ruchbar

GrammatikAdjektiv (in Verbindung mit »werden«)
Aussprache
Worttrennungruch-bar
eWDG, 1974

Bedeutung

gehoben bekannt, offenkundig
Beispiele:
eine Sache, Tat wird ruchbar
es wurde ruchbar, dass ...
das Geheimnis ist ruchbar
Mittlerweile hatte der Weber Schubert ... den Verdacht, der auf Quinten lastete, ruchbar gemacht [G. Hauptm.Quint1,404]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

ruchbar Adj. ‘(durch umlaufendes Gerücht) bekannt, offenkundig’, meist in der Wendung ruchbar werden ‘bekannt werden, in die Öffentlichkeit dringen’. Der heute gültigen Form ruchbar geht frühnhd. ruchtbar voraus, das im 16. Jh. aus dem Nd. in die Literatursprache aufgenommen wird und sich noch bis ins 19. Jh. hält (Goethe und Schiller verwenden beide Formen, Luther gebraucht ruchtbar, rüchtbar und ruchbar). Nd. ruchtbar ist, wie ↗anrüchig, ↗berüchtigt und ↗Gerücht (s. d.), von mnd. ruchte ‘Ruf, Geschrei, Leumund’ abgeleitet, dem mhd. ruoft ‘Schrei, Geschrei, Gerücht, Ruf, Leumund’ entspricht (bei nd. -cht für hd. -ft, s. ↗echt, ↗Nichte, ↗Schlucht u. a.); zu ↗rufen (s. d.).

Typische Verbindungen
computergeneriert

Affäre Angelegenheit Betrug Machenschaft Manipulation Plan Sache Skandal Unregelmäßigkeit bald erstmals geworden inzwischen längst nämlich überhaupt

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›ruchbar‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Warum wurde der Fall erst jetzt ruchbar - und wie geht es den Töchtern?
Die Zeit, 12.02.2007, Nr. 07
Durch die nicht vorhandenen Bons würde auch das andere ruchbar werden.
Hartung, Hugo: Wir Wunderkinder, Düsseldorf: Droste Verl. 1970 [1959], S. 201
Als diese Absicht des Kanzlers ruchbar wurde, hagelte es Kritik.
Die Welt, 07.06.2004
So führte er die Bauern hinters Licht, und erst als es zu spät war, wurde dieser schändliche Verrat ruchbar.
Brenk, Klaus: Schleusingen und Umgebung, Leipzig: VEB F.A. Brockhaus Verlag 1965, S. 13
Die Angelegenheit wurde ruchbar und der Klubvorstand trat zur Beratung zusammen.
Baudissin, Wolf von u. Baudissin, Eva von: Spemanns goldenes Buch der Sitte. In: Zillig, Werner (Hg.), Gutes Benehmen, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1901], S. 23073
Zitationshilfe
„ruchbar“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/ruchbar>, abgerufen am 20.11.2019.

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