regen

GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennungre-gen (computergeneriert)
Wortbildung mit ›regen‹ als Erstglied: ↗regsam  ·  mit ›regen‹ als Letztglied: ↗abregen · ↗anregen · ↗aufregen
eWDG, 1974

Bedeutung

ein Glied des Körpers bewegen, rühren
Beispiele:
Arme und Beine, die Hände regen
sie konnte kein Glied, vor Kälte kaum noch die Finger regen
der Vogel begann seine Flügel zu regen
gehoben Wo ein Tritt tausend Fäden regt [GoetheFaustI 1924]
bildlich
Beispiele:
die Bäume regten im Wind ihre Zweige
gehoben sie regten fleißig die Hände (= arbeiteten fleißig)
gehoben für ihn werden sie keine Hand, keinen Finger mehr regen (= nichts mehr tun)
sich regensich (ein wenig) bewegen, in Bewegung geraten
Beispiele:
der Kranke regt sich kaum, konnte sich nicht regen
sie saß und regte sich nicht
umgangssprachlich er rührt und regt sich nicht
er erwachte und begann sich zu regen
kein Muskel regt sich in seinem Gesicht
ihre Finger regten sich
nichts regte sich
gehoben kein Blatt regt sich
gehoben ein leichter Wind, kein Lüftchen hatte sich geregt
gehoben es regten sich die ersten Geräusche des Tages
gehoben ein heimliches Regen zieht durch das ganze Gärtchen [O. LudwigHimmel u. Erde1,383]
umgangssprachlich, bildlich
Beispiele:
er regt sich tüchtig (= ist tätig, fleißig)
reg dich ein wenig! (= sei nicht untätig!)
sie hat sich seit Wochen nicht geregt (= nicht bemerkbar gemacht)
übertragen spürbar werden, entstehen
Beispiele:
Hoffnung, Furcht, Neid, das Gewissen, die Neugier, ihr mitleidiges Herz regte sich
der Widerspruch, ein Gedanke, Wunsch, Zweifel hatte sich in mir geregt
neue Kräfte regen sich
Zunächst ... regte sich Unruhe im Saal [NollHolt2,110]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

regen · rege · regsam · aufregen · erregen
regen Vb. ‘eine leichte Bewegung machen’, reflexiv ‘sich leicht bewegen, sich rühren, tätig sein, spürbar werden’, mhd. regen ‘in Bewegung setzen, aufrichten, erregen, erwecken’, reflexiv ‘sich leicht bewegen’ ist das Kausativum (eigentlich ‘ragen machen’) zu einem starken, im Nhd. untergegangenen Verb mhd. regen ‘emporragen, sich erheben, steif, gestreckt sein, starren’. Als verwandt kann man (auf Grund der Lautverhältnisse) wohl ↗Rahe, ↗Ruck, ↗rücken und vielleicht auch ↗Reck (s. d.) ansehen. Außergerm. Anknüpfungen fehlen. Lit. réklēs (Plur.) ‘Stangengerüst’, das man zur Rekonstruktion einer Wurzel ie. *rek- ‘emporragen, Stange’ heranzieht, ist falsche Schreibung für das in einen anderen etymologischen Zusammenhang gehörende lit. ríekles (vgl. Fraenkel 2, 729). rege Adj. ‘munter, lebhaft, rüstig, betriebsam’, Ableitung (Anfang 16. Jh.) vom Verb; zunächst nur prädikativ, attributiver Gebrauch seit dem 18. Jh. regsam Adj. ‘rührig, beweglich’ (18. Jh.). aufregen Vb. ‘in Erregung versetzen’, reflexiv ‘in Erregung geraten’, mhd. ūfregen. erregen Vb. ‘unruhig machen, reizen, hervorrufen, bewirken’, mhd. erregen.

Thesaurus

Synonymgruppe
(auf)keimen · ↗(langsam) entstehen · (sich) regen
Oberbegriffe
Synonymgruppe
(sich) bewegen · ↗(sich) rühren · (sich) rühren und regen  ●  (sich) regen  geh. · ↗(sich) rippeln  ugs., niederdeutsch
Assoziationen

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Plötzlich herrsche nicht nur auf ehemals fast unberührten Flecken reger Betrieb.
Der Tagesspiegel, 11.01.1999
Ich will Ihnen dabei helfen, und inzwischen haben wir durch unsere Initiative einen regen Austausch von Künstlern.
Süddeutsche Zeitung, 16.08.1996
Rund 40 Tage später beginnt der Sand sich zu regen.
Bücherl, Wolfgang: Das Haus der Gifte, Stuttgart: Franckh'sche Verlagshandlung 1963, S. 82
Es war auf alle Fälle am besten, wir blieben hier still verborgen, ohne uns zu regen.
May, Karl: Winnetou IV, Berlin: Neues Leben 1993 [1910], S. 248
Vor allem aber umschlingt ein reger Verkehr die ganze griechische Welt.
Meyer, Eduard: Geschichte des Altertums, Bd. III. In: Geschichte des Altertums, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1901], S. 10782
Zitationshilfe
„regen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/regen>, abgerufen am 16.09.2019.

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