rollen
GrammatikVerb · rollte, ist/hat gerollt
Aussprache
Worttrennungrol-len (computergeneriert)
Wortbildung mit ›rollen‹ als Erstglied: ↗Roll-Laden · ↗Rollbahn · ↗Rollbett · ↗Rollbrücke · ↗Rollfahrstuhl · ↗Rollfeld · ↗Rollfilm · ↗Rollfilmkamera · ↗Rollfuhrgeschäft · ↗Rollfuhrmann · ↗Rollfuhrunternehmer · ↗Rollfuhrwerk · ↗Rollholz · ↗Rolli · ↗Rollkragen · ↗Rollkragenpullover · ↗Rollkur · ↗Rollkutscher · ↗Rollladen · ↗Rollmaterial · ↗Rollmops · ↗Rollschicht · ↗Rollschinken · ↗Rollschrank · ↗Rollschuh · ↗Rollsitz · ↗Rollsteg · ↗Rollstrecke · ↗Rollstuhl · ↗Rolltreppe · ↗Rolltuch · ↗Rollwagen · ↗Rollwäsche
 ·  mit ›rollen‹ als Letztglied: ↗abrollen · ↗anrollen · ↗aufrollen · ↗auseinanderrollen · ↗ausrollen · ↗davonrollen · ↗durchrollen · ↗einrollen · ↗entgegenrollen · ↗fortrollen · ↗herabrollen · ↗heranrollen · ↗herausrollen · ↗herunterrollen · ↗hineinrollen · ↗hinunterrollen · ↗hochrollen · ↗vorrollen · ↗vorüberrollen · ↗wegrollen · ↗weiterrollen · ↗zurückrollen · ↗zusammenrollen · ↗überrollen
 ·  Ableitungen von ›rollen‹: ↗Geröll · ↗entrollen
 ·  formal verwandt mit: ↗Donnerrollen · ↗Räderrollen · ↗Wagenrollen
eWDG, 1974

Bedeutungen

1.
mit Hilfsverb ›ist‹
sich um sich selbst, um seine eigene Achse drehend bewegen, fortbewegen
Beispiele:
ein Ball rollt
die Kugeln (beim Kegelspiel) rollen
ein rollendes Rad
der Ball ist ins Aus gerollt Ballspiel
Tränen rollten ihr aus den Augen, über die Wangen, rollten über ihre Wangen
eine Lawine rollte (= stürzte) zu Tal
übertragen
Beispiele:
das Geld muss rollen (= muss ständig im Umlauf sein) umgangssprachlich
die Sache, eine Aktion rollt (= ist in Bewegung, in Gang, läuft) umgangssprachlich
die Sache, Angelegenheit kommt ins Rollen (= kommt in Gang) umgangssprachlich
den Stein ins Rollen bringen (= den Anstoß dazu geben, dass etw. in Bewegung, zur Erledigung kommt)
sich auf Rädern vorwärtsbewegen, fahren
Beispiele:
der Zug rollt aus der Bahnhofshalle, über das Gleis
ein Güterzug rollt über die Brücke
das Flugzeug rollt über die Piste
die Autokolonne rollte durch die Stadt
ein Fuhrwerk rollt über das Pflaster
das rollende Material (= Fahrzeuge der Eisenbahn) Eisenbahn
Ich möchte ja so gerne noch bleiben, / aber der Wagen, er rollt [VolksliedHoch auf dem gelben Wagen]
2.
mit Hilfsverb ›hat‹
etw. drehend, wälzend bewegen, fortbewegen
Beispiele:
einen Stein aus dem Wege rollen
er hat das Fass bis an die Tür gerollt
etw. kreisend bewegen
Beispiel:
die Augen, den Kopf rollen
mit etw. eine kreisende Bewegung beschreiben
Beispiel:
sie hat zornig mit den Augen gerollt
3.
mit Hilfsverb ›hat‹
etw., sich zusammenrollen, zusammenwickeln
Beispiele:
einen Teppich, das Plakat rollen
die Schlange rollt sich
4.
mit Hilfsverb ›hat‹
etw. mit einer Wäscherolle, Mangel glätten
Beispiele:
Bettwäsche, Tischtücher rollen
etw. zum Rollen bringen
5.
mit Hilfsverb ›hat‹
Beispiel:
das Schiff rollt (= schlingert und stampft) im Sturm
6.
mit Hilfsverb ›hat‹
ein dröhnendes, hallendes Geräusch (bei einer Bewegung) verursachen
Beispiele:
der Donner, das Gewitter, Meer rollt
rollender Kanonendonner
das Rollen der Geschütze
7.
mit Hilfsverb ›hat‹
Beispiel:
das R rollen (= mit der Zungenspitze vibrierend aussprechen)
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

rollen · Roller · Rollmops · Rolladen · Rollstuhl
rollen Vb. ‘sich durch Drehen um die eigene Achse oder auf Rädern fortbewegen, etw. drehend bewegen, zusammenwickeln, ein rumpelndes Geräusch verursachen’, mhd. (vereinzelt) rollen ‘sich herumdrehen’ (und ‘poltern’?), dann (Ende 15. Jh., zuerst am Niederrhein und wohl vermittelt durch mnl. rollen ‘dahinrollen, hinabkugeln’) frühnhd. rollen, auch im Sinne von ‘etw., sich auf Walzen, Rädern, durch Drehen fortbewegen’, ist entlehnt aus afrz. mfrz. roeler, mfrz. rouler ‘(sich) drehend bewegen, kopfüber zu Boden stürzen, niederwerfen’, Ableitung von afrz. roele ‘runde Scheibe, kleines Rad’ (frz. rouelle), aus spätlat. rotella, Deminutivum zu lat. rota ‘Rad, rollende Scheibe, Rolle’ (s. ↗Roulett). Dieses Verb vermischt sich im Mfrz. mit gleichlautendem mfrz. rouler ‘zusammenwickeln, zu einer Rolle formen’, abgeleitet von afrz. mfrz. rol(l)e, mfrz. roul(l)e, roole ‘(Pergament-, Papier)rolle, Verzeichnis’ (frz. rôle, aus ebenfalls zu lat. rota gebildetem lat. rotulus ‘Walze, Rolle’, s. ↗Rolle, ↗Roulade), so daß frz. rouler beide Bedeutungen in sich vereinigt; daher nhd. rollen seit dem 18. Jh. auch ‘zusammenwickeln’ (wie schon mnd. rullen ‘auf Rollen, Walzen bewegen, sich rollend bewegen’ und ‘auf-, zusammenrollen’, rollen ‘in einer Schriftrolle verzeichnen’). Im Dt. erfolgt schon früh (im Frz. erst im 18. Jh.) Übertragung des Verbs auf rumpelnde Geräusche, die denen eines fahrenden Wagens ähneln. Roller m. ‘zweirädriges Kinderfahrzeug mit Trittbrett und Lenkstange’ (1. Hälfte 20. Jh., hierzu Motorroller, Mitte 20. Jh.), als Nomen agentis zum Verb rollen zuvor Personen-, Tier- oder Gerätebezeichnung in unterschiedlichen, teilweise fachsprachlichen Verwendungen, vgl. im älteren Nhd. Roller ‘Fuhrmann’ (Ende 15. Jh.), ferner Harzer Roller ‘wegen seines rollenden Gesangs gezüchteter Kanarienvogel’ (19. Jh.). Rollmops m. ‘zusammengerolltes, mit Gurke, Zwiebel und Gewürz gefülltes mariniertes Heringsfilet’; Rolladen m. ‘aufrollbare Vorrichtung zum Verschluß von Fenstern und Türen’; Rollstuhl m. ‘fahrbarer Stuhl für Körperbehinderte’ (alle 19. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
kugeln · ↗kullern · rollen  ●  ↗kollern  ugs.
Assoziationen
Computer
Synonymgruppe
Bildschirminhalt verschieben · ↗blättern · rollen · ↗scrollen
Synonymgruppe
kippeln · ↗kippen · rollen (Schiff) · ↗schaukeln · ↗schunkeln · ↗schwanken · ↗schwenken · ↗stampfen (Schiff) · ↗wippen
Oberbegriffe
Assoziationen
DWDS-Wortprofil

Typische Verbindungen
computergeneriert

Autos Ball Band Fahrzeuge Kugel Köpfe Panzer Rubel Räder Straßen Verkehr Wagen Züge abrollt anrollt aufrollt ausrollt einrollt heranrollt hinunterrollt hinwegrollt losrollt rollt rückwärts vorbeirollt vorrollt weiterrollt zurollt zurückrollt zusammenrollt

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›rollen‹.

DWDS-Beispielextraktor

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Bis Ende des Jahres soll der Verkehr dort wieder normal rollen.
Die Welt, 25.11.2002
Im Jahr der Französischen Revolution begannen die Köpfe zu rollen.
Der Tagesspiegel, 09.09.2002
Der abgekuppelte Wagen rollt dann den Berg, durch sein eigenes Gewicht getrieben, hinab.
Rosenzweig, Gerhard: Unsere Modelleisenbahn, Gütersloh: Bertelsmann Verlag 1966, S. 58
Um zwölfeinhalb Uhr nachts wurden wir geweckt und bald darauf rollte ich auch schon an den Start.
Wulf, Georg: Aus dem Tagebuch eines Bombenfliegers. In: Flieger am Feind, Gütersloh: Bertelsmann 1934 [1934], S. 65
Fort rollte der Wagen und bald war die ganze Gruppe ihren Augen entschwunden.
Meysenbug, Malwida von: Der Pfad der Äbtissin. In: Deutsche Literatur von Frauen, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1907], S. 3422
Zitationshilfe
„rollen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/rollen>, abgerufen am 15.12.2017.

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