reservieren

Grammatik Verb · reserviert, reservierte, hat reserviert
Aussprache 
Worttrennung re-ser-vie-ren
Wortzerlegung Reserve -ieren
Wortbildung  mit ›reservieren‹ als Erstglied: Reservation  ·  mit ›reservieren‹ als Grundform: reserviert
Herkunft  zu reservārelat ‘aufsparen, aufbewahren, vorbehalten’ < servārelat ‘erretten, erhalten, unversehrt bewahren, in acht nehmen, achtgeben’, vgl. gleichbedeutend réserverfrz
eWDG

Bedeutung

etw. jmdm., für jmdn. frei, unbesetzt halten
Beispiele:
reservieren Sie mir bitte ein Balkonzimmer für zehn Tage
Plätze für zwei Personen reservieren
einen Saal für ein Betriebsfest reservieren lassen
dieser Tisch ist reserviert
Theaterkarten, eine Vase reservieren (= bis zur Abholung zurücklegen) lassen
diese Flasche Wein habe ich für einen ganz besonderen Anlass reserviert (= aufbewahrt)
Dieses Wort ist Teil des Wortschatzes für das Goethe-Zertifikat A2.
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

reservieren · reserviert · Reserviertheit · Reserve · Reservist · Reservat · Reservation · Reservoir
reservieren Vb. ‘aufbewahren, zurücklegen, aufheben, (sich) zurückhalten, (sich etw.) ausbedingen, (ein Recht) vorbehalten’ (1. Hälfte 16. Jh.), entlehnt, wohl unter Einfluß von gleichbed. frz. réserver (afrz. reserver ‘vorbehalten, aufsparen’), aus lat. reservāre ‘aufsparen, aufbewahren, vorbehalten’ (vgl. lat. servāre ‘erretten, erhalten, unversehrt bewahren, in acht nehmen, achtgeben’, s. konservieren). Seit Mitte des 19. Jhs. auch ‘(einen Platz) freihalten, vormerken (lassen)’. Dazu reserviert Part.adj. ‘zurückhaltend, kühl, abweisend, verschlossen’ (2. Hälfte 19. Jh., nach mfrz. frz. réservé ‘zurückhaltend, bedächtig’), ‘vorbestellt, freigehalten’ (um 1900) und Reserviertheit f. ‘kühles, zurückhaltendes Benehmen’ (2. Hälfte 19. Jh.). Reserve f. ‘Ersatztruppe, Nachschub, zum Kampf einsatzbereite, noch zurückgehaltene Streitkräfte’ (Anfang 17. Jh.), danach ‘Gesamtheit der ausgebildeten, aber nicht aktiv dienenden Soldaten’ (2. Hälfte 19. Jh.), ‘Ersatz, Vorrat, Aushilfe’ (Anfang 19. Jh.; vgl. eiserne Reserve), ‘Vorbehalt, Zurückhaltung, Verschlossenheit, Kühle’ (Mitte 19. Jh.), Übernahme von gleichbed. mfrz. frz. réserve. Reservist m. ‘der Reserve angehörender Wehrpflichtiger’ (2. Hälfte 19. Jh.), frz. réserviste. Reservat n. ‘Sonderrecht bzw. Vorbehalt eines Rechts bei der Aufteilung von Befugnissen’ (Anfang 16. Jh.), ‘Schutz- und Wohngebiet für (vertriebene) Minderheiten’ und ‘Naturschutzgebiet’ (Anfang 20. Jh.), aus lat. reservātum ‘das Zurückbehaltene’, dem substantivierten Neutr. des Part. Perf. von lat. reservāre; bis ins 18. Jh. auch in der lat. Pluralform Reservata. Reservation f. ‘zwangsweise auf Reservate beschränkter Lebensraum der Ureinwohner’ (Anfang 20. Jh., entsprechend amerik.-engl. reservation), ‘Aufbewahrung, Freihaltung’ (19. Jh.), zuvor als juristischer Terminus ‘(innerer) Vorbehalt’ (18. Jh., vereinzelt schon Anfang 16. Jh.), entlehnt aus spätlat. reservātio (Genitiv reservātiōnis) ‘Erhaltung, Bewahrung, Verwahrung, Vorbehalt’. Reservoir n. ‘Sammelbecken, Wasserspeicher, Vorrat(sbehälter)’ (Anfang 18. Jh.), mfrz. frz. réservoir; dann auch (Anfang 20. Jh.) ‘(unerschöpflicher) Vorrat, Reservebestand, Nachwuchs(kräfte)’.

Thesaurus

Synonymgruppe
(sich) freihalten lassen · bestellen · buchen · reservieren (lassen) · vorbestellen · vormerken (lassen)  ●  blocken  Jargon · disponieren  fachspr., kaufmännisch
Oberbegriffe
Assoziationen
  • (etwas) neu planen · (etwas) neu terminieren · die Termine neu vergeben · umdisponieren · umplanen  ●  anders planen  ugs.
Synonymgruppe
belegen · reservieren · vorbehalten · widmen · zurückhalten · zuteilen
Computer
Synonymgruppe
reservieren · zuteilen · zuweisen (Speicherplatz)  ●  allozieren  fachspr. · belegen  ugs.
Oberbegriffe
Assoziationen
Synonymgruppe
(für jemanden) auf die Seite legen · (jemandem etwas) zurücklegen · beiseitelegen · hinterlegen · reservieren · zurückhalten
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›reservieren‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›reservieren‹.

Verwendungsbeispiele für ›reservieren‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Aber ich bitte Sie, mir Ihren nächsten Abend zu reservieren. [Knittel, John: Via Mala, Berlin: Deutsche Buch-Gemeinschaft 1957 [1934], S. 327]
Gegenüber den radikalen Tendenzen in der Neuen Musik verhielt er sich meistens reserviert. [Castegren, Nils: Ellberg. In: Die Musik in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1979], S. 23762]
Die Forschung verhielt sich dem E. G. gegenüber lange Zeit reserviert. [o. A.: Lexikon der Kunst - E. In: Olbrich, Harald (Hg.), Lexikon der Kunst, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1989], S. 7607]
Er reserviert letztere dann für eine bestimmte Zeit für diesen Host. [C't, 2000, Nr. 8]
Eigentlich, sagt er, müssten sie längst einen größeren Saal reservieren. [Die Zeit, 19.08.1999, Nr. 34]
Zitationshilfe
„reservieren“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/reservieren>.

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