Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

rednerisch

Grammatik Adjektiv
Aussprache 
Worttrennung red-ne-risch
Wortzerlegung Redner -isch
eWDG

Bedeutung

die Redekunst betreffend, rhetorisch
Beispiele:
eine rednerische Begabung, Leistung
rednerische Fähigkeiten
sein rednerisches Gehaben [ FedererBerge555]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Rede · reden · Redner · rednerisch · beredt · beredsam · Beredsamkeit · redselig · Redensart
Rede f. ‘Äußerung, sinnvolle Wortfolge, Ansprache, Vortrag’, ahd. reda (8. Jh.), redī (9. Jh.), mhd. rede ‘Rechenschaft, Vernunft, Verstand, Sprache, Gespräch, Erzählung’, asächs. reðia ‘Rechenschaft’, mnd. mnl. rēde, nl. rede ‘Verstand, Bewußtsein, Rechenschaft, Argument, Rede’, afries. retha, got. raþjō ‘Abrechnung, Zahl, Rechenschaft’ (mit dazu gebildetem garaþjan ‘zählen’) führen auf germ. *raþjōn und sind wie lat. ratio (Genitiv ratiōnis) ‘Rechnung, Rechenschaft’ Ableitungen mit dem Suffix ie. -i̯ō(n) von mit Dental erweitertem ie. *rē-; dazu auch gerade1, das zweite Kompositionsglied von hundert, raten (s. d.) sowie lat. rērī (ratus sum) ‘bei sich bestimmen, glauben, meinen’ und möglicherweise lit. ríeti ‘(Holz) schichten’. Es handelt sich dabei um eine Form der Wurzel ie. *ar(ə)- ‘zusammenfügen, passen’ (s. Arm). In fester Wendung gebundene Rede ‘Poesie’, eine Prägung der Sprachgesellschaften (17. Jh.). Vom Substantiv abgeleitet reden Vb. ‘sprechen, sich sinnvoll äußern, sagen’, ahd. redōn (9. Jh.), mhd. reden, asächs. reðion, mnd. rēden, redden; mnl. reden, afries. rethia (germ. *raþjan) und (ohne Nachfolge im Nhd.) ahd. redinōn (9. Jh.), mhd. redenen, asächs. reðinon. Redner m. ‘wer eine Rede hält, Vortragender’, ahd. redināri (um 1000), mhd. redenære, Nomen agentis zum Verb ahd. redinōn. rednerisch Adj. ‘in der Art eines guten Redners’ (17. Jh.). beredt Part.adj. ‘redegewandt, gesprächig’ (15. Jh.), verkürzt aus mhd. beredet sīn ‘mit Rede begabt sein, zu sagen wissen’, zu mhd. bereden ‘wovon reden, etw. mündlich festsetzen, durch mündliche Rede gütlich beilegen’, rechtssprachlich ‘beweisen, dartun, überführen, vor Gericht verteidigen’; vgl. ahd. biredinōn ‘überführen, überreden’ (9. Jh.). beredsam Adj. ‘redegewandt’ (17. Jh.); Beredsamkeit f. ‘Redegewandtheit, Redegabe’ (16. Jh.). redselig Adj. ‘geschwätzig’ (15. Jh.). Redensart f. ‘geläufige, feststehende sprachliche Wendung’, Übersetzung (Anfang 17. Jh.) von gleichbed. frz. manière de parler (jünger façon de parler).

Typische Verbindungen zu ›rednerisch‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›rednerisch‹.

Verwendungsbeispiele für ›rednerisch‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Da kriegen in Bonn drei Personen des öffentlichen Lebens einen Preis für herausragende rednerische Leistungen. [Süddeutsche Zeitung, 12.06.1996]
Was damals eine rednerische Übertreibung war, ist heute beinahe buchstäblich wahr. [Die Zeit, 22.09.1949, Nr. 38]
Der Phase der rednerischen Einübung muß jetzt das staatsmännische Bohren von wirklichen Brettern folgen. [Die Zeit, 03.06.1977, Nr. 23]
Es rächt sich eben, wenn niemand mehr in der Lage ist, dem Bundespräsidenten an diesem Tag die rednerische Priorität zu sichern. [Süddeutsche Zeitung, 22.07.1994]
Ein allgemeines herzliches Lachen belohnte diese rednerische Leistung und zeigte, daß man für diesmal nicht geneigt war, die Sache allzu tragisch zu nehmen. [Deussen, Paul: Mein Leben. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1922], S. 30110]
Zitationshilfe
„rednerisch“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/rednerisch>.

Weitere Informationen …

alphabetisch vorangehend alphabetisch nachfolgend
redlich
redivivus
rediskontieren
redimieren
redimensionieren
redressieren
redselig
redublieren
reduktionistisch
reduktiv