redselig

GrammatikAdjektiv
Aussprache
Worttrennungred-se-lig (computergeneriert)
Wortbildung mit ›redselig‹ als Erstglied: ↗Redseligkeit
eWDG, 1974

Bedeutung

gern und viel redend, geschwätzig
Beispiele:
ein redseliger alter Mann
sie war äußerst redselig, wurde immer redseliger
ein redseliger (= weitschweifiger, wortreicher) Brief, Bericht
redselig erzählte er von seinen Erlebnissen
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Rede · reden · Redner · rednerisch · beredt · beredsam · Beredsamkeit · redselig · Redensart
Rede f. ‘Äußerung, sinnvolle Wortfolge, Ansprache, Vortrag’, ahd. reda (8. Jh.), redī (9. Jh.), mhd. rede ‘Rechenschaft, Vernunft, Verstand, Sprache, Gespräch, Erzählung’, asächs. reðia ‘Rechenschaft’, mnd. mnl. rēde, nl. rede ‘Verstand, Bewußtsein, Rechenschaft, Argument, Rede’, afries. retha, got. raþjō ‘Abrechnung, Zahl, Rechenschaft’ (mit dazu gebildetem garaþjan ‘zählen’) führen auf germ. *raþjōn und sind wie lat. ratio (Genitiv ratiōnis) ‘Rechnung, Rechenschaft’ Ableitungen mit dem Suffix ie. -i̯ō(n) von mit Dental erweitertem ie. *rē-; dazu auch ↗gerade, das zweite Kompositionsglied von ↗hundert, ↗raten (s. d.) sowie lat. rērī (ratus sum) ‘bei sich bestimmen, glauben, meinen’ und möglicherweise lit. ríeti ‘(Holz) schichten’. Es handelt sich dabei um eine Form der Wurzel ie. *ar(ə)- ‘zusammenfügen, passen’ (s. ↗Arm). In fester Wendung gebundene Rede ‘Poesie’, eine Prägung der Sprachgesellschaften (17. Jh.). Vom Substantiv abgeleitet reden Vb. ‘sprechen, sich sinnvoll äußern, sagen’, ahd. redōn (9. Jh.), mhd. reden, asächs. reðion, mnd. rēden, redden; mnl. reden, afries. rethia (germ. *raþjan) und (ohne Nachfolge im Nhd.) ahd. redinōn (9. Jh.), mhd. redenen, asächs. reðinon. Redner m. ‘wer eine Rede hält, Vortragender’, ahd. redināri (um 1000), mhd. redenære, Nomen agentis zum Verb ahd. redinōn. rednerisch Adj. ‘in der Art eines guten Redners’ (17. Jh.). beredt Part.adj. ‘redegewandt, gesprächig’ (15. Jh.), verkürzt aus mhd. beredet sīn ‘mit Rede begabt sein, zu sagen wissen’, zu mhd. bereden ‘wovon reden, etw. mündlich festsetzen, durch mündliche Rede gütlich beilegen’, rechtssprachlich ‘beweisen, dartun, überführen, vor Gericht verteidigen’; vgl. ahd. biredinōn ‘überführen, überreden’ (9. Jh.). beredsam Adj. ‘redegewandt’ (17. Jh.); Beredsamkeit f. ‘Redegewandtheit, Redegabe’ (16. Jh.). redselig Adj. ‘geschwätzig’ (15. Jh.). Redensart f. ‘geläufige, feststehende sprachliche Wendung’, Übersetzung (Anfang 17. Jh.) von gleichbed. frz. manière de parler (jünger façon de parler).

Thesaurus

Synonymgruppe
geschwätzig · ↗gesprächig · ↗klatschhaft · ↗klatschsüchtig · kommunikationsfreudig · ↗mitteilsam · redselig · ↗schwatzhaft  ●  affabel  geh., veraltet · in Plauderstimmung  ugs.
Assoziationen
Antonyme
  • redselig

Typische Verbindungen
computergeneriert

Figur ansonsten besonders durchaus eben freundlich geradezu nie sehr sonst wenig ziemlich äußerst überaus

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›redselig‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Während der ersten zwei Phasen sind die Männer redselig, da wird politisiert.
Die Zeit, 07.02.2011, Nr. 06
Ich nahm die redselige Frau mit zum Wagen zurück, und wir fuhren auf die Suche.
Klemperer, Victor: [Tagebuch] 1936. In: ders., Ich will Zeugnis ablegen bis zum letzten, Berlin: Aufbau-Taschenbuch-Verl. 1999 [1936], S. 124
Trainer Neururer ist, nun ja, sagen wir es höflich, sehr, sehr redselig.
Der Tagesspiegel, 08.05.2005
Mein Vater war ein redseliger Mensch, aber er machte keine Worte.
Harig, Ludwig: Ordnung ist das ganze Leben, München u. a.: Hanser 1987 [1986], S. 147
Niemals früher hätte er so redselig über seine Lage, seine Pläne, seine »Aufgabe« gesprochen.
Feuchtwanger, Lion: Die Geschwister Oppermann, Berlin: Aufbau-Taschenbuch-Verl. 2001 [1933], S. 307
Zitationshilfe
„redselig“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/redselig>, abgerufen am 21.08.2018.

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