reihen

GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennungrei-hen
Wortbildung mit ›reihen‹ als Erstglied: ↗Reihung  ·  mit ›reihen‹ als Letztglied: ↗aneinanderreihen · ↗anreihen1 · ↗aufreihen · ↗einreihen1
eWDG, 1974

Bedeutungen

1.
etw. auf, an, um etw. reihenetw. zu einer Reihe aneinanderfügen, ordnen
Beispiele:
Perlen auf eine Schnur reihen
um den Tisch gereiht standen Stühle
er reihte Zahl an Zahl
Anna hatte eine mächtige Wanne voll grüner Bohnen der Schwänzchen zu entledigen und an lange Fäden zu reihen [G. KellerGr. Heinrich4,210]
Um die Piazza sind Kaufhäuser, Cafés und Speisehäuser gereiht [G. Hauptm.4,498]
die den Namen des bisher Unbekannten mit einem Schlage zu denen reihte (= in die Reihe derjenigen aufnahm), die das Höchste versprechen [A. ZweigClaudia47]
2.
sich an etw. reihenmit etw. eine Reihe, Reihenfolge bilden, sich an etw. anschließen
Beispiele:
ein Haus reiht sich an das andere
ein Tag reihte sich an den andern
Erfolg reihte sich an Erfolg
Gedanke reiht sich an Gedanke
Ach, auf das mutige Roß mich zu schwingen, / An den fröhlichen Zug mich zu reihn! [SchillerStuartIII 1]
An diesen einfachen und unscheinbaren Gedankengang reihen sich von selbst alle weiteren Folgen und Untersuchungen [G. KellerGr. Heinrich4,654]
sich um jmdn. reihensich um jmdn. scharen
Beispiel:
Etwa, weil einige betrogene Individuen und andere, die sich nicht betrügen ließen, sich um ihn reihten [BüchnerDantonII]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Reihe · reihen · Reihenfolge
Reihe f. ‘mehrere Personen oder Sachen in geregeltem Neben- oder Hintereinander, geordnete räumliche oder zeitliche Folge, Serie’, auch ‘unbestimmte größere Anzahl’, mhd. rīhe ‘Reihe, Linie, schmaler Gang, Rinne’, mnl. rīe ‘Reihe, Linie, Latte, Planke, Meßlatte’, nl. rij ‘Reihe, Folge, Meßlatte’; daneben stehen mit grammatischem Wechsel und zum Teil mit Ablaut ahd. rīga ‘Linie, Kreisbogen’ (um 1000), mhd. rige ‘Linie, Reihe, Wassergraben, gefältelter Kleidersaum’, mnd. rēge, rīge ‘Reihe, geordnete Folge, Zeile, Häuserreihe’, mnl. rīghe, nl. (bis ins 18. Jh.) rijg(e) ‘Reihe, Zeile, Planke, Latte’ (s. ↗Riege), auch (nur ablautend) anord. rā- (in rāmerki ‘Grenzlinie, Ackergrenze’) sowie der germ. wō-Stamm aengl. rǣw, rāw, engl. row ‘Reihe’. Das zu dem in ahd. rīhan, mhd. rīhen (s. unten) vorliegenden starken Verb gehörende Substantiv hat außergerm. Verwandte vielleicht in aind. rikháti ‘ritzt’, rēkhā́ ‘Streifen, Linie, Ritzung’, griech. eré͞ikein (ἐρείκειν) ‘zerbrechen, zerreißen, zermalmen, durchbohren, bersten’, kymr. rhwygo ‘zerreißen’, lit. riẽkti ‘(Brot) schneiden, (die Brache) pflügen, (den Boden) aufreißen’ und kann (obwohl unter semantischen Schwierigkeiten) mit diesen an ie. *reik(h)-, eine Erweiterung der Wurzel ie. *rei- ‘ritzen, reißen, schneiden’ (s. auch ↗reif, ↗Reif), angeschlossen werden. reihen Vb. ‘zu einer Reihe ordnen, aneinanderfügen, auffädeln, Stoff auf einem durchgezogenen Faden zu Fältchen zusammenschieben’, ahd. rīhan (aus germ. *reihan) in (wenn hierherzustellen) inrīhan ‘einreihen’, mhd. rīhen ‘auf einen Faden ziehen, reihenweise anheften, fälteln, durchstechen’, mnd. rīgen ‘reihen, auffädeln, mit Schnur, Besatz versehen’, mnl. rīen, rīghen, nl. rijgen ‘auffädeln, durchstechen, schnüren, heften’ ist zunächst ein starkes Verb, am ehesten wohl mit einer Ausgangsbedeutung ‘durchstechen’, dann ‘nach Durchlöcherung auf einen Stab, eine Schnur ziehen’. Im Mnd. und Mnl. treten auch schwach flektierte Formen auf, und im Nhd. setzt sich schwache Flexion durch, vielleicht weil das Verb als denominative Ableitung empfunden wird. In der alten, vorwiegend in mundartnaher Sprache bewahrten Bedeutung ‘auf einen Faden ziehen, heften, fälteln’ sind allerdings bis in die Gegenwart auch starke Präteritalformen gebräuchlich. Vom oben genannten Verb zu trennen ist offenbar (vgl. Seebold 566) ahd. rīhan (aus germ. *wreihan ‘winden’), nur belegt im Part. Prät. girigan ‘zusammengenäht, gewunden’ (9. Jh.), sowie (schwach flektierend) ahd. girigit ‘ausgeschmückt, zusammengenäht, geflochten’ (10. Jh.), girigōt ‘zusammengebunden, verbrämt, verziert’ (um 1000), die besser an ie. *u̯reik- ‘drehen, umwickeln, binden’ (s. ↗Rist) anzuknüpfen sind. Reihenfolge f. ‘geregelte Aufeinanderfolge’ (um 1800).

Typische Verbindungen
computergeneriert

Anekdote Boutique Episode Fehlpass Hauptsatz Hauptstraße Kette Klischee Kneipe Perle Perlenkette Regal Riege Schlagloch Schlange Schnur Souvenirladen Stoßstange Warteschlange aneinander aneinanderreihen anreihen aufreihen ein einreihen entlang hintereinander nahtlos nebeneinander

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›reihen‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Hier reiht sich Ordner an Ordner mit Büchern über den Schriftsteller.
Die Zeit, 05.09.1997, Nr. 37
In verhetzten Bewegungen reiht sich Station an Station, immer hübsch einer chronologischen Ordnung folgend.
Süddeutsche Zeitung, 29.06.1994
Auf dem schmalen Streifen reihen sich mehrere Dörfer auf, ineinanderwachsend.
Klemperer, Victor: [Tagebuch] 1946. In: ders., So sitze ich denn zwischen allen Stühlen, Berlin: Aufbau-Verl. 1999 [1946], S. 258
Eine glückselige, wonnevolle Zeit war das, Bild reiht sich an Bild, und ich habe sie alle so lieb, so lieb!
Liliencron, Adda Freifrau von: Krieg und Frieden, Erinnerungen aus dem Leben einer Offiziersfrau. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1912], S. 45222
Meist dürften hierbei gleiche Platten gereiht, bisweilen jedoch auch zu Darstellungszyklen zusammengestellt worden sein.
o. A.: Lexikon der Kunst - C. In: Olbrich, Harald (Hg.), Lexikon der Kunst, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1987], S. 8668
Zitationshilfe
„reihen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/reihen#1>, abgerufen am 24.08.2019.

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reihen

GrammatikVerb · reihte, hat gereiht
Nebenform reihen · Verb · rieh, hat geriehen
Aussprache
Worttrennungrei-hen
Wortbildung mit ›reihen‹ als Erstglied: ↗Reihfaden · ↗Reihgarn  ·  mit ›reihen‹ als Letztglied: ↗anreihen2 · ↗einreihen2
eWDG, 1974

Bedeutung

einen Faden mit kleinen Stichen durch den Stoff ziehen und den Stoff auf dem Faden in kleinen, losen Fältchen zusammenschieben
Beispiele:
den Stoff, das Futter reihen
das Oberteil ist (stark, reich) geriehen
ein gereihter, geriehener Rock
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Reihe · reihen · Reihenfolge
Reihe f. ‘mehrere Personen oder Sachen in geregeltem Neben- oder Hintereinander, geordnete räumliche oder zeitliche Folge, Serie’, auch ‘unbestimmte größere Anzahl’, mhd. rīhe ‘Reihe, Linie, schmaler Gang, Rinne’, mnl. rīe ‘Reihe, Linie, Latte, Planke, Meßlatte’, nl. rij ‘Reihe, Folge, Meßlatte’; daneben stehen mit grammatischem Wechsel und zum Teil mit Ablaut ahd. rīga ‘Linie, Kreisbogen’ (um 1000), mhd. rige ‘Linie, Reihe, Wassergraben, gefältelter Kleidersaum’, mnd. rēge, rīge ‘Reihe, geordnete Folge, Zeile, Häuserreihe’, mnl. rīghe, nl. (bis ins 18. Jh.) rijg(e) ‘Reihe, Zeile, Planke, Latte’ (s. ↗Riege), auch (nur ablautend) anord. rā- (in rāmerki ‘Grenzlinie, Ackergrenze’) sowie der germ. wō-Stamm aengl. rǣw, rāw, engl. row ‘Reihe’. Das zu dem in ahd. rīhan, mhd. rīhen (s. unten) vorliegenden starken Verb gehörende Substantiv hat außergerm. Verwandte vielleicht in aind. rikháti ‘ritzt’, rēkhā́ ‘Streifen, Linie, Ritzung’, griech. eré͞ikein (ἐρείκειν) ‘zerbrechen, zerreißen, zermalmen, durchbohren, bersten’, kymr. rhwygo ‘zerreißen’, lit. riẽkti ‘(Brot) schneiden, (die Brache) pflügen, (den Boden) aufreißen’ und kann (obwohl unter semantischen Schwierigkeiten) mit diesen an ie. *reik(h)-, eine Erweiterung der Wurzel ie. *rei- ‘ritzen, reißen, schneiden’ (s. auch ↗reif, ↗Reif), angeschlossen werden. reihen Vb. ‘zu einer Reihe ordnen, aneinanderfügen, auffädeln, Stoff auf einem durchgezogenen Faden zu Fältchen zusammenschieben’, ahd. rīhan (aus germ. *reihan) in (wenn hierherzustellen) inrīhan ‘einreihen’, mhd. rīhen ‘auf einen Faden ziehen, reihenweise anheften, fälteln, durchstechen’, mnd. rīgen ‘reihen, auffädeln, mit Schnur, Besatz versehen’, mnl. rīen, rīghen, nl. rijgen ‘auffädeln, durchstechen, schnüren, heften’ ist zunächst ein starkes Verb, am ehesten wohl mit einer Ausgangsbedeutung ‘durchstechen’, dann ‘nach Durchlöcherung auf einen Stab, eine Schnur ziehen’. Im Mnd. und Mnl. treten auch schwach flektierte Formen auf, und im Nhd. setzt sich schwache Flexion durch, vielleicht weil das Verb als denominative Ableitung empfunden wird. In der alten, vorwiegend in mundartnaher Sprache bewahrten Bedeutung ‘auf einen Faden ziehen, heften, fälteln’ sind allerdings bis in die Gegenwart auch starke Präteritalformen gebräuchlich. Vom oben genannten Verb zu trennen ist offenbar (vgl. Seebold 566) ahd. rīhan (aus germ. *wreihan ‘winden’), nur belegt im Part. Prät. girigan ‘zusammengenäht, gewunden’ (9. Jh.), sowie (schwach flektierend) ahd. girigit ‘ausgeschmückt, zusammengenäht, geflochten’ (10. Jh.), girigōt ‘zusammengebunden, verbrämt, verziert’ (um 1000), die besser an ie. *u̯reik- ‘drehen, umwickeln, binden’ (s. ↗Rist) anzuknüpfen sind. Reihenfolge f. ‘geregelte Aufeinanderfolge’ (um 1800).

Typische Verbindungen
computergeneriert

Anekdote Boutique Episode Fehlpass Hauptsatz Hauptstraße Kette Klischee Kneipe Perle Perlenkette Regal Riege Schlagloch Schlange Schnur Souvenirladen Stoßstange Warteschlange aneinander aneinanderreihen anreihen aufreihen ein einreihen entlang hintereinander nahtlos nebeneinander

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›reihen‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Hier reiht sich Ordner an Ordner mit Büchern über den Schriftsteller.
Die Zeit, 05.09.1997, Nr. 37
In verhetzten Bewegungen reiht sich Station an Station, immer hübsch einer chronologischen Ordnung folgend.
Süddeutsche Zeitung, 29.06.1994
Auf dem schmalen Streifen reihen sich mehrere Dörfer auf, ineinanderwachsend.
Klemperer, Victor: [Tagebuch] 1946. In: ders., So sitze ich denn zwischen allen Stühlen, Berlin: Aufbau-Verl. 1999 [1946], S. 258
Eine glückselige, wonnevolle Zeit war das, Bild reiht sich an Bild, und ich habe sie alle so lieb, so lieb!
Liliencron, Adda Freifrau von: Krieg und Frieden, Erinnerungen aus dem Leben einer Offiziersfrau. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1912], S. 45222
Meist dürften hierbei gleiche Platten gereiht, bisweilen jedoch auch zu Darstellungszyklen zusammengestellt worden sein.
o. A.: Lexikon der Kunst - C. In: Olbrich, Harald (Hg.), Lexikon der Kunst, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1987], S. 8668
Zitationshilfe
„reihen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/reihen#2>, abgerufen am 24.08.2019.

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