rußen

GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennungru-ßen
Wortbildung mit ›rußen‹ als Letztglied: ↗anrußen  ·  mit ›rußen‹ als Grundform: ↗verrußen
eWDG, 1974

Bedeutungen

1.
der Ofen rußtim Ofen setzt sich Ruß ab
Beispiel:
Und jetzt dreht er an der Petroleumlampe, weil sie rußt, weil der Zylinder oben schwarz anläuft [BobrowskiLevin87]
2.
etw. mit Ruß färben
Beispiel:
Glasscherben werden gerußt und die ersten Beobachtungen ausgetauscht: Die Sonne, die Sonne! [FlakeLogbuch29]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Ruß · rußen · rußig
Ruß m. ‘schwarzer, pulverartiger Kohlenstoff’, ahd. (h)ruoʒ (9. Jh.), mhd. ruoʒ, (md.) rūʒ, asächs. hrōt, mnd. rōt, rūt, mnl. nl. roet ‘Ruß’, daneben mit unorganisch angefügtem -t mhd. ruost, frühnhd. Rust und mit m-Suffix an engl. hrūm ‘Ruß’, afries. (h)rūmech ‘rußig’ und mhd. Rūmolt, Name des Küchenmeisters im Nibelungenlied. Sie setzen germ. *hrō- voraus, das man verbinden kann mit ahd. horo ‘Sumpf, Schlamm’ (8. Jh.), mhd. hor(e) ‘kotiger Boden, Kot, Schmutz’, asächs. horu, mnd. hōr ‘Dreck, Unrat, Kot, Mist, Schlamm’, mnl. hor(e) ‘Kot, Schmutz’, aengl. horh ‘Schmutz, Schleim’, anord. horr (aus *hurhu̯az) ‘Nasenschleim, Schmutz’. Außergerm. vergleichen sich aind. kardamaḥ ‘Schlamm, Schmutz’, griech. kóryza (κόρυζα) ‘Erkältung, Schnupfen, Rotz’, mir. corcach ‘Sumpf’, so daß von einer Farbwurzel ie. *ker-, *k̑er- für dunkle, schmutzige und graue Farbtöne ausgegangen werden kann. rußen Vb. ‘Ruß absondern, mit Ruß schwärzen’ (17. Jh.), mhd. ruoʒen ‘schwarz, schmutzig machen’. rußig Adj. früher auch rußicht, ‘mit Ruß behaftet, durch Ruß verschmutzt’, ahd. (h)ruozag (9./10. Jh.), mhd. ruoʒec, ruoʒic.

Thesaurus

Synonymgruppe
qualmen · rußen · ↗schwelen

Typische Verbindungen
computergeneriert

stinken

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›rußen‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Und es ist klar, daß diese Industrien nicht im weißen Kittel zu bewältigen sind, vielmehr raucht es und rußt es.
Die Zeit, 19.04.1985, Nr. 17
Deren Verbrennungssystem sei hoch modern und ruße nicht, sagt er.
Süddeutsche Zeitung, 11.03.2003
Aber deren Kerzen sind viel zu dünn und rußen enorm.
Süddeutsche Zeitung, 15.12.2001
Auf dem Pulte und an den Ecken des Tisches rußten dicke Talgkerzen.
Kolbenheyer, Erwin Guido: Das Gestirn des Paracelsus, München: J.F. Lehmanns 1964 [1921], S. 912
Aber er stinkt und rußt und fördert Lungenkrebs bei Mäusen und Menschen.
Der Tagesspiegel, 27.08.1999
Zitationshilfe
„rußen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/rußen>, abgerufen am 16.11.2019.

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