rechts

GrammatikAdverb
Aussprache
Wortbildung mit ›rechts‹ als Erstglied: ↗Rechtsabbieger · ↗Rechtsausfall · ↗Rechtsausleger · ↗Rechtsdrehung · ↗Rechtsextremismus · ↗Rechtsextremist · ↗Rechtsfahrgebot · ↗Rechtsgalopp · ↗Rechtsgewinde · ↗Rechtshänder · ↗Rechtskurs · ↗Rechtskurve · ↗Rechtsopportunismus · ↗Rechtspartei · ↗Rechtspopulismus · ↗Rechtsradikalismus · ↗Rechtsterrorist · ↗Rechtsterroristin · ↗Rechtsverkehr2 · ↗Rechtswendung · ↗rechterseits · ↗rechtsextrem · ↗rechtsgängig · ↗rechtsherum · ↗rechtshändig · ↗rechtshängig · ↗rechtslastig · ↗rechtsliberal · ↗rechtsläufig · ↗rechtsopportunistisch · ↗rechtsorientiert · ↗rechtsseitig · ↗rechtsstehend · ↗rechtsum
 ·  mit ›rechts‹ als Letztglied: ↗halbrechts · ↗ultrarechts
eWDG, 1974

Bedeutungen

1.
auf der rechten Seite
Gegenwort zu links
Beispiele:
sie ging rechts von ihm
rechts der Elbe, von der Elbe
rechts (von) der Tür
rechts im Hintergrund kann man das Haus noch erkennen
rechts (= auf der rechten Straßenseite) gehen, fahren
die Straßenbahn rechts überholen
die Ortschaft, das Museum lassen wir rechts liegen (= wir gehen links daran vorbei)
nach der rechten Seite
Beispiele:
das Auto will rechts abbiegen, konnte (nach) rechts ausweichen
der Karte nach müssen wir uns mehr rechts halten
auf dieser Straße kommen wir zu weit rechts ab
rechts schwenkt, marsch!, Augen rechts! (= Kommando)
nach rechts gehen, schauen
von links nach rechts
die Nichteingeteilten schlossen mechanisch rechts auf [KirstNull-Acht Fünfzehn7]
übertragen
Beispiel:
Er blickte ... weder nach rechts noch nach links (= verfolgte unbeirrbar seinen Weg) [BrechtDreigroschenroman354]
die rechte Seite
Beispiele:
von rechts kommen
von rechts nach links laufen
rechts (= an die rechte Seite) heranfahren
umgangssprachlich ich wusste nicht mehr, was rechts und links ist (= war ganz verwirrt)
2.
Gegenwort zu link
Beispiele:
das Kleid kann man rechts, darf man nicht von rechts bügeln (= das Kleid kann man, darf man nicht auf der Oberseite, sichtbaren Seite bügeln)
den Pullover nach rechts drehen, wenden
3.
in der politischen Anschauung zur Rechten gehörend
Gegenwort zu links
Beispiele:
er steht mit seinen Anschauungen ganz, weit rechts
er ist rechts eingestellt
die Diktatur, der Radikalismus von rechts
4.
Handarbeit
Beispiele:
der Schal ist rechts (= mit rechten Maschen) gestrickt
die letzte Masche wird rechts gestrickt
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

recht · Rechte · rechts · aufrecht · aufrechterhalten · rechtfertigen · rechtgläubig · rechtschaffen · Rechtschreibung
recht Adj. ‘richtig, dem Recht, den Gesetzen entsprechend, gut’, vgl. auch rechte Seite (‘äußere, obere Seite’) von Stoffen, Wäschestücken, (nur attributiv der rechte, ein rechter) ‘auf der Seite befindlich, die beim Menschen der Herzseite gegenüberliegt’, politisch ‘zur Rechten gehörend’ (s. unten Rechte f.), ahd. reht ‘recht, gerecht, berechtigt, richtig, gerade, einfach, gut, wirklich, zutreffend, wahr’ (8. Jh.), mhd. reht ‘in gerader Linie, gerade, Sitte, Recht entsprechend, gerecht, gehörig, wahrhaft, wirklich, eigentlich’, asächs. reht ‘recht, gerecht, richtig, wahr, gut, gerade, eben’, mnd. recht ‘gerade, aufrecht, richtig, genau, passend, wahr, eigentlich, gesetzmäßig, rechtmäßig, gerecht, auf der der Herzseite gegenüberliegenden Seite befindlich’, mnl. nl. recht, afries. riucht, aengl. riht, engl. right, anord. rēttr, schwed. rätt, got. raíhts führen auf germ. *rehta- und wie awest. rāšta ‘gerade’, griech. orektós (ὀρεκτός) ‘ausgestreckt, erwünscht, ersehnt’ (zu orégein, ὀρέγειν ‘(die Hand) hinstrecken, darreichen, sich strecken, zu erreichen suchen’), lat. rēctus ‘gerade, richtig, recht, aufrecht, regelrecht, schlicht, einfach, rechtschaffen, tugendhaft, sittlich’ (zu lat. regere ‘geraderichten, lenken, leiten, herrschen’) als to-Partizipialbildungen und mit anord. rēttr ‘Recht, Rechtsanspruch’ (germ. *rehtu-), air. recht ‘Ordnung, Gesetz, Recht’ als tu-Stämmen auf eine Wurzel ie. *reg̑- ‘gerade, geraderichten, lenken, recken, strecken, aufrichten’, wozu auch aind. ṛ́jyati, ṛñjáti ‘streckt sich, eilt’, irajyáti ‘ordnet an, lenkt’, rā́ṭ ‘König’, lat. rēx ‘Lenker, König’, air. reg-, rig- ‘ausstrecken’, (Genitiv rīg) ‘König’ gehören; s. ferner ↗rank, ↗recken, ↗Rechen, ↗rechnen, ↗Reich, ↗richten. Die ursprüngliche Bedeutung ‘geradegerichtet’ ist erhalten in rechter Winkel, Reckteck, aufrecht, senkrecht, waagerecht. Die heute geläufige Verwendung als Gegenwort zu ↗link (s. d.) entwickelt sich in spätmhd. Zeit aus der Vorstellung des Gebrauchs der rechten Hand als geeignet, als richtig, gleichbed. ahd. zeso (8. Jh.), mhd. zese (flektiert ahd. zesawēr, mhd. zes(e)wer) ablösend. Vgl. dazu die übertragene Fügung rechte Hand ‘unentbehrlicher Helfer’ (17. Jh.), älter rechter Arm (16. Jh.), vgl. mhd. er was mīn zesewe hant. Rechte f. ‘rechte Hand, rechter Arm’ (16. Jh.), seit dem 19. Jh. auch ‘politische Gruppe, Strömung, Partei (in einem parlamentarischen Staat), die konservative Ziele verfolgt’, im Anschluß an frz. la droite ‘die Rechte’, nach der Sitzordnung im Parlament, wo seit der französischen Restaurationszeit die konservativen Parteien ihre Plätze vom Präsidenten aus gesehen rechts innehatten. rechts Adv. ‘auf der rechten Seite’ (16. Jh.), ‘politisch zur Rechten gehörend’ (19. Jh.), hervorgegangen aus dem Genitiv Sing. des Adjektivs; vgl. ahd. (9. Jh.), mhd. rehtes ‘in rechter Weise, richtig’. aufrecht Adj. ‘gerade, aufgerichtet, rechtschaffen, redlich, unbestechlich’, ahd. ūfreht ‘aufgerichtet’ von der Körperhaltung (um 1000), mhd. ūfreht ‘gerade aufwärts gerichtet, aufrecht, emporstrebend, schlank, ohne Falsch’; in der Bedeutung ‘redlich, offenherzig, unbestechlich’ seit dem 18. Jh. mit ↗aufrichtig (s. d.) konkurrierend; aufrechterhalten Vb. ‘bestehen lassen, an etw. festhalten’ (16. Jh.). rechtfertigen Vb. ‘die Berechtigung eines Tuns, Handelns nachweisen, erklären’, reflexiv ‘sich von einem Verdacht befreien, nachweisen, daß etw. berechtigt ist’, mhd. rehtvertegen, rehtvertigen ‘ausfertigen, übergeben, von einer Schuld befreien, vor Gericht vertreten, verteidigen, gerichtlich behandeln, bestrafen’, abgeleitet von mhd. rehtvertec, rehtvertic ‘gerecht, rechtmäßig, rechtschaffen, übereinstimmend mit’. rechtgläubig Adj. ‘strenggläubig, orthodox’, eigentlich ‘richtig gläubig’ (15. Jh.), Übersetzung von griech.-lat. orthodoxus (s. ↗orthodox). rechtschaffen Adj. ‘ehrlich, redlich, anständig, pflichtbewußt, groß, stark, sehr’ (16. Jh.), eigentlich ‘richtig, gut beschaffen’, älter auch rechtgeschaffen (16. Jh.). Rechtschreibung f. ‘Lehre von der richtigen Schreibung der Wörter, Orthographie’ (2. Hälfte 16. Jh.), Übersetzung von griech.-lat. orthographia (s. ↗Orthographie); vgl. ahd. rehtscrībāri ‘wer richtig schreibt’ (Hs. 12. Jh., für griech.-lat. orthographus).

Thesaurus

Anatomie
Synonymgruppe
auf der rechten Seite · rechte Seite · rechter Hand · ↗rechtsseitig · rechtsseits · ↗steuerbord · zur Rechten · zur rechten Hand  ●  rechts  Hauptform · zu ihrer Rechten  weibl. · zu seiner Rechten  männl. · das andere rechts  ugs., scherzhaft-ironisch · dexter  fachspr., lat.
Antonyme
  • rechts  Hauptform
Politik
Synonymgruppe
am Bestehenden festhalten(d) · am Bewährten festhalten(d) · in der Tradition (stehen) · rechts · ↗traditionsverbunden  ●  ↗konservativ  Hauptform
Oberbegriffe
Assoziationen
Antonyme

Typische Verbindungen
computergeneriert

abbiegen abbiegend abgehen abkommen abzweigen angesiedelt aufragen biegen blinken bogen einbiegen einordnen flankieren gerichtet heranfahren herumdrehen liegenlassen motiviert orientiert ragen ranfahren stehend stricken säumen vorbeifahren vorbeifliegen vorbeigehen vorbeischieben vorbeiziehen überholen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›rechts‹.

Zitationshilfe
„rechts“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/rechts>, abgerufen am 18.10.2019.

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