repräsentativ

Grammatik Adjektiv
Aussprache 
Worttrennung re-prä-sen-ta-tiv
Wortbildung  mit ›repräsentativ‹ als Erstglied: ↗Repräsentativbefragung · ↗Repräsentativerhebung · ↗Repräsentativumfrage · ↗Repräsentativuntersuchung
Herkunft aus gleichbedeutend représentatiffrz
eWDG

Bedeutungen

1.
(eine größere Menge) vertretend, als Teil für eine Gesamtheit typisch
Beispiele:
ein repräsentatives Forum
eine repräsentative Befragung, Dokumentation, Erhebung, Umfrage
ein repräsentativer Querschnitt der Bevölkerung wurde befragt
aus einer repräsentativen Auswahl allgemeingültige Untersuchungsergebnisse ermitteln
eine repräsentative Ausstellung moderner tschechischer Graphik
Von meiner Nationalität war ich der einzige ... stellte daher eine Art repräsentativen Musters dar und hatte Haltung zu zeigen [ H. Mann12,327]
daß die Proben nur für ein begrenztes Gebiet der Mondoberfläche repräsentativ sein können [ Urania1969]
2.
ansehnlich, stattlich; eindrucksvoll, wirkungsvoll
Beispiele:
eine repräsentative Erscheinung, Persönlichkeit
die neue Spielzeit wurde an der Deutschen Staatsoper mit einer repräsentativen Erstaufführung eröffnet
für den Empfangsabend hätte man sich einen repräsentativeren Rahmen gewünscht
sie hatte sich überdies aus dem zweideutigen Mädchen von der Straße in eine repräsentative Señora Bermúdez verwandelt [ Feuchtw.Goya48]
ein fünfzigjähriger Mann von repräsentativem Äußeren: sein volles dunkles Haar war über den Schläfen ergraut [ NollHolt2,166]
daß es ihnen nicht gelungen war, [für ihr Vorhaben] einen ... repräsentativen Wagen billig zu erwerben [ Neue Justiz1966]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

repräsentieren · Repräsentant · repräsentativ · Repräsentation
repräsentieren Vb. ‘etw., jmdn. vertreten, etw. darstellen’, entlehnt (16. Jh.) aus lat. repraesentāre ‘vergegenwärtigen, vorführen, darstellen, auf der Stelle (sogleich) verwirklichen’, gebildet zu lat. praesēns (Genitiv praesentis) ‘gegenwärtig, anwesend, jetzig, augenblicklich, sofort, dringend, wirksam’ (s. ↗Präsens); vgl. spätlat. praesentāre ‘gegenwärtig machen, zeigen’ (s. ↗präsentieren). Die Bedeutung ‘würdig und eindrucksvoll, standesgemäß auftreten’ kommt Ende des 18. Jhs. auf, wohl unter dem Einfluß von (ebenfalls auf lat. repraesentāre beruhendem) frz. représenter ‘vor-, darstellen, standesgemäß auftreten’, afrz. ‘darstellen, vertreten’. Repräsentant m. ‘Vertreter (eines Staates, Volkes, einer Gruppe), Abgeordneter’ (Mitte 18. Jh.), seit dem späten 18. Jh. auch allgemein ‘Vertreter einer bestimmten Anschauung, Auffassung’, mfrz. frz. représentant, substantiviertes Part. Präs. von frz. représenter (s. oben). repräsentativ Adj. ‘als Vertreter die Interessen einer Gruppe wahrnehmend’ (Ende 18. Jh.), ‘ansehnlich, würdig, eindrucksvoll’ (2. Hälfte 19. Jh.), ‘als Teil typisch für eine Gesamtheit, für die Allgemeinheit’, besonders im Zusammenhang mit statistischen Erhebungen (Anfang 20. Jh.), aus gleichbed. frz. représentatif, afrz. ‘vorstellend, vertretend’, mlat. repraesentativus. Repräsentation f. ‘Vertretung, Stellvertretung, würdiges Auftreten, (gesellschaftlicher) Aufwand’, auch ‘Darstellung, Aufführung’ (2. Hälfte 18. Jh.), vgl. gleichbed. frz. représentation, afrz. representacion ‘Vertretung’, lat. repraesentātio (Genitiv repraesentātiōnis) ‘Darstellung, Abbildung, Vorstellung’.

Thesaurus

Synonymgruppe
abbildend · repräsentativ · vertretend

Typische Verbindungen zu ›repräsentativ‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›repräsentativ‹.

Verwendungsbeispiele für ›repräsentativ‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Es muss für sie auch eine "repräsentative Mehrheit" sein, die entscheidend sein soll.
Die Welt, 14.09.2004
Von dem vielfach ausgezeichneten schottischen Künstler hätte man gern eine repräsentativere Installation gesehen.
Der Tagesspiegel, 08.10.1998
Neben den besonders liebevoll dargestellten repräsentativen Bauten sehen wir in getreuer Wiedergabe nicht weniger als 325 Häuser.
Lachs, Johannes u. Raif, Friedrich Karl: Rostock, VEB Hinstorff-Verlag 1968, S. 52
Damit erhielten sie einen repräsentativen Rang, den eine bloße Dichtung nie errungen hätte.
Gigon, Olof: Das hellenische Erbe. In: Propyläen Weltgeschichte, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1962], S. 8123
Sehr viele junge Paare sind von dieser mehr repräsentativen Lösung abgekommen.
Oheim, Gertrud: Das praktische Haushaltsbuch, Gütersloh: Bertelsmann 1967 [1954], S. 97
Zitationshilfe
„repräsentativ“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/repr%C3%A4sentativ>, abgerufen am 04.03.2021.

Weitere Informationen …

alphabetisch vorangehend alphabetisch nachfolgend
Repräsentationszweck
Repräsentationszopf
Repräsentationssystem
Repräsentationsschluss
Repräsentationsraum
Repräsentativbefragung
Repräsentativerhebung
Repräsentativgewalt
Repräsentativität
Repräsentativsystem