reinigen

GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennungrei-ni-gen (computergeneriert)
Wortbildung mit ›reinigen‹ als Erstglied: ↗Reiniger  ·  mit ›reinigen‹ als Letztglied: ↗luftreinigend · ↗vorreinigen
eWDG, 1974

Bedeutung

etw. säubern, vom Schmutz befreien
Beispiele:
die Straße, Wohnung, Treppe reinigen
seine Kleider, Garderobe (chemisch) reinigen (lassen)
der Mantel muss zum Reinigen gegeben werden
seinen Körper, die Nägel reinigen
die Soldaten reinigten die Waffen
Abgase, Abwässer reinigen
das Gewitter hat die Luft gereinigt
bildlich
Beispiele:
ein reinigendes Gewitter (= eine Auseinandersetzung, die Klarheit geschaffen hat)
die Aussprache hat die Atmosphäre gereinigt
Mylord von Canterbury habe nichts im Sinn ... als die alte katholische Glaubenslehre zu reinigen [ZuchardtNarr171]
übertragen
sich von etw. reinigen
Beispiele:
sich von einem Verdacht, Vorwurf reinigen
gehoben daß ich auf Erden nicht gereinigt erscheinen soll von der Sünde, die ich in wahnsinniger Verblendung beging [E. T. A. Hoffm.Elixiere2,338]
gehoben so soll der Mann schwören und sich von Schuld reinigen [Th. MannJoseph3,658]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

rein · Reinheit · reinigen · Reinigung · bereinigen · Bereinigung · verunreinigen · Verunreinigung · reinlich · Reinlichkeit
rein Adj. ‘ohne fremdartige Bestandteile, unvermischt, unverfälscht, frei von Schmutz, sauber, frisch gewaschen, unberührt, keusch, vollkommen, fehlerlos’, ahd. (h)reini (8. Jh.), mhd. rein(e), asächs. hrēni, mnd. rein, mnl. reine, rēne, nl. rein, afries. (h)rēne, anord. hreinn, schwed. ren, got. hrains. Mit dem Suffix ie. -ni- gebildetes germ. *hraini- ist verwandt mit ahd. (h)rītara (um 800), mhd. rīter, nhd. (obd.) Reiter ‘Sieb’, aengl. hridder, hriddel, engl. riddle ‘Sieb’ und außergerm. mit griech. krī́nein (κρίνειν) ‘scheiden, trennen, unterscheiden, sichten, urteilen, entscheiden’, lat. cernere (aus *crin-) ‘sichten, scheiden, sondern, unterscheiden, entscheiden’, crībrum ‘Sieb, Durchschlag’, air. criathar (aus *krē̌itro-) ‘Sieb’. Auszugehen ist von ie. *(s)kerī̌-, *(s)krē̌i-, *(s)krī̌- ‘schneiden, scheiden’, einer Form der unter ↗scheren (s. d.) dargestellten Wurzel ie. *(s)ker(ə)- ‘schneiden’. Im heutigen Sprachgebrauch bedeutet rein vor allem ‘nicht schmutzig, sauber’ und ‘unverfälscht’; in Teilen der Schweiz und Rheinfrankens noch erhalten im Sinne von ‘fein gemahlen, gesiebt’ (von Mehl, Zucker, Sand u. dgl.). Reinheit f. ‘Sauberkeit, Klarheit, Lauterkeit, Unschuld’ (17. Jh.), anfangs konkurrierend mit Reinlichkeit (s. unten) und (dem zu Anfang des 19. Jhs. untergegangenen) Reinigkeit, mhd. reinecheit, reinekeit, reinikeit, ahd. in un(h)reinigheit ‘Unreinheit’ (11. Jh.). reinigen Vb. ‘säubern’, mhd. reinegen, rein(i)gen, abgeleitet von mhd. reinec, reinic ‘rein’; vgl. ahd. (h)reinen (8. Jh.), (h)reinōn (9. Jh.), mhd. reinen, asächs. hrēnian, hrēnon, got. hrainjan. Dazu Reinigung f. mhd. reinegunge, reinigunge. bereinigen Vb. ‘ins reine, in Ordnung bringen, beilegen, klären’ und Bereinigung f. (beide 15. Jh.). verunreinigen Vb. ‘beschmutzen, schmutzig machen’ (15. Jh.); vgl. mhd. verunreinen; Verunreinigung f. (15. Jh.). reinlich Adj. ‘sauber, ordentlich’, mhd. reinlich; Reinlichkeit f. ‘Sauberkeit, Genauigkeit, Sorgfalt’ (16. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
eliminieren · ↗entfernen · in die Ausgangslage zurückführen · ↗löschen · ↗radieren · reinigen · ↗zurücksetzen
Synonymgruppe
(Filme von anstößigen Stellen) reinigen · ↗kürzen · ↗säubern · ↗zensieren
Synonymgruppe
putzen · reinigen · ↗sauber machen · ↗saubermachen · ↗säubern  ●  ↗purifizieren  fachspr.
Oberbegriffe
Unterbegriffe
Assoziationen
Synonymgruppe
aufbereiten · ↗filtern · ↗filtrieren · ↗klären · ↗läutern · reinigen
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Abgas Abwasser Blut Bürste Filter Gehweg Grundwasser Kläranlage Luft Schlacke Schmutz Seife Staub Staubsauger Sünde Toilette Wasser Wunde Wäsche Zahnbürste ausbessern desinfizieren gründlich konservieren putzen reparieren restaurieren säubern trocknen waschen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›reinigen‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Am Montag, schätzte er, werden die Decks komplett gereinigt sein.
Die Welt, 27.12.2003
Da sollte es doch gelingen, ihn von diesen Elementen wieder zu reinigen.
Süddeutsche Zeitung, 05.04.1997
Wie konnte der halb bewußtlose Hood auch nur daran gedacht haben, sie zu reinigen?
Nadolny, Sten: Die Entdeckung der Langsamkeit, München: Piper 1983, S. 251
Seine Zähne reinigt man, wenn man allein ist, auch nicht bei vorgehaltener Hand am Tisch.
Smolka, Karl: Gutes Benehmen von A - Z. In: Zillig, Werner (Hg.) Gutes Benehmen, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1957], S. 19322
Wieder heißt es reinigen, dann Hopfen zugeben und noch mal kochen.
o. A.: Die grosse Welt der Getränke, Hamburg: Tschibo Frisch-Röst-Kaffee Max Herz 1977, S. 250
Zitationshilfe
„reinigen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/reinigen>, abgerufen am 19.07.2019.

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