retten

Grammatik Verb · rettet, rettete, hat gerettet
Aussprache 
Worttrennung ret-ten
Wortbildung  mit ›retten‹ als Erstglied: ↗rettbar  ·  mit ›retten‹ als Letztglied: ↗erretten · ↗herüberretten · ↗hineinretten · ↗hinwegretten · ↗hinüberretten
eWDG, 1974

Bedeutung

jmdn., etw., sich aus einer Gefahr befreien, vor Gefährdung bewahren
Beispiele:
jmdn. aus Lebensgefahr, Todesgefahr retten
jmdn. vor dem Ertrinken, Tode, Verderben retten
der Baum war vor dem Absterben nicht mehr zu retten
die Schiffbrüchigen konnten nur noch das nackte Leben, die nackte Existenz retten
umgangssprachlichseine Haut retten
jmdm. das Leben, Hab und Gut retten
es gilt zu retten, was noch zu retten ist
in dieser Lage kam ihm der rettende Gedanke
einen rettenden Ausweg finden
den rettenden Hafen erreichen
er kam wie ein rettender Engel
saloppbist du noch zu retten? (= ist dir noch zu helfen?)
Sportkann die ... Abwehr wieder nur auf Kosten einer Strafecke retten (= aus einer gefährlichen Situation im Spiel herausführen) [Tageszeitung1964]
sich retten
Beispiele:
der Pilot konnte sich mit dem Fallschirm retten
er rettete sich auf den Deich, unter das schützende Dach
rette sich, wer kann! (= Alarmruf in einer das Leben bedrohenden Situation)
sich vor jmds. Zudringlichkeit, vor unbequemen Fragen, vor Schulden und Verpflichtungen nicht zu retten wissen, nicht retten können (= sich ihrer nicht erwehren können)
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

retten · Retter · Rettung
retten Vb. ‘aus Gefahr befreien, in Sicherheit bringen, bewahren’, ahd. (h)retten ‘erretten, befreien’ (9. Jh.), mhd. retten ‘einem Übel entreißen, befreien, löschen (Feuer, Brand)’, asächs. āhreddian ‘erretten’, mnd. redden, mnl. nl. redden ‘retten, erretten, helfen’, afries. hredda, aengl. hreddan, auch ‘fortnehmen’. Herkunft ungeklärt. Man versucht, wenn auch nicht ohne Bedenken, das nur westgerm. bezeugte Verb *hradjan mit der Wortgruppe um ↗gerade2 (s. d.) zu verbinden, vgl. lit. krė͂sti ‘schütteln, schüttelnd streuen, rütteln’, kretė́ti ‘zittern, schlottern’, mir. crothaim ‘ich schüttele’, ahd. redan (9. Jh.), mhd. reden ‘durch das Sieb schütteln, sieben, sichten’ (germ. *hreþan), ahd. (h)rad, gi(h)radi ‘rasch, schnell’ (8. Jh.), und an dort genanntes ie. *kret- ‘schütteln, sich rasch bewegen’, Erweiterung der Wurzel ie. *(s)ker- ‘drehen, biegen, kreisend bewegen’, anzuschließen. In diesem Falle müßte für retten von einer Grundbedeutung ‘von der Gefahr wegstoßen’ ausgegangen werden. Retter m. ‘wer etw., jmdn. rettet’, spätmhd. rettære. Rettung f. ‘Hilfe, Befreiung aus Gefahr’, mhd. rettunge.

Thesaurus

Synonymgruppe
retten · ↗sichern
Synonymgruppe
erlösen · retten
Synonymgruppe
bergen · retten · ↗zurückholen
Synonymgruppe
(jemanden) retten · ↗(jemandes) Rettung · (jemandes) letzte Rettung
Synonymgruppe
(jemandem) bei Problemen helfen · (jemandem) bei Schwierigkeiten helfen · (jemanden) aus einer Notlage befreien · (jemanden) aus einer misslichen Lage befreien · (jemanden) retten  ●  (jemandem) aus der Klemme helfen  ugs. · (jemandem) aus der Patsche helfen  ugs. · (jemandem) den Arsch retten  derb · ↗(jemanden) heraushauen  ugs. · ↗(jemanden) herauspauken  ugs. · ↗(jemanden) rausboxen  ugs. · ↗(jemanden) raushauen  ugs.
Assoziationen
  • (für jemanden) die Situation retten · ↗(jemanden) herausreißen  ●  (für jemanden) den Karren aus dem Dreck ziehen  fig. · (jemandem) aus der Patsche helfen  ugs.
Synonymgruppe
retten  ●  ↗wiederherstellen (Daten, Dateien...)  Hauptform · ↗wiederbekommen  ugs. · ↗zurückbekommen  ugs.

Typische Verbindungen zu ›retten‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›retten‹.

Verwendungsbeispiele für ›retten‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Wird er seine Schwester ans Messer liefern, um die eigene Haut zu retten?
Die Zeit, 12.09.2013 (online)
Gemeinsam können wir Millionen Leben retten, und das sollten wir tun.
Archiv der Gegenwart, 2001 [2000]
Eine unharmonische Einrichtung läßt sich durch sie auch nicht mehr retten.
o. A.: Das Buch vom Wohnen, Hamburg: Orbis GmbH 1977, S. 373
So wie die Zeiten waren, konnten nur harte Kämpfer das junge Reich retten.
Majumdar, A. K.: Indien im Mittelalter und in der frühen Neuzeit. In: Propyläen Weltgeschichte, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1964], S. 2378
So rettet noch die jüngste Darstellung die Dichtung dieser Zeit als bloßes Mittel.
Benjamin, Walter: Ursprung des deutschen Trauerspiels. In: Tiedemann, Rolf u. Schweppenhäuser, Hermann (Hgg.) Gesammelte Schriften, Bd. 1,1, Frankfurt a. M.: Suhrkamp 1980 [1928], S. 225
Zitationshilfe
„retten“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/retten>, abgerufen am 03.06.2020.

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