reumütig

Grammatik Adjektiv
Aussprache 
Worttrennung reu-mü-tig
Wortzerlegung Reumut -ig
Wortbildung  mit ›reumütig‹ als Erstglied: Reumütigkeit
eWDG

Bedeutung

reuevoll, reuig
Beispiele:
ein reumütiges Bekenntnis ablegen
etw. reumütig zugeben
sich reumütig zeigen
er kehrte reumütig heim
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Reue · reuen · bereuen · reuig · reumütig · Reumütigkeit
Reue f. ‘Bedauern, Zerknirschung über Getanes oder Unterlassenes’, ahd. (h)riuwa ‘Leid, Trauer, Schmerz, Unglück, Klage’ (8. Jh.), mhd. riuwe, riwe, rewe, riu ‘Betrübnis über Getanes, Geschehenes, Schmerz, Kummer, Trauer, Leid, Mitleid, übles Aussehen, Beschädigung’, mnd. rouwe, rūwe, mnl. rouwe, nl. rouw, auch ‘Trauer’, aengl. hrēow, engl. (älter) rue (germ. *hreuwō-), dazu das Adjektiv asächs. hriuwi, anord. hryggr ‘traurig, betrübt’, aengl. (mit anderer Stammbildung) hrēow ‘betrübt’ und das starke Verb ahd. (h)riuwan ‘(be)klagen, jammern, zu Mitleid bewegen, schmerzen’, reflexiv ‘bereuen, trauern’ (um 800), mhd. riuwen, riwen ‘in Betrübnis versetzen, leid tun, verdrießen’, reflexiv ‘Reue empfinden’, asächs. hreuwan ‘beklagen, schmerzlich sein’, aengl. hrēowan ‘schmerzen, reuen’ (germ. *hreuwan), anord. (schwach flektierend) hryggja, hryggva ‘betrübt sein’. Außergerm. lassen sich vielleicht vergleichen aind. karúṇaḥ ‘kläglich, mitleidig’, griech. krū́ein (κρούειν) ‘stoßen, schlagen, stampfen’ und die s-Erweiterungen lit. krùšti ‘zerstampfen, zerstoßen’, aslaw. sъkrušiti ‘zerbrechen, zerreißen, zerschmettern’, russ. krušít’ (крушить) ‘zertrümmern, zerschlagen, vernichten’, so daß auf eine Wurzel ie. *kreu-, erweitert *kreus-, *krous- ‘stoßen, schlagen, zerschlagen, brechen’ zurückgegangen werden kann. Die offensichtlich übertragene germ. Bedeutung ‘seelischer Schmerz, Trauer’ spezialisiert sich im Mittelalter zu ‘Schmerz, Zerknirschung über etw., was man getan oder unterlassen hat, das man ungeschehen machen möchte’, im christlichen Sinne ‘Einsicht in eine bzw. Erkenntnis einer Sündenschuld’ (vgl. die Folge Reue, Beichte, Buße, entsprechend kirchenlat. contrītio, cōnfessio, satisfactio). reuen Vb. ‘leid tun, bedauern, ungeschehen machen wollen’, ahd. (h)riuwōn (8. Jh.), (h)riuwēn (9. Jh.) ‘beklagen, bedauern, Buße tun’, mhd. riuwen ‘beklagen, bereuen, leid sein’, reflexiv ‘klagen, Reue empfinden’; schwaches, vom Substantiv abgeleitetes Verb. bereuen Vb. ‘tiefes Bedauern über etw. Getanes oder Unterlassenes empfinden’, ahd. bi(h)riuwēn ‘betrübt sein’ (9. Jh.), mhd. beriuwen ‘betrübt sein, in Betrübnis versetzen’. reuig Adj. ‘voller Reue, zerknirscht’, ahd. (h)riuwag (9. Jh.), mhd. riuwec, riwec. reumütig Adj. ‘voller Reue, Bedauern’ (17. Jh.); Reumütigkeit f. (Anfang 19. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
(sich) seiner Schuld bewusst · reuevoll · reuig · reumütig · schuldbewusst · selbstkritisch · zerknirscht  ●  im Büßergewand  fig. · bußfertig  geh. · gesenkten Hauptes  geh.
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›reumütig‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›reumütig‹.

Verwendungsbeispiele für ›reumütig‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Doch jetzt ist der Gaul reumütig in seinen Stall zurück getrottet. [Die Zeit, 09.01.2012, Nr. 02]
Reumütig wollten sie öffentlich eingestehen, gegen das geltende Recht verstoßen zu haben. [Die Zeit, 25.12.1981, Nr. 53]
Andere kehrten reumütig um, bevor das Tor der Welt hinter ihnen zugefallen war. [Die Zeit, 13.07.1950, Nr. 28]
Oder der mit dem Kind rede und es dazu bringe, reumütig heim zu eilen. [Süddeutsche Zeitung, 02.05.2003]
Gute Führung und das reumütige Versprechen vollständigen Gehorsams brachten Juli 1780 die Freilassung. [Reichert, Georg: Dieter. In: Die Musik in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1954], S. 22790]
Zitationshilfe
„reumütig“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/reum%C3%BCtig>.

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