Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

rhythmisch

Grammatik Adjektiv
Aussprache 
Worttrennung rhyth-misch
Wortzerlegung Rhythmus -isch
Wortbildung  mit ›rhythmisch‹ als Erstglied: Rhythmik · rhythmisieren  ·  mit ›rhythmisch‹ als Letztglied: arhythmisch · arrhythmisch · isorhythmisch · unrhythmisch
Herkunft zu gleichbedeutend rhythmikósgriech (ῥυθμικός)
eWDG

Bedeutungen

1.
vom Rhythmus geprägt, bestimmt, einem Rhythmus entsprechend, auf einem Rhythmus beruhend
a)
Beispiele:
Musikeine rhythmische Melodie
Musikeine Tonfolge rhythmisch gestalten, gliedern
Musikdie rhythmische Linienführung eines Musikstückes
Musikder Komponist, Musiker betont das Rhythmische
im Rhythmus (erfolgend)
Beispiele:
rhythmisch tanzen
rhythmische Bewegungen
ein rhythmischer Gang
rhythmische Gymnastik
rhythmische Schritte
ein rhythmisches Händeklatschen
rhythmische Atemzüge, Pulsschläge
die rhythmische Herztätigkeit
das Stampfen und Rattern der Räder, die rhythmisch über die Schienenstöße sprangen [ A. ZweigEinsetzung456]
das fast rhythmische Auf‑ und Abschwellen einer schrillen Frauenstimme [ ZuchardtNarr412]
Literaturwissenschaft in einem bestimmten Sprachrhythmus
Beispiele:
rhythmisch sprechen
rhythmische Verszeilen, Worte
b)
regelmäßig in gleich langen Zeitabständen erfolgend, sich gleichmäßig wiederholend
Beispiele:
der rhythmische Wechsel von Ebbe und Flut
rhythmische Vorgänge in der Natur
ein rhythmischer Arbeitsablauf, Produktionsfluss
c)
bildende Kunst in harmonischem Maßverhältnis gestaltet
Beispiel:
ein rhythmisch gegliedertes Bauwerk
2.
für den Rhythmus (bestimmt)
Beispiele:
rhythmische Instrumente (= Instrumente, die den Rhythmus besonders hervorheben)
rhythmisches Gefühl (= Gefühl für Rhythmus) haben
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Rhythmus · rhythmisch · Rhythmik
Rhythmus m. ‘zeitliches Ebenmaß, gleichmäßige Gliederung eines Ton- oder Bewegungsablaufs, gleichmäßige Wiederkehr von Vorgängen’, Übernahme (17. Jh.) von lat. rhythmus, griech. rhythmós (ῥυθμός) ‘gleichmäßige, taktmäßige Bewegung, Takt, Zeitmaß, Gleichmaß’, eigentlich ‘Strömen, Strom’ (als Sinnbild einer steten und gleichförmigen Bewegung, wohl der Meereswellen), Bildung zu griech. rhé͞in (ῥεῖν) ‘fließen, strömen’. Vgl. die frühe Entlehnung (ohne Nachfolge) ahd. ritmus ‘Takt, gleichförmig abgemessene Bewegung’ (11. Jh.). – rhythmisch Adj. ‘den Rhythmus betreffend, in gleichen zeitlichen Abständen erfolgend’ (2. Hälfte 18. Jh.); vgl. gleichbed. spätlat. rhythmicus, griech. rhythmikós (ῥυθμικός). Rhythmik f. Lehre vom Rhythmus (2. Hälfte 18. Jh.).

Thesaurus

Medizin
Synonymgruppe
rhythmisch · zyklisch
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›rhythmisch‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›rhythmisch‹.

Verwendungsbeispiele für ›rhythmisch‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Rhythmisch lassen sich taktmäßig gegliederte Lieder von solchen unterscheiden, die als freirhythmisch zu bezeichnen sind. [Emsheimer, Ernst: Tibet. In: Die Musik in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1966], S. 2655]
Das rhythmische magische Wort bestimmt auch die Stellung des Dichters. [Jahn, Janheinz: Afrika. Der neue Partner in der Weltgeschichte. In: Propyläen Weltgeschichte, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1965], S. 34037]
Auch über den Sinn dieses rhythmischen Hin und Her weiß man bis heute wenig. [Die Zeit, 17.02.2000, Nr. 8]
Am Ende kam er mit neuen rhythmischen Ideen nach Hause. [Die Zeit, 13.06.2011, Nr. 24]
Das Lied ist im Rhythmus gebundenes Wort, die rhythmische Bindung macht das Wort zum Lied. [Mezger, M.: Musik. In: Die Religion in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1960], S. 12698]
Zitationshilfe
„rhythmisch“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/rhythmisch>.

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