reinrutschen
GrammatikVerb · rutscht rein, rutschte rein, ist reingerutscht
Worttrennungrein-rut-schen
Wortzerlegungrein-rutschen
DWDS-Vollartikel, 2017

Bedeutungen

1.
jmd. rutscht (in etw.) rein umgangssprachlich (unabsichtlich) irgendwohin geraten, in eine Sache hineingeraten
Beispiele:
Als sie das Lokal vor einigen Jahren übernahm, sei sie »da nur so reingerutscht«. [Frankfurter Rundschau, 09.04.1997]
Ich hatte bloß immer Angst, daß ich in Kuhmist reinrutsche. Die Wiese war nämlich so feucht, und es roch nach Kuhmist, Herr Feldwebel, und das gibt immer so ʼne Schweinerei. [Berliner Zeitung, 13.08.1972]
Wir sind da irgendwie reingerutscht. [Bild am Sonntag, 26.03.2017, Nr. 13]
Ich glaube, dass es noch mal interessant wird, weil in den nächsten Wochen noch Mannschaften unten (= in die untere Tabellenregion) reinrutschen, die noch gar nicht damit rechnen. [Die Welt, 14.03.2017]
Hey, ich muss mit dir über etwas reden. Ich bin da in etwas reingerutscht und muss einen anderen Job finden. Was? Ich weiß, dass sich das schlecht anhört, aber ich versuche wirklich nur uns da wieder rauszuholen. [»The Riches« Slums of Bayou Hills, 2008 (Filmuntertitel)]
übertragen ins neue Jahr kommen
Beispiele:
Ich hoffe du rutschst gut rein und bis nächstes Jahr! [Mann Kind Koffer, 30.12.2015, aufgerufen am 15.02.2017]
Ihr habt noch nichts Konkretes vor und braucht noch Tipps, wie Ihr besonders erlebnisreich in das neue Jahr reinrutschen könnt? [Bonn Region, 14.12.2015, aufgerufen am 15.02.2017]
Der »gute Rutsch« hat […] nichts mit dem Reinrutschen ins neue Jahr zu tun, sondern mit dem Neujahrswunsch »a guten Rosch« – vom hebräischen »Kopf« oder »Anfang« des Jahres. [Joffe, Josef: Mach dich nicht so klein, du bist nicht so groß!: Der jüdische Humor als Weisheit, Witz und Waffe, München: Siedler Verlag 2015, o.S.]
Wie bist du eigentlich ins neue Jahr reingekommen? Ich hoffe jedenfalls, daß ihr alle gut reingerutscht seid. Hier war jedenfalls ganz schön Randale. [konkret, 2000 [1991]]
2.
jmd. rutscht in etw. rein umgangssprachlich (langsam) einen bestimmten Zustand erreichen, in eine bestimmte Situation kommen
Beispiele:
Dieser Prozess, in dem eine Gruppe immer tiefer in diese rechten kulturellen Zusammenhänge reinrutscht, kann Monate oder Jahre dauern. [Süddeutsche Zeitung, 22.05.2006]
Mit ihnen [bestimmten Spielern] allerdings ist das [Darts-]Turnier überraschend unterhaltsam, wenn man erst einmal in den Rhythmus reingerutscht ist: Pro Runde, »Leg« genannt, müssen die Werfer ihre Zähler von 501 Punkten bis zur exakten Null herunterwerfen. [Spiegel, 08.01.2017 (online)]
Die Deutschen wieder unter Aufsicht, da müssen unsere europäischen Partner also nicht ängstlich sein, ganz anders als bei Berlin, wo die Bewohner allmählich wieder in diese unangenehm deutsche Hybris reinrutschen und sich einbilden, die Stadt sei so toll, das sei hier ja quasi schon so eine Art New York. [Die Zeit, 15.09.2016, Nr. 37]
Seiner Erfahrung nach »rutscht die übergroße Mehrheit [der Investoren] einfach in die vorherrschenden Bedingungen rein, ist dann aber in der Regel Schrittmacher für bessere Löhne und höhere Standards«. [Die Zeit, 04.06.1998, Nr. 24]
Der Einstieg zur Sucht war meistens sanft. […] Mitte der siebziger Jahre noch hatten 78 Prozent angegeben, zunächst nur mal ein Haschpfeifchen geraucht zu haben, 1980 erklärten 98 Prozent der Befragten, auf diese Weise in die [Abhängigkeit] reingerutscht zu sein. [Der Spiegel, 14.09.1981, Nr. 38]
DWDS-Wortprofil

Typische Verbindungen
computergeneriert

oben rutscht unten

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›reinrutschen‹.

Zitationshilfe
„reinrutschen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/reinrutschen>, abgerufen am 24.01.2018.

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