Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

regnen

Grammatik Verb · regnet, regnete, hat/ist geregnet
Aussprache 
Worttrennung reg-nen
Wortbildung  mit ›regnen‹ als Letztglied: abregnen · ausregnen · beregnen · durchregnen · einregnen · herabregnen · hereinregnen · herunterregnen · hineinregnen · niederregnen · verregnen
eWDG

Bedeutungen

1.
es regnetRegen fällt
Grammatik: mit Hilfsverb ‘hat’
Beispiele:
es regnet draußen, an die Fenster, aufs Dach
es regnete fein, leise, ein wenig, sehr, heftig, stark, schwer, in Strömen, in großen Tropfen, ausgiebig, anhaltend, unaufhörlich, ununterbrochen, schon tagelang
saloppes regnete wie mit Kübeln, Kannen
es fängt an, hört auf zu regnen
im Urlaub hat es viel geregnet
es regnet etw.
Beispiele:
es regnet große Tropfen (= in großen Tropfen)
auf die Pfützen regnete es Blasen
saloppes regnet Bindfäden (= es fällt starker Regen)
berlinisch, saloppes regnet Strippen, Schusterjungen (= es fällt starker Regen)
selten der Regen regnet
Beispiel:
Denn der Regen, der regnet jeglichen Tag [ NicolaiDie lustigen WeiberII 3]
2.
umgangssprachlich, übertragen es regnet etw.etw. fällt dicht und in großer Menge herab
Grammatik: mit Hilfsverb ‘hat’
Beispiele:
es regnet Feuer, Pech und Schwefel, Steine, Dachziegel, Bomben
aus allen Fenstern regnete es Blumen
es hat Schläge, Ohrfeigen, Prügel geregnet
etw. regnet
Grammatik: mit Hilfsverb ‘ist’
Beispiele:
Konfetti regnete auf den Karnevalszug
Blüten sind vom Baum geregnet
es regnet etw.etw. folgt dicht und in großer Menge aufeinander, hintereinander
Grammatik: mit Hilfsverb ‘hat’
Beispiele:
es regnete Anfragen, Beschwerden, Briefe, Anrufe, Verbote, Vorwürfe, Beschimpfungen
es hatte von allen Seiten Aufträge, Bestellungen geregnet
etw. regnet
Grammatik: mit Hilfsverb ‘ist’
Beispiel:
Schimpfworte, Spötteleien, Glückwünsche regneten auf ihn, sind auf ihn geregnet
Dieses Wort ist Teil des Wortschatzes für das Goethe-Zertifikat A1.
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Regen · regnen · regnerisch · Regenbogen · Regenpfeifer · Regenwurm · Regenschirm
Regen m. ‘atmosphärischer Niederschlag in Tropfen’, ahd. regan (8. Jh.), mhd. regen, asächs. regan, regin, mnd. rēgen, mnl. rēghen, rein, reen, nl. regen, afries. rein, aengl. regn, engl. rain, anord. schwed. regn, got. rign, germ. *regna-, *regnō-. Herkunft unbekannt. Ein nur auf das Germ. beschränktes Wort? – Vom Substantiv abgeleitet regnen Vb. ‘als Regen fallen, Regen geben’, ahd. reganōn (8. Jh.), mhd. regenen, mnd. mnl. rēgenen, nl. regenen, aengl. regnian, engl. to rain, anord. schwed. regna sowie anord. rigna, got. rignjan. regnerisch Adj. (17. Jh.), frühnhd. regnicht, regnig, mhd. regenic. Regenbogen m. ahd. reganbogo (10. Jh.), mhd. regenboge, mnd. rēgen(s)bōge, mnl. rēghenbōghe, nl. regenboog, aengl. rēnboga, engl. rainbow, anord. regnbogi, schwed. regnbåge. Regenpfeifer m. Vogel, der seinen Ruf besonders bei (bevorstehendem) Regen hören lassen soll (18. Jh.). Regenwurm m. ahd. reganwurm (um 900), mhd. regenwurm, aengl. rengwyrm; so benannt, weil dieser Wurm nach Regenfall das Erdreich verläßt und auf dem Erdboden anzutreffen ist. Regenschirm m. (Anfang 18. Jh.) für (auch ins Dt. entlehntes) frz. parapluie, gebildet analog älterem Sonnenschirm (16. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
(heftig) regnen (es) · Starkregen · in Strömen regnen (es)  ●  Bindfäden regnen (es)  ugs. · gießen (es)  ugs. · ordentlich was runterkommen (es)  ugs. · pladdern (es)  ugs., norddeutsch · plästern (es)  ugs., ruhrdt. · schiffen (es)  ugs. · schütten (es)  ugs. · wie aus Eimern gießen (es)  ugs. · wie aus Eimern schütten (es)  ugs. · wie aus Kübeln gießen (es)  ugs. · wie aus Kübeln schütten (es)  ugs.
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›regnen‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›regnen‹.

Verwendungsbeispiele für ›regnen‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Seit dem Morgen hatte es geregnet, die Straßen waren glitschig. [Der Tagesspiegel, 08.02.2004]
Es regnete in Strömen, kein Mensch war zu hören, noch zu sehen. [Braun, Lily: Memoiren einer Sozialistin. In: Lehmstedt, Mark (Hg.) Deutsche Literatur von Frauen, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1909], S. 5010]
Als wir nächsten Morgen wieder auf der Burg erschienen, regnete es Spöttereien. [Bebel, August: Aus meinem Leben. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1910], S. 7994]
An diesem Tage hat man mich an den Füßen aufgehängt und Hiebe regneten auf meinen ganzen Körper. [o. A.: Dreiundvierzigster Tag. Freitag, den 25. Januar 1946. In: Der Nürnberger Prozeß, Berlin: Directmedia Publ. 1999 [1946], S. 21094]
Seit wir in dem letzten Parteikampf so energisch die Rechte der Minderheit vertreten hatten, regnete es Angriffe auf das »parteischädigende Treiben der Neuen Gesellschaft«. [Braun, Lily: Memoiren einer Sozialistin. In: Lehmstedt, Mark (Hg.) Deutsche Literatur von Frauen, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1911], S. 1979]
Zitationshilfe
„regnen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/regnen>.

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