematik
Beispiel:
ein rechter Winkel (= Winkel, dessen Schenkel senkrecht aufeinanderstehen, 90° bilden)
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

recht · Rechte · rechts · aufrecht · aufrechterhalten · rechtfertigen · rechtgläubig · rechtschaffen · Rechtschreibung
recht Adj. ‘richtig, dem Recht, den Gesetzen entsprechend, gut’, vgl. auch rechte Seite (‘äußere, obere Seite’) von Stoffen, Wäschestücken, (nur attributiv der rechte, ein rechter) ‘auf der Seite befindlich, die beim Menschen der Herzseite gegenüberliegt’, politisch ‘zur Rechten gehörend’ (s. unten Rechte f.), ahd. reht ‘recht, gerecht, berechtigt, richtig, gerade, einfach, gut, wirklich, zutreffend, wahr’ (8. Jh.), mhd. reht ‘in gerader Linie, gerade, Sitte, Recht entsprechend, gerecht, gehörig, wahrhaft, wirklich, eigentlich’, asächs. reht ‘recht, gerecht, richtig, wahr, gut, gerade, eben’, mnd. recht ‘gerade, aufrecht, richtig, genau, passend, wahr, eigentlich, gesetzmäßig, rechtmäßig, gerecht, auf der der Herzseite gegenüberliegenden Seite befindlich’, mnl. nl. recht, afries. riucht, aengl. riht, engl. right, anord. rēttr, schwed. rätt, got. raíhts führen auf germ. *rehta- und wie awest. rāšta ‘gerade’, griech. orektós (ὀρεκτός) ‘ausgestreckt, erwünscht, ersehnt’ (zu orégein, ὀρέγειν ‘(die Hand) hinstrecken, darreichen, sich strecken, zu erreichen suchen’), lat. rēctus ‘gerade, richtig, recht, aufrecht, regelrecht, schlicht, einfach, rechtschaffen, tugendhaft, sittlich’ (zu lat. regere ‘geraderichten, lenken, leiten, herrschen’) als to-Partizipialbildungen und mit anord. rēttr ‘Recht, Rechtsanspruch’ (germ. *rehtu-), air. recht ‘Ordnung, Gesetz, Recht’ als tu-Stämmen auf eine Wurzel ie. *reg̑- ‘gerade, geraderichten, lenken, recken, strecken, aufrichten’, wozu auch aind. ṛ́jyati, ṛñjáti ‘streckt sich, eilt’, irajyáti ‘ordnet an, lenkt’, rā́ṭ ‘König’, lat. rēx ‘Lenker, König’, air. reg-, rig- ‘ausstrecken’, (Genitiv rīg) ‘König’ gehören; s. ferner ↗rank, ↗recken, ↗Rechen, ↗rechnen, ↗Reich, ↗richten. Die ursprüngliche Bedeutung ‘geradegerichtet’ ist erhalten in rechter Winkel, Reckteck, aufrecht, senkrecht, waagerecht. Die heute geläufige Verwendung als Gegenwort zu ↗link (s. d.) entwickelt sich in spätmhd. Zeit aus der Vorstellung des Gebrauchs der rechten Hand als geeignet, als richtig, gleichbed. ahd. zeso (8. Jh.), mhd. zese (flektiert ahd. zesawēr, mhd. zes(e)wer) ablösend. Vgl. dazu die übertragene Fügung rechte Hand ‘unentbehrlicher Helfer’ (17. Jh.), älter rechter Arm (16. Jh.), vgl. mhd. er was mīn zesewe hant. Rechte f. ‘rechte Hand, rechter Arm’ (16. Jh.), seit dem 19. Jh. auch ‘politische Gruppe, Strömung, Partei (in einem parlamentarischen Staat), die konservative Ziele verfolgt’, im Anschluß an frz. la droite ‘die Rechte’, nach der Sitzordnung im Parlament, wo seit der französischen Restaurationszeit die konservativen Parteien ihre Plätze vom Präsidenten aus gesehen rechts innehatten. rechts Adv. ‘auf der rechten Seite’ (16. Jh.), ‘politisch zur Rechten gehörend’ (19. Jh.), hervorgegangen aus dem Genitiv Sing. des Adjektivs; vgl. ahd. (9. Jh.), mhd. rehtes ‘in rechter Weise, richtig’. aufrecht Adj. ‘gerade, aufgerichtet, rechtschaffen, redlich, unbestechlich’, ahd. ūfreht ‘aufgerichtet’ von der Körperhaltung (um 1000), mhd. ūfreht ‘gerade aufwärts gerichtet, aufrecht, emporstrebend, schlank, ohne Falsch’; in der Bedeutung ‘redlich, offenherzig, unbestechlich’ seit dem 18. Jh. mit ↗aufrichtig (s. d.) konkurrierend; aufrechterhalten Vb. ‘bestehen lassen, an etw. festhalten’ (16. Jh.). rechtfertigen Vb. ‘die Berechtigung eines Tuns, Handelns nachweisen, erklären’, reflexiv ‘sich von einem Verdacht befreien, nachweisen, daß etw. berechtigt ist’, mhd. rehtvertegen, rehtvertigen ‘ausfertigen, übergeben, von einer Schuld befreien, vor Gericht vertreten, verteidigen, gerichtlich behandeln, bestrafen’, abgeleitet von mhd. rehtvertec, rehtvertic ‘gerecht, rechtmäßig, rechtschaffen, übereinstimmend mit’. rechtgläubig Adj. ‘strenggläubig, orthodox’, eigentlich ‘richtig gläubig’ (15. Jh.), Übersetzung von griech.-lat. orthodoxus (s. ↗orthodox). rechtschaffen Adj. ‘ehrlich, redlich, anständig, pflichtbewußt, groß, stark, sehr’ (16. Jh.), eigentlich ‘richtig, gut beschaffen’, älter auch rechtgeschaffen (16. Jh.). Rechtschreibung f. ‘Lehre von der richtigen Schreibung der Wörter, Orthographie’ (2. Hälfte 16. Jh.), Übersetzung von griech.-lat. orthographia (s. ↗Orthographie); vgl. ahd. rehtscrībāri ‘wer richtig schreibt’ (Hs. 12. Jh., für griech.-lat. orthographus).

Thesaurus

Synonymgruppe
durchaus · ↗halb · ↗reichlich · ↗relativ · ↗vergleichsweise · ↗verhältnismäßig · ↗ziemlich  ●  ↗einigermaßen  Hauptform · ↗ganz  ugs. · ganz schön  ugs. · ↗halbwegs  ugs. · ↗hinlänglich  geh. · in Grenzen  geh. · ↗leidlich  geh. · ↗mäßig  geh. · recht  ugs. · schon ganz  ugs.
Assoziationen
  • (es ist) nicht weit her (mit) · (sich) in Grenzen halten · ↗(ziemlich) bescheiden · den Umständen entsprechend · ↗durchschnittlich · ↗durchwachsen · ↗mittelmäßig · ↗passabel  ●  ↗(so) einigermaßen  ugs. · ↗einigermaßen  ugs. · geht so  ugs. · ↗medioker  geh., bildungssprachlich · ↗mittelprächtig  ugs. · ↗mäßig  geh., Hauptform · mäßig bis saumäßig  ugs., sarkastisch · ↗na ja  ugs. · nicht (so) berauschend  ugs. · nicht (so) berühmt  ugs. · nicht besonders  ugs. · nicht so dolle  ugs. · nicht so prickelnd  ugs., fig., variabel · nicht so toll  ugs. · so lala  ugs.
  • geht so · ging so · nicht besonders gut  ●  Alles Scheiße, deine Elli.  ugs., Spruch, variabel · beschissen ist noch gestrunzt  ugs., regional, Spruch, scherzhaft-ironisch · ich kann nicht besser klagen  ugs., scherzhaft-ironisch · mehr schlecht als recht  ugs. · na ja okay  ugs. · so so  ugs.
  • ausgesprochen · ganz und gar · ↗gänzlich  ●  ↗betont  geh. · ↗prononciert  geh.
  • im Großen und Ganzen · in etwa · könnte man sagen · mehr oder weniger · ↗sozusagen  ●  ↗irgendwie  ugs. · keine Ahnung  ugs. · oder so  ugs. · ↗praktisch  ugs. · ↗quasi  ugs. · so ungefähr  ugs., Hauptform · so(was) in der Art  ugs. · sone Art  ugs. · sowas wie  ugs.
  • gemessen an · im Vergleich zu · im Verhältnis zu · in Relation zu · ↗neben · verglichen mit  ●  ↗dafür  ugs. · ↗dagegen  ugs.
  • bedingt · eingeschränkt · ↗relativ · ↗tendenziell · ↗vergleichsweise · ↗verhältnismäßig  ●  ↗eher  ugs.
  • in Maßen · ↗mäßig · nicht besonders · nicht sonderlich · nicht weiter
  • bis zu einem gewissen Grad(e) · ein Stück weit · in gewissem Maß(e) · in gewissem Rahmen · in gewissem Umfang · ↗teilweise · zum Teil  ●  in gewisser Hinsicht  Hauptform
Synonymgruppe
billig · ↗fair · ↗gerecht · ↗gerechtfertigt · recht · recht und billig
Assoziationen
Synonymgruppe
(jemandem) genehm · ↗(jemandem) passen · (jemandem) recht · ↗(jemandem) zusagen · gelegen kommen · ↗kommod · ↗passend  ●  ↗gefällig (sein)  geh. · ↗konvenieren  geh.
Assoziationen
  • (jemandem) gerade recht kommen · (jemandem) gut in den Kram passen
  • (jemandem) entgegenkommen · ↗(jemandem) zusagen · (jemandes) Erwartungen entsprechen · in jemandes Sinne liegen  ●  auf jemandes Linie liegen  fig. · (das) sein, was jemand (haben) will  ugs. · ↗(gut) passen  ugs.

Typische Verbindungen
computergeneriert

Arm Bein Ding Ecke Flügel Fuß Gewalt Hand Knie Licht Oberschenkel Rand Schulter Seite Sprunggelenk Szene Winkel behalten doch erst gerade immer link nicht nie noch passen schon so wissen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›recht‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Aber bei mir im Viertel wohnen so viele rechte Skins.
Goosen, Frank: Liegen lernen, Frankfurt am Main: Eichborn AG 2000, S. 279
Was den Stahl angeht, hat er da sicherlich recht gehabt.
Die Zeit, 05.09.1997, Nr. 37
Du hast recht, mit dem Fall zwei wollen wir uns mündlich unterhalten.
Brief von Irene G. an Ernst G. vom 13.11.1939, Feldpost-Archive mkb-fp-0270
Es sieht wirklich aus, als wolltest Du noch gar nicht so recht.
Brief von Ernst G. an Irene G. vom 21.10.1939, Feldpost-Archive mkb-fp-0270
Ich weiß, ich muß Dir schon recht geben, daß gerade hier nicht gespielt wird.
Brief von Ernst G. an Irene G. vom 20.09.1939, Feldpost-Archive mkb-fp-0270
Zitationshilfe
„recht“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/recht#1>, abgerufen am 13.11.2018.

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recht

GrammatikAdjektiv
Aussprache
Wortbildung mit ›recht‹ als Erstglied: ↗Rechthaberei · ↗rechtfertigen · ↗rechtgläubig · ↗rechtschaffen · ↗rechtschreiben · ↗rechtweisend
 ·  mit ›recht‹ als Letztglied: ↗aufrecht · ↗folgerecht · ↗regelrecht · ↗unrecht
 ·  mit ›recht‹ als Grundform: ↗gerecht
eWDG, 1974

Bedeutungen

1.
richtig
a)
passend, geeignet
Beispiele:
im rechten Augenblick, zur rechten Stunde kommen
den rechten Zeitpunkt für gekommen halten
im rechten Alter, in der rechten Stimmung für etw. sein
dort steht er am rechten Platz
stets das rechte Wort finden
er ist der rechte Mann für uns
sie ist nicht die rechte Frau für ihn
du kommst gerade, eben recht
ihm ist jedes Mittel recht (= er scheut vor nichts zurück, um ein bestimmtes Ziel zu erreichen)
mit dem Geschenk hatten wir das Rechte getroffen
umgangssprachlich er hat noch nicht die Rechte (= passende Frau) gefunden
umgangssprachlich, spöttisch da bist du (bei mir) an den Rechten gekommen, geraten! (= an den, von dem du nichts zu erwarten hast, der dir Widerstand leisten wird!)
umgangssprachlich, spöttisch du bist (mir) der Rechte (= das hätte ich nicht von dir erwartet, dazu bist gerade du nicht in der Lage)
sprichwörtlich wer nicht kommt zur rechten Zeit (= rechtzeitig), der muss essen, was übrig bleibt
b)
nicht falsch
Beispiele:
auf der rechten Spur sein
die Dinge auf das rechte Maß zurückführen
umgangssprachlich das geht nicht mit rechten Dingen zu (= entspricht nicht den wirklichen Gegebenheiten)
eine große Schwierigkeit ist für den Deutschlerner der rechte Gebrauch des bestimmten und unbestimmten Artikels
versteh' mich recht (= missverstehe mich nicht)
habe ich recht gehört, verstanden, gesehen?
wenn ich mich recht entsinne (= wenn ich mich nicht irre), trug sie einen roten Mantel
wenn ich es mir recht überlege, dann ...
so ist es recht
recht so!
ganz recht!
nach dem Rechten sehen (= nachsehen, ob alles in Ordnung ist)
er [habe] sich verirrt ... und wünsche nun auf den rechten Weg gewiesen zu sein [G. Hauptm.Ketzer4,139]
bildlich
Beispiele:
umgangssprachlich er hat das Herz auf dem rechten Fleck (= ist lebenstüchtig, wirklichkeitsnah)
sie hat den Mund auf dem rechten Fleck (= ist schlagfertig)
sich ins rechte Licht setzen (= seine eigenen Vorzüge richtig zur Geltung bringen)
das Kind beim rechten Namen nennen (= etw. deutlich, ohne Umschweife aussprechen)
umgangssprachlich vor die rechte Schmiede gehen (= sich an die richtige Stelle wenden)
übertragen
Beispiele:
gehoben von der rechten Bahn abweichen
nun ist doch alles wieder ins rechte Gleis gekommen
umgangssprachlich etw. beim rechten Zipfel, am rechten Ende (= geschickt) anfassen
c)
so, wie es sein soll, vollkommen
Beispiele:
jetzt hat das Kleid erst den rechten Schick
Es ist das Kennzeichen jedes rechten Theaterstücks, daß man es nicht lesen kann [Th. Mann11,38]
in Verbindung mit einer Verneinung
in abgeschwächter Bedeutung
Beispiele:
keinen rechten Appetit, keine rechte Lust zum Schreiben haben
er hatte keinen rechten Erfolg damit
das Kind hat kein rechtes Zutrauen zu ihm
die Wunde ist noch nicht recht verheilt
ich kann mir keine rechte Vorstellung, keinen rechten Begriff davon machen
umgangssprachlich die Arbeit will mir noch nicht recht schmecken
umgangssprachlich das will mir nicht recht in den Kopf
umgangssprachlich er wollte mit der Antwort nicht recht heraus
umgangssprachlich er kam in der Schule nicht recht mit
das kann ich nicht recht glauben
ihm traue ich nicht so recht
das Fernsehgerät funktioniert nicht mehr recht
umgangssprachlich nicht recht gescheit sein (= nicht völlig bei Verstand sein)
umgangssprachlich, salopp nicht recht bei Trost sein (= nicht völlig bei Verstand sein)
umgangssprachlich ich kann daraus nicht recht klug werden
ich bin noch nicht recht zufrieden damit
erst rechtbezeichnet eine Hervorhebung, Steigerung
Beispiele:
da fing er erst recht zu schreien an (= da schrie er noch mehr als vorher)
so kannst du es erst recht nicht machen (= so kannst du es schon gar nicht, noch viel weniger machen)
jetzt tut er es erst recht (= jetzt tut er es gerade, trotzdem)
gehoben recht eigentlichverstärkend
Beispiel:
seine Erzählung war recht eigentlich eine Beichte
d)
umgangssprachlich etw. Rechtesetw. Ordentliches, Vernünftiges
Beispiele:
aus ihm ist schließlich doch noch etw. Rechtes geworden
spöttisch das ist was Rechtes, was du da kannst! (= das ist nichts Besonderes, damit kannst du keinen Eindruck machen!)
oft verneint
Beispiele:
er hat nichts Rechtes gelernt, es zu nichts Rechtem gebracht
wir haben den ganzen Tag nichts Rechtes gegessen
ich weiß damit nichts Rechtes anzufangen
e)
der sittlichen Norm entsprechend, gut
Gegenwort zu unrecht
Beispiele:
recht handeln, leben
das war nicht recht von ihm
das hast du recht gemacht
umgangssprachlich alles, was recht ist, aber das geht, führt zu weit!
das ist recht und billig
sprichwörtlich was dem einen recht ist, ist dem andern billig
2.
etw. ist jmdm. rechtetw. ist jmdm. angenehm, entspricht jmds. Wunsch
Beispiele:
das ist mir (nur, gerade, ganz, gar nicht) recht
mir kann, soll es recht sein
mir ist alles recht (= ich bin mit allem einverstanden)
es war ihr nicht recht, dass man sie dort gesehen hatte
wenn es (euch) recht ist, besuche ich euch am Sonntag
jmdm. etw. recht machen
etw. zu jmds. Zufriedenheit ausführen, erledigen
Beispiele:
ihm ist nichts recht zu machen (= er hat immer etw. auszusetzen, ist nie zufrieden)
allen kann man es nicht recht machen
umgangssprachlich mir ist heute gar nicht recht (= ich fühle mich heute gar nicht wohl)
sprichwörtlich allen Leuten recht getan, ist eine Kunst, die niemand kann
3.
drückt eine Verstärkung aus
a)
(ziemlich) groß
Beispiele:
er hat sich rechte Mühe gegeben, ist ein rechter Narr, noch ein rechtes Kind
es war eine rechte Freude, Schande, ein rechtes Elend, ein rechter Jammer
das bedeutet eine rechte Belastung für mich
sein Gesundheitszustand macht mir rechte Sorge
b)
adverbiell
bezeichnet einen (ziemlich) hohen Grad der genannten Eigenschaft   ziemlich, sehr
Beispiele:
gestern war es recht warm
das kommt mir recht sonderbar vor, sie war recht böse auf mich
ich war recht in Sorge um dich
er wollte recht viel davon haben
das Essen hat heute recht gut geschmeckt
ich finde sie recht hübsch
ich war recht unzufrieden mit mir, seinen Leistungen
dieser Artikel ist recht interessant
du kommst heute recht spät
er ist ein recht begabter Schüler, hat einen recht guten Aufsatz geschrieben
sehr
Beispiele:
recht herzliche Grüße an alle
ich danke recht sehr, wünsche euch recht viel Vergnügen
4.
siehe auch Recht (Lesart 3)
Beispiele:
recht haben (= das Richtige gesagt, getan haben)
recht bekommen
jmdm. recht geben (= jmdm. zustimmen, jmds. Meinung akzeptieren)
ich habe recht behalten (= es war richtig, was ich gesagt, vermutet habe)
umgangssprachlich es geschieht ihm recht (= er hat es nicht besser verdient)
5.
umgangssprachlich recht und schlecht
schlecht und recht
Beispiele:
sein Vater hat sich recht und schlecht (= mit großer Mühe, leidlich) durchs Leben schlagen müssen
er hat das Dach recht und schlecht, so schlecht und recht (= so gut es unter den gegebenen Möglichkeiten ging) ausgebessert
sie konnten sich mehr schlecht als recht (= nur notdürftig) verständigen
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

recht · Rechte · rechts · aufrecht · aufrechterhalten · rechtfertigen · rechtgläubig · rechtschaffen · Rechtschreibung
recht Adj. ‘richtig, dem Recht, den Gesetzen entsprechend, gut’, vgl. auch rechte Seite (‘äußere, obere Seite’) von Stoffen, Wäschestücken, (nur attributiv der rechte, ein rechter) ‘auf der Seite befindlich, die beim Menschen der Herzseite gegenüberliegt’, politisch ‘zur Rechten gehörend’ (s. unten Rechte f.), ahd. reht ‘recht, gerecht, berechtigt, richtig, gerade, einfach, gut, wirklich, zutreffend, wahr’ (8. Jh.), mhd. reht ‘in gerader Linie, gerade, Sitte, Recht entsprechend, gerecht, gehörig, wahrhaft, wirklich, eigentlich’, asächs. reht ‘recht, gerecht, richtig, wahr, gut, gerade, eben’, mnd. recht ‘gerade, aufrecht, richtig, genau, passend, wahr, eigentlich, gesetzmäßig, rechtmäßig, gerecht, auf der der Herzseite gegenüberliegenden Seite befindlich’, mnl. nl. recht, afries. riucht, aengl. riht, engl. right, anord. rēttr, schwed. rätt, got. raíhts führen auf germ. *rehta- und wie awest. rāšta ‘gerade’, griech. orektós (ὀρεκτός) ‘ausgestreckt, erwünscht, ersehnt’ (zu orégein, ὀρέγειν ‘(die Hand) hinstrecken, darreichen, sich strecken, zu erreichen suchen’), lat. rēctus ‘gerade, richtig, recht, aufrecht, regelrecht, schlicht, einfach, rechtschaffen, tugendhaft, sittlich’ (zu lat. regere ‘geraderichten, lenken, leiten, herrschen’) als to-Partizipialbildungen und mit anord. rēttr ‘Recht, Rechtsanspruch’ (germ. *rehtu-), air. recht ‘Ordnung, Gesetz, Recht’ als tu-Stämmen auf eine Wurzel ie. *reg̑- ‘gerade, geraderichten, lenken, recken, strecken, aufrichten’, wozu auch aind. ṛ́jyati, ṛñjáti ‘streckt sich, eilt’, irajyáti ‘ordnet an, lenkt’, rā́ṭ ‘König’, lat. rēx ‘Lenker, König’, air. reg-, rig- ‘ausstrecken’, (Genitiv rīg) ‘König’ gehören; s. ferner ↗rank, ↗recken, ↗Rechen, ↗rechnen, ↗Reich, ↗richten. Die ursprüngliche Bedeutung ‘geradegerichtet’ ist erhalten in rechter Winkel, Reckteck, aufrecht, senkrecht, waagerecht. Die heute geläufige Verwendung als Gegenwort zu ↗link (s. d.) entwickelt sich in spätmhd. Zeit aus der Vorstellung des Gebrauchs der rechten Hand als geeignet, als richtig, gleichbed. ahd. zeso (8. Jh.), mhd. zese (flektiert ahd. zesawēr, mhd. zes(e)wer) ablösend. Vgl. dazu die übertragene Fügung rechte Hand ‘unentbehrlicher Helfer’ (17. Jh.), älter rechter Arm (16. Jh.), vgl. mhd. er was mīn zesewe hant. Rechte f. ‘rechte Hand, rechter Arm’ (16. Jh.), seit dem 19. Jh. auch ‘politische Gruppe, Strömung, Partei (in einem parlamentarischen Staat), die konservative Ziele verfolgt’, im Anschluß an frz. la droite ‘die Rechte’, nach der Sitzordnung im Parlament, wo seit der französischen Restaurationszeit die konservativen Parteien ihre Plätze vom Präsidenten aus gesehen rechts innehatten. rechts Adv. ‘auf der rechten Seite’ (16. Jh.), ‘politisch zur Rechten gehörend’ (19. Jh.), hervorgegangen aus dem Genitiv Sing. des Adjektivs; vgl. ahd. (9. Jh.), mhd. rehtes ‘in rechter Weise, richtig’. aufrecht Adj. ‘gerade, aufgerichtet, rechtschaffen, redlich, unbestechlich’, ahd. ūfreht ‘aufgerichtet’ von der Körperhaltung (um 1000), mhd. ūfreht ‘gerade aufwärts gerichtet, aufrecht, emporstrebend, schlank, ohne Falsch’; in der Bedeutung ‘redlich, offenherzig, unbestechlich’ seit dem 18. Jh. mit ↗aufrichtig (s. d.) konkurrierend; aufrechterhalten Vb. ‘bestehen lassen, an etw. festhalten’ (16. Jh.). rechtfertigen Vb. ‘die Berechtigung eines Tuns, Handelns nachweisen, erklären’, reflexiv ‘sich von einem Verdacht befreien, nachweisen, daß etw. berechtigt ist’, mhd. rehtvertegen, rehtvertigen ‘ausfertigen, übergeben, von einer Schuld befreien, vor Gericht vertreten, verteidigen, gerichtlich behandeln, bestrafen’, abgeleitet von mhd. rehtvertec, rehtvertic ‘gerecht, rechtmäßig, rechtschaffen, übereinstimmend mit’. rechtgläubig Adj. ‘strenggläubig, orthodox’, eigentlich ‘richtig gläubig’ (15. Jh.), Übersetzung von griech.-lat. orthodoxus (s. ↗orthodox). rechtschaffen Adj. ‘ehrlich, redlich, anständig, pflichtbewußt, groß, stark, sehr’ (16. Jh.), eigentlich ‘richtig, gut beschaffen’, älter auch rechtgeschaffen (16. Jh.). Rechtschreibung f. ‘Lehre von der richtigen Schreibung der Wörter, Orthographie’ (2. Hälfte 16. Jh.), Übersetzung von griech.-lat. orthographia (s. ↗Orthographie); vgl. ahd. rehtscrībāri ‘wer richtig schreibt’ (Hs. 12. Jh., für griech.-lat. orthographus).

Thesaurus

Synonymgruppe
durchaus · ↗halb · ↗reichlich · ↗relativ · ↗vergleichsweise · ↗verhältnismäßig · ↗ziemlich  ●  ↗einigermaßen  Hauptform · ↗ganz  ugs. · ganz schön  ugs. · ↗halbwegs  ugs. · ↗hinlänglich  geh. · in Grenzen  geh. · ↗leidlich  geh. · ↗mäßig  geh. · recht  ugs. · schon ganz  ugs.
Assoziationen
  • (es ist) nicht weit her (mit) · (sich) in Grenzen halten · ↗(ziemlich) bescheiden · den Umständen entsprechend · ↗durchschnittlich · ↗durchwachsen · ↗mittelmäßig · ↗passabel  ●  ↗(so) einigermaßen  ugs. · ↗einigermaßen  ugs. · geht so  ugs. · ↗medioker  geh., bildungssprachlich · ↗mittelprächtig  ugs. · ↗mäßig  geh., Hauptform · mäßig bis saumäßig  ugs., sarkastisch · ↗na ja  ugs. · nicht (so) berauschend  ugs. · nicht (so) berühmt  ugs. · nicht besonders  ugs. · nicht so dolle  ugs. · nicht so prickelnd  ugs., fig., variabel · nicht so toll  ugs. · so lala  ugs.
  • geht so · ging so · nicht besonders gut  ●  Alles Scheiße, deine Elli.  ugs., Spruch, variabel · beschissen ist noch gestrunzt  ugs., regional, Spruch, scherzhaft-ironisch · ich kann nicht besser klagen  ugs., scherzhaft-ironisch · mehr schlecht als recht  ugs. · na ja okay  ugs. · so so  ugs.
  • ausgesprochen · ganz und gar · ↗gänzlich  ●  ↗betont  geh. · ↗prononciert  geh.
  • im Großen und Ganzen · in etwa · könnte man sagen · mehr oder weniger · ↗sozusagen  ●  ↗irgendwie  ugs. · keine Ahnung  ugs. · oder so  ugs. · ↗praktisch  ugs. · ↗quasi  ugs. · so ungefähr  ugs., Hauptform · so(was) in der Art  ugs. · sone Art  ugs. · sowas wie  ugs.
  • gemessen an · im Vergleich zu · im Verhältnis zu · in Relation zu · ↗neben · verglichen mit  ●  ↗dafür  ugs. · ↗dagegen  ugs.
  • bedingt · eingeschränkt · ↗relativ · ↗tendenziell · ↗vergleichsweise · ↗verhältnismäßig  ●  ↗eher  ugs.
  • in Maßen · ↗mäßig · nicht besonders · nicht sonderlich · nicht weiter
  • bis zu einem gewissen Grad(e) · ein Stück weit · in gewissem Maß(e) · in gewissem Rahmen · in gewissem Umfang · ↗teilweise · zum Teil  ●  in gewisser Hinsicht  Hauptform
Synonymgruppe
billig · ↗fair · ↗gerecht · ↗gerechtfertigt · recht · recht und billig
Assoziationen
Synonymgruppe
(jemandem) genehm · ↗(jemandem) passen · (jemandem) recht · ↗(jemandem) zusagen · gelegen kommen · ↗kommod · ↗passend  ●  ↗gefällig (sein)  geh. · ↗konvenieren  geh.
Assoziationen
  • (jemandem) gerade recht kommen · (jemandem) gut in den Kram passen
  • (jemandem) entgegenkommen · ↗(jemandem) zusagen · (jemandes) Erwartungen entsprechen · in jemandes Sinne liegen  ●  auf jemandes Linie liegen  fig. · (das) sein, was jemand (haben) will  ugs. · ↗(gut) passen  ugs.

Typische Verbindungen
computergeneriert

Arm Bein Ding Ecke Flügel Fuß Gewalt Hand Knie Licht Oberschenkel Rand Schulter Seite Sprunggelenk Szene Winkel behalten doch erst gerade immer link nicht nie noch passen schon so wissen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›recht‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Aber bei mir im Viertel wohnen so viele rechte Skins.
Goosen, Frank: Liegen lernen, Frankfurt am Main: Eichborn AG 2000, S. 279
Was den Stahl angeht, hat er da sicherlich recht gehabt.
Die Zeit, 05.09.1997, Nr. 37
Du hast recht, mit dem Fall zwei wollen wir uns mündlich unterhalten.
Brief von Irene G. an Ernst G. vom 13.11.1939, Feldpost-Archive mkb-fp-0270
Es sieht wirklich aus, als wolltest Du noch gar nicht so recht.
Brief von Ernst G. an Irene G. vom 21.10.1939, Feldpost-Archive mkb-fp-0270
Ich weiß, ich muß Dir schon recht geben, daß gerade hier nicht gespielt wird.
Brief von Ernst G. an Irene G. vom 20.09.1939, Feldpost-Archive mkb-fp-0270
Zitationshilfe
„recht“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/recht#2>, abgerufen am 13.11.2018.

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