regnen

GrammatikVerb · regnete, hat/ist geregnet
Aussprache
Worttrennungreg-nen
Wortbildung mit ›regnen‹ als Letztglied: ↗abregnen · ↗ausregnen · ↗durchregnen · ↗einregnen · ↗herabregnen · ↗hereinregnen · ↗herunterregnen · ↗hineinregnen · ↗niederregnen
 ·  mit ›regnen‹ als Grundform: ↗beregnen · ↗verregnen
eWDG, 1974

Bedeutungen

1.
mit Hilfsverb ›hat‹
es regnetRegen fällt
Beispiele:
es regnet draußen, an die Fenster, aufs Dach
es regnete fein, leise, ein wenig, sehr, heftig, stark, schwer, in Strömen, in großen Tropfen, ausgiebig, anhaltend, unaufhörlich, ununterbrochen, schon tagelang
salopp es regnete wie mit Kübeln, Kannen
es fängt an, hört auf zu regnen
im Urlaub hat es viel geregnet
es regnet etw.
Beispiele:
es regnet große Tropfen (= in großen Tropfen)
auf die Pfützen regnete es Blasen
salopp es regnet Bindfäden (= es fällt starker Regen)
berlinisch, salopp es regnet Strippen, Schusterjungen (= es fällt starker Regen)
selten der Regen regnet
Beispiel:
Denn der Regen, der regnet jeglichen Tag [NicolaiDie lustigen WeiberII 3]
2.
mit Hilfsverb ›hat‹
umgangssprachlich, übertragen es regnet etw.etw. fällt dicht und in großer Menge herab
Beispiele:
es regnet Feuer, Pech und Schwefel, Steine, Dachziegel, Bomben
aus allen Fenstern regnete es Blumen
es hat Schläge, Ohrfeigen, Prügel geregnet
mit Hilfsverb ›ist‹
etw. regnet
Beispiele:
Konfetti regnete auf den Karnevalszug
Blüten sind vom Baum geregnet
mit Hilfsverb ›hat‹
es regnet etw.etw. folgt dicht und in großer Menge aufeinander, hintereinander
Beispiele:
es regnete Anfragen, Beschwerden, Briefe, Anrufe, Verbote, Vorwürfe, Beschimpfungen
es hatte von allen Seiten Aufträge, Bestellungen geregnet
mit Hilfsverb ›ist‹
etw. regnet
Beispiel:
Schimpfworte, Spötteleien, Glückwünsche regneten auf ihn, sind auf ihn geregnet
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Regen · regnen · regnerisch · Regenbogen · Regenpfeifer · Regenwurm · Regenschirm
Regen m. ‘atmosphärischer Niederschlag in Tropfen’, ahd. regan (8. Jh.), mhd. regen, asächs. regan, regin, mnd. rēgen, mnl. rēghen, rein, reen, nl. regen, afries. rein, aengl. regn, engl. rain, anord. schwed. regn, got. rign, germ. *regna-, *regnō-. Herkunft unbekannt. Ein nur auf das Germ. beschränktes Wort? Vom Substantiv abgeleitet regnen Vb. ‘als Regen fallen, Regen geben’, ahd. reganōn (8. Jh.), mhd. regenen, mnd. mnl. rēgenen, nl. regenen, aengl. regnian, engl. to rain, anord. schwed. regna sowie anord. rigna, got. rignjan. regnerisch Adj. (17. Jh.), frühnhd. regnicht, regnig, mhd. regenic. Regenbogen m. ahd. reganbogo (10. Jh.), mhd. regenboge, mnd. rēgen(s)bōge, mnl. rēghenbōghe, nl. regenboog, aengl. rēnboga, engl. rainbow, anord. regnbogi, schwed. regnbåge. Regenpfeifer m. Vogel, der seinen Ruf besonders bei (bevorstehendem) Regen hören lassen soll (18. Jh.). Regenwurm m. ahd. reganwurm (um 900), mhd. regenwurm, aengl. rengwyrm; so benannt, weil dieser Wurm nach Regenfall das Erdreich verläßt und auf dem Erdboden anzutreffen ist. Regenschirm m. (Anfang 18. Jh.) für (auch ins Dt. entlehntes) frz. parapluie, gebildet analog älterem Sonnenschirm (16. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
(heftig) regnen (es) · in Strömen regnen (es)  ●  Bindfäden regnen (es)  ugs. · ↗gießen (es)  ugs. · ordentlich was runterkommen (es)  ugs. · ↗pladdern (es)  ugs., norddeutsch · plästern (es)  ugs., ruhrdt. · ↗schiffen (es)  ugs. · ↗schütten (es)  ugs. · wie aus Eimern gießen (es)  ugs. · wie aus Eimern schütten (es)  ugs. · wie aus Kübeln gießen (es)  ugs. · wie aus Kübeln schütten (es)  ugs.
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Alpenrand Bindfaden Dach Himmel Konfetti Rose Strom Südosten Unterlaß abregnen ausregnen draußen durchregnen ergiebig es heftig herabregnen hereinregnen herunterregnen hineinregnen niederregnen nieseln regnen reinregnen schneien stürmen unaufhörlich ununterbrochen vereinzelt zeitweise

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›regnen‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Seit dem Morgen hatte es geregnet, die Straßen waren glitschig.
Der Tagesspiegel, 08.02.2004
Es regnete in Strömen, kein Mensch war zu hören, noch zu sehen.
Braun, Lily: Memoiren einer Sozialistin. In: Lehmstedt, Mark (Hg.) Deutsche Literatur von Frauen, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1909], S. 5010
Als wir nächsten Morgen wieder auf der Burg erschienen, regnete es Spöttereien.
Bebel, August: Aus meinem Leben. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1910], S. 7994
An diesem Tage hat man mich an den Füßen aufgehängt und Hiebe regneten auf meinen ganzen Körper.
o. A.: Dreiundvierzigster Tag. Freitag, den 25. Januar 1946. In: Der Nürnberger Prozeß, Berlin: Directmedia Publ. 1999 [1946], S. 21094
Seit wir in dem letzten Parteikampf so energisch die Rechte der Minderheit vertreten hatten, regnete es Angriffe auf das »parteischädigende Treiben der Neuen Gesellschaft«.
Braun, Lily: Memoiren einer Sozialistin. In: Lehmstedt, Mark (Hg.) Deutsche Literatur von Frauen, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1911], S. 1979
Es regnete gute Noten!
Vossische Zeitung (Morgen-Ausgabe), 03.04.1928
Zitationshilfe
„regnen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/regnen>, abgerufen am 20.09.2019.

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