recken

GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennungre-cken (computergeneriert)
Wortbildung mit ›recken‹ als Letztglied: ↗aufrecken · ↗ausrecken · ↗emporrecken · ↗entgegenrecken · ↗herausrecken · ↗hervorrecken · ↗hinausrecken · ↗hinrecken · ↗hochrecken
 ·  mit ›recken‹ als Grundform: ↗verrecken
eWDG, 1974

Bedeutung

etw., sich strecken, dehnen
a)
umgangssprachlich einen Körperteil von sich strecken
Beispiele:
er reckte und dehnte die Glieder
die Arme, eine Hand in die Höhe recken
die Zuschauer mussten die Hälse recken, um etw. zu sehen
die Fäuste gegen jmdn. recken (= erheben)
alle lauschten, die Köpfe nach vorn gereckt
er reckte den Kopf aus dem Wagen
sie reckte das Heft hoch (= hielt es mit ausgestreckter Hand nach oben)
die Hand nach etw. recken (= ausstrecken)
sich recken
Beispiele:
er reckte und streckte, reckte und dehnte sich (= streckte, dehnte seine Glieder)
ich muss mich tüchtig recken (= auf die Zehenspitzen stellen und hochstrecken), um den Ast zu erreichen
Vor hundert Jahren / Reckte sich zum erstenmal ... / Die Faust des deutschen Arbeiters (= erhoben sich zum erstenmal die deutschen Arbeiter) [WeinertRufe317]
b)
fachsprachlich etw. durch Ziehen, mit Gewalt strecken, dehnen
Beispiele:
einen Werkstoff in kaltem, erwärmtem Zustand recken
Leder recken (= durch Dehnen geschmeidig machen)
Eisen recken (= durch Hämmern, Walzen, Schmieden strecken, längen)
In einem Wasserstoffofen werden ... die Gitter saubergeglüht und danach auf Maß gereckt [Wissenschaft und Fortschritt1953]
Durch vorsichtiges Recken in Länge und Breite erhalten wir die abgemessene Größe [der Gardinen] [Kultur im Heim1965]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

recken Vb. ‘strecken, aufrichten, dehnen’. Ahd. recken ‘ausstrecken, hervorbringen, verursachen, erklären, darlegen’ (8. Jh.), mhd. recken, rechen ‘erheben, ausstrecken, hervorbringen, verursachen, erklären, erzählen’, nhd. recken (nur in verengter Bedeutung) ‘strecken, ausstrecken, dehnen’, asächs. rekkian ‘auseinandersetzen, darlegen, erklären’, mnd. mnl. recken ‘sich erstrecken, dehnen, darlegen, erzählen’, nl. rekken, aengl. reccan ‘ausstrecken, dehnen, erklären, erzählen’, anord. rekja ‘recken, ausbreiten, erklären’, schwed. räcka ‘reichen, erlangen, genügen’, got. ufrakjan ‘ausstrecken’ (germ. *rakjan), verwandt mit dem unter ↗Rechen (s. d.) genannten starken Verb und zur dort angeführten Wurzel ie. *reg̑- ‘gerade, geraderichten, lenken, strecken, aufrichten’ gehörig.

Thesaurus

Synonymgruppe
ausstrecken · ↗dehnen · recken · ↗rekeln · ↗strecken

Typische Verbindungen
computergeneriert

Abendhimmel Arm Arme Daumen Faust Finger Hals Haupt Himmel Hitlergruß Höhe Kinn Luft Mittelfinger Nachthimmel Trophäe Zeigefinger aufrecken ausrecken dehnen empor emporrecken entgegenrecken hochrecken jubelnd neugierig oben strecken triumphierend vorrecken

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›recken‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Ein wilder irakischer Mob reckt jubelnd die Hände in die Höhe.
Bild, 01.04.2004
Den haben sie angestrahlt, und seine nackten Äste recken sich goldrot ins Nichts.
Der Tagesspiegel, 19.01.2002
Die Erde hatte fast ausgeschlafen und begann, sich zu recken.
Hilsenrath, Edgar: Der Nazi & der Friseur, Köln: Literar. Verl. Braun 1977, S. 139
Jetzt, hier reckt sich das fremde Leben, das ich erst schuf, blitzschnell gegen mich.
Rubiner, Ludwig: Fjodor Sollogub. In: Deutsche Literatur von Lessing bis Kafka, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1909], S. 8648
Zitationshilfe
„recken“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/recken>, abgerufen am 22.02.2019.

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