rhetorisch

GrammatikAdjektiv
Aussprache
Worttrennungrhe-to-risch (computergeneriert)
HerkunftGriechisch
Wortbildung mit ›rhetorisch‹ als Erstglied: ↗Rhetorik
eWDG, 1974

Bedeutung

die Rhetorik betreffend, im Hinblick auf die Rhetorik
a)
die Fähigkeit wirkungsvollen Redens betreffend, rednerisch
Beispiele:
eine rhetorische Begabung, Veranlagung, Leistung
jmd. ist rhetorisch geschult, geübt
b)
nach den Regeln der Rhetorik, die Rede wirksam gestaltend
Beispiele:
rhetorische Nuancen, Kunstgriffe, rhetorisches Beiwerk
Sprachwissenschaft rhetorische Figuren, Wendungen (= als stilistisches Kunstmittel zur wirksamen Gestaltung der Rede gebrauchte Wendungen)
Er verzichtet auf alle rhetorischen Effekte, er hob nicht ein einziges Mal die Stimme, er machte nicht viel Worte [Weiskopf8,243]
eine rhetorische Frageals stilistisches Mittel zur Belebung der Rede gestellte Frage, auf die keine Antwort erwartet wird
Beispiel:
Ob Kötzschke es schon einmal erlebt habe, daß ein Schweiger wie Bollmann sich ... den Mund verbrannt habe? Das war nun eine rein rhetorische Frage, und Kötzschke brauchte nicht darauf zu antworten [ZuchardtSpießrutenlauf102]
c)
abwertend in wirksam gestalteter Rede abgefasst, aber ohne Inhalt, phrasenhaft
Beispiele:
es ist nur eine rhetorische Bemäntelung des Sachverhalts
Für Beweislücken hat man rhetorischen Kitt [WeinertRufe110]
Leute, die, wenn sie rhetorisch werden, sich immer hinter den Thesen von Geistern verstecken, die sie nicht verstehen [Benn1,482]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Rhetorik · rhetorisch · Rhetor
Rhetorik f. ‘Redekunst, Lehre von der Beredsamkeit’, mhd. rhetorica, retorica, nhd. (bis ins 19. Jh.) Rhetorica, daneben Rhetorice, Rhetoric(k), Rethoric und (im 18. Jh. unter frz. Einfluß) bisweilen Rhetorique, Entlehnung von gleichbed. lat. rhētorica (ars), rhētoricē, griech. rhētorikḗ (téchnē) (ῥητορικὴ τέχνη), also dem substantivierten Femininum von lat. rhētoricus, griech. rhētorikós (ῥητορικός) ‘den Redner, die Redekunst betreffend, rednerisch’, zu griech. rhḗtōr (ῥήτωρ) ‘Redner’. rhetorisch Adj. ‘den Regeln der Rhetorik entsprechend, die Redeweise betreffend’ (1. Hälfte 16. Jh.), auch ‘schönrednerisch, phrasenhaft’ (18. Jh.); lat. rhētoricus (s. oben). Dazu die Fügung rhetorische Frage ‘stilistisch wirkungsvolle Frage, auf die keine Antwort erwartet wird’ (2. Hälfte 19. Jh.); vgl. auch rhetorische Figur (1. Hälfte 18. Jh.), rhetorische Hyperbole (17. Jh.). Rhetor m. ‘Lehrer der Beredsamkeit’ (im alten Griechenland), ‘(hervorragender) Redner’, Übernahme (16. Jh.) von griech. rhḗtōr (ῥήτωρ, s. oben).

Thesaurus

Synonymgruppe
phrasenhaft · rhetorisch
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Begabung Brillanz Entgleisung Feuerwerk Figur Finesse Floskel Frage Fähigkeit Geschick Girlande Glanzleistung Kniff Kraftmeierei Kunstgriff Meisterstück Pflichtübung Pirouette Schlagabtausch Talent Trick Verrenkung Volte begabt brillant gemeint gewandt rein versiert Übertreibung

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›rhetorisch‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Sie hat rhetorisch gesiegt, weil sich kaum ein Regime mehr anders nennen will, aber de facto hat sie es nicht.
Der Tagesspiegel, 10.05.1999
Dieser ist sehr erfolgreich, wenn auch nicht direkt wegen seiner rhetorischen Fähigkeiten.
Süddeutsche Zeitung, 12.01.1999
Und alsbald ist im höfischen Stil auch schon weitgeschwungene rhetorische Bewegung da.
Auerbach, Erich: Mimesis, Bern: Francke 1959 [1946], S. 99
Selten ist es in einer Klasse so still wie bei derartigen rhetorischen Fragen.
Spoerl, Heinrich: Die Feuerzangenbowle, München: Piper o.J. [1933], S. 95
Zitationshilfe
„rhetorisch“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/rhetorisch>, abgerufen am 17.10.2019.

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