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ruchlos

Grammatik Adjektiv
Aussprache 
Worttrennung ruch-los
Wortbildung  mit ›ruchlos‹ als Erstglied: Ruchlosigkeit
eWDG

Bedeutung

gehoben gemein, niederträchtig
Beispiele:
ein ruchloser Mensch, ruchloses Gesindel
ein ruchloser Mörder
eine ruchlose Tat
jmdn. mit ruchloser Hand töten
etw. ruchlos vernichten, zerstören
jmdn. ruchlos verleumden, umbringen
Warum spaltet der Blitz die ruchlose Zunge nicht [ SchillerRäuberIII 1]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

ruchlos · Ruchlosigkeit
ruchlos Adj. ‘gewissenlos, niederträchtig, gemein, verrucht’, ahd. ruohhalōs (9. Jh.), mhd. ruochelōs ‘sorglos, unbekümmert’ ist von ahd. ruohha f. ‘Fürsorge, Bemühung’ (8. Jh.), ruoh m. ‘Bedenken, Beachtung’ (9. Jh.), mhd. ruoche, ruoch ‘Acht, Bedacht, Sorge’ (s. geruhen und verrucht) abgeleitet; vgl. die Entsprechungen mnd. rōkelōs, mnl. roekeloos, nl. roekeloos. Aus ‘sorglos, unbekümmert gegenüber dem, was als geheiligt gilt’ entwickelt sich im 16. Jh. die Bedeutung ‘gottlos, frevelhaft’, die danach in ‘gewissenlos, gemein, verbrecherisch’ übergeht. Ruchlosigkeit f. ‘Gemeinheit, Niedertracht’, spätmhd. ruochelōsikeit ‘Sorglosigkeit’.

Thesaurus

Synonymgruppe
arglistig · boshaft · bösartig · böse · fies · garstig · gehässig · gemein · hinterfotzig · hundsgemein · niederträchtig · perfid · perfide · ruchlos · schuftig · schurkisch · schäbig · schädlich · tückisch · verabscheuenswert · verabscheuungswürdig · verwerflich  ●  hundig  österr. · verrucht  veraltend · infam  geh. · mies  ugs. · schofel  ugs. · übel  ugs. · über Leichen gehend  ugs.
Assoziationen
Synonymgruppe
gewissenlos · ruchlos

Typische Verbindungen zu ›ruchlos‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›ruchlos‹.

Verwendungsbeispiele für ›ruchlos‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Die ruchlose Elite verwandelte Politik in die Kunst des Stehlens. [Die Zeit, 16.07.1998, Nr. 30]
Es waren nicht alle ruchlos, es waren nicht alle mutig. [Die Zeit, 22.09.2005, Nr. 39]
So ruchlos diese Taten auch sind, sie kommen nicht überraschend. [Die Welt, 04.06.1999]
Nach anfänglichem Leugnen gestanden sie ein, die ruchlose Tat in der Trunkenheit begangen zu haben. [Berliner Tageblatt (Abend-Ausgabe), 01.03.1904]
Ist es nicht Leichtsinn, mehr als das, ruchlos, diese Frau aus ihrer guten, kraftvollen Ruhe herauszureißen? [Feuchtwanger, Lion: Die Geschwister Oppermann, Berlin: Aufbau-Taschenbuch-Verl. 2001 [1933], S. 320]
Zitationshilfe
„ruchlos“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/ruchlos>.

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