Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

reklamieren

Grammatik Verb · reklamiert, reklamierte, hat reklamiert
Aussprache 
Worttrennung re-kla-mie-ren
Wortbildung  mit ›reklamieren‹ als Erstglied: Reklamation
Herkunft aus réclamerfrz ‘beanspruchen, fordern, verlangen, Einspruch erheben, sich beschweren’ bzw. aus reclāmārelat ‘dagegenschreien, laut widersprechen, Einwendungen machen, protestieren’
eWDG

Bedeutungen

1.
sich beschweren, Einspruch erheben
Beispiele:
entschieden, nachdrücklich, mit einem Schreiben reklamieren
gegen eine Verfügung, Entscheidung reklamieren
er hatte reklamiert, weil ihm der Lohn nicht richtig ausbezahlt worden war
etw. reklamieren
eine Ware wegen Mängeln beanstanden
Beispiele:
eine Warensendung wegen unzutreffender Kennzeichnung reklamieren
beschädigte Waren, minderwertige, verdorbene Lebensmittel reklamieren
reklamierte Gebrauchsgüter werden vom Lieferbetrieb wieder abgeholt
2.
etw., jmdn. beanspruchen
Beispiele:
etw. als sein Eigentum reklamieren
eine freistehende Wohnung für sich reklamieren
als er ihn kennen gelernt hatte, reklamierte er ihn sofort als seinen Spießgesellen
einen vertauschten Koffer reklamieren (= zurückfordern)
eine verlorengegangene Sendung bei der Post reklamieren (= Nachforschungen über den Verbleib beantragen und gegebenenfalls Schadenersatz verlangen)
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

reklamieren · Reklamation
reklamieren Vb. in der Rechtssprache ‘Einspruch erheben, widerrufen, Beschwerde führen’, in der Kaufmannssprache ‘beanstanden, bemängeln’ (bei unsachgemäßer Warenlieferung), entlehnt (Mitte 17. Jh.) aus lat. reclāmāre ‘dagegenschreien, laut widersprechen, Einwendungen machen, protestieren’. Eine erneute Entlehnung im Sinne von ‘etw. in Anspruch nehmen, seinen Anspruch geltend machen, zurückfordern’ (z. B. beschlagnahmte Güter, gekaperte Schiffe) erfolgt in der 1. Hälfte des 18. Jhs. aus frz. réclamer ‘beanspruchen, fordern, verlangen, Einspruch erheben, sich beschweren’ (s. Reklame). Reklamation f. rechtssprachlich ‘Widerruf vor Gericht, Beschwerde, Einspruch’ und kaufmännisch ‘Beanstandung, Bemängelung’ (Ende 18. Jh.), entlehnt aus lat. reclāmātio (Genitiv reclāmātiōnis) ‘Gegenschrei, das Neinrufen’, mlat. ‘Einspruch, Widerruf’; im Sinne von ‘Rückforderung, Inanspruchnahme des rechtmäßig Zustehenden’ (Ende 18. Jh.) aus frz. réclamation ‘Beschwerde, Einspruch, Forderung’, afrz. reclamacion.

Thesaurus

Synonymgruppe
Synonymgruppe
(etwas) bekritteln · (etwas) bemäkeln · (seinem) Ärger (über / auf etwas) Luft machen · (sich) beklagen (über) · (sich) beschweren · (sich) unzufrieden äußern · beckmessern · herumkritisieren (an) · immer (et)was auszusetzen haben · immer (et)was zu meckern haben · murren · mäkeln · räsonieren  ●  reklamieren  schweiz. · (seinen) Frust loswerden (wollen)  ugs. · (seinen) Frust rauslassen  ugs. · (sich) auskotzen (über)  derb · Frust ablassen  ugs. · abkotzen  derb, fig. · granteln  ugs., österr., bayr. · maulen  ugs. · meckern  ugs. · mosern  ugs. · motzen  ugs. · nölen  ugs. · nörgeln  ugs., Hauptform · pöbeln  ugs. · quengeln  ugs. · raunzen  ugs., österr.
Assoziationen
Synonymgruppe
beanstanden · bemängeln · monieren · reklamieren · rügen  ●  bemäkeln  ugs.
Oberbegriffe
Synonymgruppe
(etwas) von sich behaupten · (für sich) beanspruchen · (für sich) in Anspruch nehmen (zu) · (für sich) reklamieren (dass)  ●  anerkannt wissen wollen  geh. · prätendieren  geh., bildungssprachlich, lat.
Assoziationen
Synonymgruppe
(etwas) beanstanden · (etwas) reklamieren  ●  (sich) beschweren (über)  Hauptform · Krach schlagen  ugs.

Typische Verbindungen zu ›reklamieren‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›reklamieren‹.

Verwendungsbeispiele für ›reklamieren‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

So abenteuerlich es klingt: Den haben wir für uns reklamiert. [Der Spiegel, 20.08.1990]
Wenn es uns gut geht, reklamiert die Regierung den Erfolg für sich. [Die Zeit, 14.10.2013, Nr. 41]
Während die Beamten ihm seine Rechte erläutern, reklamiert S. zu wenig Milch in seinem Kaffee. [Die Zeit, 12.06.2012, Nr. 13]
Aber auch sie bekommen nur einen Teil ihres reklamierten Schadens ersetzt. [Die Zeit, 07.12.2011 (online)]
Deswegen haben wir auch immer die Verantwortung der Regierung reklamiert. [Die Zeit, 20.10.1989, Nr. 43]
Zitationshilfe
„reklamieren“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/reklamieren>.

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