Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

rosé

Grammatik Adjektiv · indeklinabel
Aussprache 
Worttrennung ro-sé (computergeneriert)
Wortbildung  mit ›rosé‹ als Erstglied: Roséwein · roséfarben
Herkunft aus gleichbedeutend roséfrz < rosefrz ‘Rose’
eWDG

Bedeutung

kräftig rosafarben
Beispiele:
ein rosé Unterrock
der Stoff ist rosé
eine Bluse in Rosé
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Rose · rosig · Rosenkranz · Rosengarten · Rosenkohl
Rose f. in vielen Arten und Sorten kultivierter Zierstrauch mit bestachelten Zweigen sowie seine (meist duftende) vielblättrige Blüte, ahd. rōsa (9. Jh.), mhd. rōse, mnd. rōse, rūse, mnl. rōse, nl. roos, aengl. rōse, engl. rose (vgl. anord. rōs aus dem Aengl. oder Mnd.) sind Entlehnungen der Klostersprache (nach dem 6. Jh.) aus einem vlat. *rōsa, mit gedehntem ō aus lat. rosa, das sich seinerseits vielleicht in den in Italien gelegenen griechischen Kolonien über Zwischenstufen aus gleichbed. griech. rhódon (ῥόδον) entwickelt hat. Dessen ursprüngliche Form *ϝρόδον ist wohl wie armen. vard ‘Rose’ aus altiran. *u̯ṛda- hervorgegangen. In übertragenem Sinne steht Rose für eine infektiöse Entzündung der Haut, motiviert durch rote Färbung (17. Jh., zuvor dafür Antoniusfeuer). Für ‘Geweihansatz’ ist Rose seit dem Ende des 17. Jhs. bezeugt. rosig Adj. ‘von zarter rosaroter Farbe’, übertragen ‘angenehm, hoffnungsvoll, schön’, mhd. rōsic, ahd. rōsag (11. Jh.). Rosenkranz m. Kette aus Perlen oder Kugeln unterschiedlicher Größe in der Abfolge bestimmter zu sprechender Gebete sowie die dafür festgelegte Gebetsreihe, Übersetzung (15. Jh., gleichsam ‘Rosengirlande, mit der man das Bildnis Mariens schmückt’, vgl. mhd. rōsenkranz ‘Kranz aus Rosen’) für gleichbed. kirchenlat. (mlat.) rosarium (lat. rosārium ‘Rosengarten, Rosenhecke’). Rosengarten m. ahd. rōsgarto, mhd. rōse(n)garte. Rosenkohl m. (um 1800, landschaftlich wohl älter), benannt nach den als Gemüse verwendeten rosenförmigen Blattachsenköpfchen.

rosa · rosé
rosa Adj. ‘zartrot, blaßrot’. Zur Bezeichnung des der einheimischen wilden Rosenblüte (Hundsrose) entsprechenden Farbtones gelten mhd. rōse(n)var, rœselvar, rōsīn, rōse(n)rōt, rōsic (gebildet zu mhd. rōse, nhd. Rose, s. d.). Als die nachfolgenden nhd. Ausdrücke wie rosenfarb, rosenfarbig, rosenrot, rosig den zartroten Farbton nicht mehr zu treffen scheinen, wird (2. Hälfte 18. Jh.) der Blumenname lat. rosa ins Dt. aufgenommen. Er begegnet zuerst (wohl substantivisch) in Zusammensetzungen (Rosaband), danach folgt prädikative, in der Umgangssprache auch attributive Verwendung (rosa Kleid, rosaes Kleid, zur Tilgung des Hiatus rosanes Kleid). Übertragener Gebrauch begegnet in Wendungen wie rosa Zeiten ‘hoffnungsvolle Zeiten’, durch eine rosa Brille sehen ‘schönfärben, verklären’ (Anfang 20. Jh.). Zu weiterer Präzisierung der Farbbezeichnung dient rosé Adj. ‘blaßrot, zartrosa, rosig’, Entlehnung (20. Jh.) von gleichbed. frz. rosé, einer adjektivischen Ableitung von frz. rose f.

Thesaurus

Synonymgruppe
babyrosa · blassrot · fleischfarben · mattrot · pastellrot · pink · rosa · rosafarben · rosarot · rosig · rosig · rosé · zartrot  ●  schweinchenrosa  abwertend
Oberbegriffe
Assoziationen

Verwendungsbeispiele für ›rosé‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Rosé, das ist kein Stil, keine Qualität, noch nicht mal eine bestimmte Farbe. [Die Zeit, 21.04.2008, Nr. 18]
Die Frau trinkt hell, gerne rosé, leicht, zart, blumig, auch süß? [Die Zeit, 15.09.2006, Nr. 36]
Mit den vielen kleinen Mädchen in Rosé konnte ich allerdings nichts anfangen. [Die Zeit, 30.08.2006, Nr. 36]
Sie ist nicht mehr rot, sie ist allenfalls noch rosé. [Süddeutsche Zeitung, 01.07.2004]
Grün, Oliv, Ocker und Rosé sind die Farben, die Sie tragen sollten. [Bild, 29.12.2005]
Zitationshilfe
„rosé“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/ros%C3%A9>.

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