reklamieren

GrammatikVerb · reklamierte, hat reklamiert
Aussprache
Worttrennungre-kla-mie-ren (computergeneriert)
HerkunftLatein
eWDG, 1974

Bedeutungen

1.
sich beschweren, Einspruch erheben
Beispiele:
entschieden, nachdrücklich, mit einem Schreiben reklamieren
gegen eine Verfügung, Entscheidung reklamieren
er hatte reklamiert, weil ihm der Lohn nicht richtig ausbezahlt worden war
etw. reklamieren
eine Ware wegen Mängeln beanstanden
Beispiele:
eine Warensendung wegen unzutreffender Kennzeichnung reklamieren
beschädigte Waren, minderwertige, verdorbene Lebensmittel reklamieren
reklamierte Gebrauchsgüter werden vom Lieferbetrieb wieder abgeholt
2.
etw., jmdn. beanspruchen
Beispiele:
etw. als sein Eigentum reklamieren
eine freistehende Wohnung für sich reklamieren
als er ihn kennen gelernt hatte, reklamierte er ihn sofort als seinen Spießgesellen
einen vertauschten Koffer reklamieren (= zurückfordern)
eine verlorengegangene Sendung bei der Post reklamieren (= Nachforschungen über den Verbleib beantragen und gegebenenfalls Schadenersatz verlangen)
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

reklamieren · Reklamation
reklamieren Vb. in der Rechtssprache ‘Einspruch erheben, widerrufen, Beschwerde führen’, in der Kaufmannssprache ‘beanstanden, bemängeln’ (bei unsachgemäßer Warenlieferung), entlehnt (Mitte 17. Jh.) aus lat. reclāmāre ‘dagegenschreien, laut widersprechen, Einwendungen machen, protestieren’. Eine erneute Entlehnung im Sinne von ‘etw. in Anspruch nehmen, seinen Anspruch geltend machen, zurückfordern’ (z. B. beschlagnahmte Güter, gekaperte Schiffe) erfolgt in der 1. Hälfte des 18. Jhs. aus frz. réclamer ‘beanspruchen, fordern, verlangen, Einspruch erheben, sich beschweren’ (s. ↗Reklame). Reklamation f. rechtssprachlich ‘Widerruf vor Gericht, Beschwerde, Einspruch’ und kaufmännisch ‘Beanstandung, Bemängelung’ (Ende 18. Jh.), entlehnt aus lat. reclāmātio (Genitiv reclāmātiōnis) ‘Gegenschrei, das Neinrufen’, mlat. ‘Einspruch, Widerruf’; im Sinne von ‘Rückforderung, Inanspruchnahme des rechtmäßig Zustehenden’ (Ende 18. Jh.) aus frz. réclamation ‘Beschwerde, Einspruch, Forderung’, afrz. reclamacion.

Thesaurus

Synonymgruppe
austauschen · ↗eintauschen · reklamieren · ↗tauschen · ↗umtauschen · ↗zurückgeben
Unterbegriffe
Assoziationen
  • Anspruch · ↗Erwartung · ↗Forderung
  • (sich) halten (an) · bleiben bei · festhalten an · nicht abgehen von · nicht aufgeben  ●  (sich) leiten lassen von  geh.
Synonymgruppe
(seinem) Ärger Luft machen · ↗(sich) beklagen · ↗(sich) beschweren · (sich) unzufrieden äußern · ↗beckmessern · ↗bekritteln · ↗bemäkeln · ↗herumkritisieren (an) · ↗herummeckern · ↗herumnörgeln (an) · immer (et)was auszusetzen haben · immer (et)was zu meckern haben · ↗murren · ↗mäkeln · ↗räsonieren  ●  reklamieren  schweiz. · (he)rumjaulen  ugs., salopp, fig. · (seinen) Frust loswerden (wollen)  ugs. · (seinen) Frust rauslassen  ugs. · ↗(sich) auskotzen  derb · Frust ablassen  ugs. · abkotzen  derb, fig. · ↗granteln  ugs., österr., bair. · ↗herummaulen  ugs. · ↗herummotzen  ugs. · ↗herummäkeln (an)  ugs. · ↗maulen  ugs. · ↗meckern  ugs. · ↗mosern  ugs. · ↗motzen  ugs. · ↗nölen  ugs. · ↗nörgeln  ugs., Hauptform · ↗pöbeln  ugs. · ↗quengeln  ugs. · ↗raunzen  ugs., österr. · rummaulen  ugs. · rummeckern  ugs. · rummotzen  ugs.
Assoziationen
Synonymgruppe
beanstanden · ↗bemängeln · ↗monieren · reklamieren · ↗rügen  ●  ↗bemäkeln  ugs.
Oberbegriffe
Assoziationen
Synonymgruppe
(etwas) von sich behaupten · ↗(für sich) beanspruchen · (für sich) in Anspruch nehmen (zu) · (für sich) reklamieren (dass)  ●  anerkannt wissen wollen  geh.
Assoziationen
Synonymgruppe
(etwas) beanstanden · (etwas) reklamieren  ●  (sich) beschweren (über)  Hauptform · Krach schlagen  ugs.

Typische Verbindungen
computergeneriert

Abseits Alleinvertretungsanspruch Bildungsressort Eigentum Elfmeter Foul Führungsanspruch Führungsrolle Handspiel Marktführerschaft Meinungsführerschaft Mitspracherecht Nachholbedarf Posten Privileg Recht Reiseleitung Reisemangel Urheberrecht Urheberschaft Vaterschaft Verfahrensfehler Vorkaufsrecht Vorreiterrolle Wahlsieg Widerstandsrecht Wirtschaftsressort Zuständigkeit lautstark vergeblich

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›reklamieren‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Bei fehlerhaften Artikeln kann der Kunde aber auch im WSV reklamieren, ausgenommen sind Waren, die entsprechend gekennzeichnet wurden.
Süddeutsche Zeitung, 29.01.2000
Am nächsten Tag reklamierten wir nochmals freundlich wie am Tag zuvor.
Die Welt, 07.01.2000
So abenteuerlich es klingt: Den haben wir für uns reklamiert.
Der Spiegel, 20.08.1990
Ich habe reklamiert, bin sogar noch einmal zum Bus zurückgegangen, umsonst.
Beckenbauer, Franz: Einer wie ich, München: Wilhelm Heyne Verlag 1977, S. 152
Vom Kriegsdienst hatte er sich nun, der Wirtschaft wegen, reklamieren lassen.
Greßhöner, Marie: Mehlgast. In: Kesten, Hermann (Hg.) 24 neue deutsche Erzähler, Leipzig u. a.: Kiepenheuer 1983 [1929], S. 390
Zitationshilfe
„reklamieren“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/reklamieren>, abgerufen am 17.02.2019.

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