Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

riegeln

Grammatik Verb
Aussprache 
Worttrennung rie-geln
GrundformRiegel
Wortbildung  mit ›riegeln‹ als Letztglied: abriegeln · aufriegeln · einriegeln · entriegeln · zuriegeln
Duden, GWDS, 1999

Bedeutungen

1.
landschaftlich, sonst veraltet ver-, ab-, zuriegeln
2.
Reiten durch wechselseitiges Anziehen der Zügel das Pferd in eine bestimmte Haltung zwingen
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Riegel · riegeln · verriegeln · zuriegeln · abriegeln
Riegel m. ‘Schieber (bzw. in älterer Zeit Querholz) als Verschlußvorrichtung, Sperre, Querbalken, in gleichgroße Abschnitte eingeteilter Streifen (z. B. von Schokolade, Seife), aufgesetzter Stoffstreifen’, ahd. rigil ‘Türriegel’ (11. Jh., in der Zusammensetzung rigilstab ‘Richtscheit, Meßlatte’ bereits 10. Jh.), mhd. rigel ‘Türriegel, Querholz, Querstange, kleine Anhöhe’, mnd. rēgel ‘Riegel, Querbalken, Querstange, Latte, Reling’, mnl. rēghel ‘Planke, Latte, gerade Linie, Lineal’, rijghel, rijchel ‘Riegel, Latte’, mnl. nl. richel ‘Leiste, Querbalken, Lattengestell, Bord, Sims’. Diese nur im Kontinentalwestgerm. nachzuweisenden Formen, deren Herleitung lange umstritten war, sind wohl als volkssprachliche Weiterentwicklungen einer schon in der Römerzeit erfolgten Entlehnung von lat. rēgula ‘Leiste, Latte, Stab, Richtscheit, Lineal, Regel’ (teilweise vermutlich über vlat. *regula mit verkürztem Stammvokal, vielleicht in Anlehnung an die Vokalquantität des Präsens von zugrundeliegendem lat. regere ‘geraderichten, lenken, leiten, herrschen’) zu erklären; vgl. Frings/M. Germania Romana 2 (1968) 441 f., de Vries Nl. 568, FEW 10, 223 (s. auch Regel). Andere Deutungen gehen, da die dt. Formen maskulines Genus zeigen (nur im Nl. daneben auch femininer Gebrauch), von der Annahme eines ursprünglich germ. Maskulinums aus, das sie an die Wortgruppen von Reck (s. d.), von Rahe, regen (s. d.) oder von Reihe (s. d.) anzuschließen suchen, und billigen dem lat. Substantiv höchstens sekundären Einfluß zu. riegeln Vb. ‘mit einem Riegel verschließen’, ahd. rigilōn ‘schützen’ (9. Jh.), mhd. rigelen ‘den Riegel vorschieben, verriegeln, verschließen’; im Nhd. treten an die Stelle des Simplex meist die verdeutlichenden Präfixbildungen verriegeln Vb. mhd. verrigelen ‘verriegeln, versperren, einschließen’, zuriegeln Vb. (15. Jh.), abriegeln Vb. (Ende 18. Jh., auch übertragen ‘absperren, den Zugang unterbinden’).

Typische Verbindungen zu ›riegeln‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›riegeln‹.

Verwendungsbeispiele für ›riegeln‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Sie öffnet nicht das Gebäude zur Stadt, sondern riegelt es hermetisch ab. [Süddeutsche Zeitung, 21.10.1997]
Mit Blaulicht rasen sie durch die City zu Hotels und Restaurants, riegeln alles ab. [Bild, 16.02.2006]
In der Region werde es weitere Nachbeben geben, kündigten die Behörden an und riegelten mehrere Straßen ab. [Die Welt, 09.11.2004]
Aus der ganzen Stadt rasen Streifenwagen heran, riegeln alles ab. [Bild, 16.02.2006]
Polizisten evakuierten das Gebäude, riegelten alle umliegenden Straßen ab – Verkehrschaos in der City. [Bild, 03.04.2001]
Zitationshilfe
„riegeln“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/riegeln>.

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