Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

romantisch

Grammatik Adjektiv · Komparativ: romantischer · Superlativ: am romantischsten
Aussprache  [ʀoˈmantɪʃ]
Worttrennung ro-man-tisch
Wortbildung  mit ›romantisch‹ als Erstglied: romantisieren  ·  mit ›romantisch‹ als Letztglied: frühromantisch · hochromantisch · neuromantisch · spätromantisch · unromantisch · vorromantisch · wildromantisch
Herkunft zu gleichbedeutend romanticengl, vgl. gleichbedeutend romantiquefrz
eWDG und DWDS

Bedeutungen

1.
im Kunststil der Romantik
Beispiele:
die romantische Bewegung
die romantische Malerei, Musik, Oper
ein romantisches Drama, Gedicht, ein romantischer Roman
über ein romantisches Kunstwerk diskutieren
2.
gefühlsbetont, schwärmerisch, von starker, oft unrealistischer Vorstellungskraft und Einbildungskraft erfüllt
Beispiele:
ein romantisches Gemüt, ein romantischer Mensch
eine romantische Liebe
romantische Gefühle, Ideen, Neigungen, Schwärmereien, Vorstellungen
eine nicht romantische, sondern praktische Lebensauffassung
sein Verhalten war pathetisch, überschwenglich, romantisch
eine romantisch ausgeschmückte, versüßlichte Schilderung
Die Fischer waren durchaus keine romantischen Träumer [ WeisenbornMädchen50]
Ich sehe mich mit meinen niederen Instinkten, mit falschen, verlogenen, romantischen Ansichten von Ehre, Moral, Standesbewußtsein und all diesen schönen, angelernten, konventionellen Begriffen [ RinserGefängnistagebuch111]
abenteuerlich, geheimnisvoll, fesselnd
Beispiele:
eine romantische Begebenheit, Geschichte
umgangssprachlicheine romantische Ader haben
in unserer Vorstellung war der seit langem Verschollene zu einem romantischen (= geheimnisumwitterten) Menschen geworden
In einer Droschke im Park, um ein Uhr nachts. Wie sehr romantisch! [ U. BecherMänner172]
stimmungsvoll, reizvoll, malerisch
Beispiele:
die altertümliche Kleidung verlieh ihm ein romantisches Aussehen
das stille Waldtal ist von einer romantischen Schönheit
die romantisch gelegene Burg

letzte Änderung:

Zum Originalartikel des WDG gelangen Sie hier.

Dieses Wort ist Teil des Wortschatzes für das Goethe-Zertifikat A2.
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

romantisch · Romantik · Romantiker
romantisch Adj. ‘gefühlsbetont, schwärmerisch, verträumt, stimmungs-, geheimnisvoll’, zunächst (Ende 17. Jh.) in der Bedeutung ‘den Roman betreffend, nach Art der Romane’ (wofür im 18. Jh. romanhaft) entlehnt aus gleichbed. frz. romantique bzw. unmittelbar aus engl. romantic, das dem frz. Adj. zugrunde liegt. Die engl. Bildung gehört zu engl. (älter) romant, romaunt ‘Roman, abenteuerliche Prosa- oder Verserzählung’ (neben engl. romance), das seinerseits auf afrz. mfrz. romanz, romant ‘Vers-, Prosaerzählung’ (s. Roman) zurückgeht. Unter erneutem Einfluß von engl. romantic und dessen semantischer Entwicklung im 17./18. Jh. wird romantisch einerseits gegen Mitte des 18. Jhs. im Sinne von ‘poetisch, phantastisch, abenteuerlich, wunderbar’ üblich, woran sich Ende des 18. Jhs. die auf Personen bezogene Verwendung ‘gefühlsbetont, von Stimmungen abhängig, schwärmerisch’ anschließt, andererseits steht es ebenfalls seit der Jahrhundertmitte für ‘stimmungsvoll, malerisch, düster, geheimnisvoll’ (namentlich von Landschaften und Natureindrücken). Seit dem späten 18. Jh. dient romantisch (als Gegenwort zu klassisch, s. d.) der Charakterisierung von Dichtung, Kultur und Lebensauffassung des Mittelalters, die dem an der Antike orientierten Kunstideal der Klassik entgegengestellt werden; zu Beginn des 19. Jhs. wird es mit der Bedeutung ‘die Literatur, das Denken, die künstlerischen Anschauungen der Romantik betreffend, zu dieser Richtung gehörend’ kennzeichnend für die neuen geistigen Bestrebungen jener Epoche. – Romantik f. Substantivbildung zu romantisch, zuerst (Ende 18. Jh.) für ‘das Romantische, Phantastische als Eigenart des Romans’, dann (Anfang 19. Jh.) vor allem Bezeichnung der nach der französischen Revolution sich in den Ländern Europas in unterschiedlicher Weise herausbildenden, in Deutschland etwa von 1790 bis 1830 herrschenden und durch Hinwendung zum Volkstümlichen und Nationalen, aber auch zum Gefühlsmäßigen, Irrationalen geprägten künstlerisch-philosophischen Bewegung; seit Mitte des 19. Jhs. daneben allgemein ‘romantische Wesensart, Verträumtheit, reizvolle, das Gefühl ansprechende Stimmung, Abenteuerlichkeit’. Dazu Romantiker m. ‘Vertreter des Kunststils der Romantik’, auch ‘gefühlsbetonter, schwärmerischer, unrealistisch denkender Mensch, Phantast’ (1. Hälfte 19. Jh.), zuvor ‘Verfasser von Romanen’ (Anfang 19. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
anheimelnd · malerisch · pittoresk · romantisch
Synonymgruppe
gefühlvoll · romantisch · schwärmerisch
Synonymgruppe

Typische Verbindungen zu ›romantisch‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›romantisch‹.

Zitationshilfe
„romantisch“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/romantisch>.

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