rufen

GrammatikVerb · ruft, rief, hat gerufen
Aussprache
Worttrennungru-fen
Wortbildung mit ›rufen‹ als Erstglied: ↗Rufer · ↗Ruftaxi  ·  mit ›rufen‹ als Letztglied: ↗abrufen · ↗anrufen · ↗aufrufen · ↗ausrufen · ↗berufen1 · ↗dazwischenrufen · ↗durchrufen · ↗entgegenrufen · ↗errufen · ↗herabrufen · ↗heranrufen · ↗heraufrufen · ↗herausrufen · ↗herbeirufen · ↗hereinrufen · ↗herunterrufen · ↗hervorrufen · ↗herüberrufen · ↗hinaufrufen · ↗hineinrufen · ↗hinterherrufen · ↗hinunterrufen · ↗hinüberrufen · ↗nachrufen · ↗vorrufen · ↗wachrufen · ↗widerrufen · ↗zurufen · ↗zurückrufen · ↗zusammenrufen
eWDG, 1974

Bedeutungen

1.
jmd., ein Tier ruftjmd., ein Tier lässt seine Stimme ertönen
Beispiele:
leise, deutlich, kräftig, scharf, hell, schrill, lange, anhaltend, wiederholt, aufgeregt, entsetzt, wütend, zornig rufen
umgangssprachlichaus Leibeskräften rufen
saloppaus voller Kehle rufen
sich heiser rufen
die Kinder riefen laut
der Kuckuck ruft im Walde
2.
etw. mit lauter Stimme verkünden, ausrufen
Beispiele:
er rief: »Ihr habt recht!«
die Zeitungsverkäufer rufen: »Extrablatt!«
die Zuhörer riefen Beifall
übertragen
Beispiel:
jmdm., sich [Dativ] etw. ins Gedächtnis rufen (= jmdn., sich wieder an etw. erinnern)
ein Signal, Zeichen geben
Beispiele:
Alarm, Feuer rufen
Und Johanna wollte auch Hilfe rufen [C. Hauptm.Einhart2,105]
3.
jmdn. rufenjmdn. zu etw. auffordern, besonders zum Kommen
Beispiele:
wir riefen ihn
sie haben mich rufen lassen
den Arzt, die Polizei rufen
die Mutter rief mich in die Küche
jmdn. um, zu Hilfe rufen
das Publikum rief den Künstler vor den Vorhang
die Gäste zu Tisch rufen
jmdn. zu sich rufen
das Reh ruft sein Junges (= lockt es an)
süddeutsch, schweizerisch jmdm. rufen
Beispiel:
schweizerischMan rief der Kellnerin [HesseUnterm Rad1,540]
nach jmdm. rufennach jmdm. verlangen
Beispiele:
der Gast rief nach dem Ober
das Mädchen ruft nach der Mutter
übertragen etw. ruft jmdn.etw. fordert jmdn. zur Betätigung auf
Beispiele:
die Pflicht ruft uns
eine wichtige Besprechung rief ihn nach Berlin
die Berge rufen (= locken, sie zu besteigen)
umgangssprachlicher kommt wie gerufen (= er kommt im richtigen Augenblick)
Mein Dienst ruft mich [G. KaiserSilberseeI]
etw. ruft jmdn. auf den Planetw. lässt jmdn. in Aktion treten
Beispiele:
der Erfinder, das Projekt rief die Kritiker auf den Plan
ein Unternehmen, Institut ins Leben rufen (= gründen)
jmdn. zur Ordnung rufen (= jmdn. offiziell ermahnen)
das Horn, die Trommel ruft
die Trompete ruft zum Sammeln
4.
einen (festgelegten) Namen für jmdn. gebrauchen
Beispiele:
er hieß Johannes, aber sie riefen (= nannten) ihn Hans
jmdn. bei seinem Spitznamen rufen
5.
die telefonische Verbindung zu jmdm. herstellen, jmdn. anrufen
Beispiele:
jmdn. (unter der Nummer ...) rufen
das Fernamt rufen
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

rufen · Ruf1 · verrufen · Rufname
rufen Vb. ‘die Stimme laut ertönen lassen’. Das ursprünglich reduplizierende germ. Verb ahd. (h)ruofan (8. Jh.), mhd. ruofen, (md.) rūfen, rōfen, asächs. hrōpan, mnd. rōpen, mnl. nl. roepen, afries. hrōpa, aengl. hrōpan ‘rufen’ (germ. *hrōpan) ist ebenso wie schwach flektierendes ahd. (h)ruofen (9. Jh.), mhd. rüefen, ruofen, (md.) rūfen, rōfen, anord. hrōpa, hrœpa ‘verleumden, rufen’, schwed. ropa, got. hrōpjan ‘rufen’ (germ. *hrōpjan) vermutlich lautnachahmenden Ursprungs und gehört zu einer b-Erweiterung der Schallwurzel ie. *kar(ə)- ‘laut preisen, rühmen’, wozu auch ↗Ruhm (s. d.) und außergerm. aind. carkarti ‘erwähnt rühmend’, karkaríḥ, karkarī́ ‘eine Art Laute’, kīrtíḥ ‘Ruhm, Kunde, Erwähnung, Preis, Lob’, griech. karká͞irein (καρκαίρειν) ‘erdröhnen, erbeben, zittern’, kḗryx (κήρυξ), (dor.) kā́ryx (κάρυς) ‘Herold, Bote’, lit. kar̃das ‘Widerhall, Echo’, kardìntis ‘sich bemerkbar machen, von sich hören lassen’, ablautend alit. apkerdžiu ‘ich verkünde’ gestellt werden können. Ruf1 m. ‘lautliche Äußerung, Appell, Forderung, Berufung (in ein Amt), Leumund’, ahd. (h)ruof (11. Jh.), mhd. ruof, (md.) rūf, mnd. rōp ‘Ruf, Geschrei’, mnl. nl. roep, aengl. hrōp ‘Ruf, Geschrei, Klage’, anord. hrōp ‘Verleumdung, Gerücht’, got. hrōps ‘Ruf, Geschrei’ und ahd. (h)ruoft ‘Geschrei’ (8. Jh.), mhd. ruoft ‘Ruf, Geschrei, Schall, Leumund’ sind Abstraktbildungen zum Verb (vgl. auch ahd. gi(h)ruofti, mhd. geruofte, s. ↗Gerücht). verrufen Vb. (veraltet) ‘öffentlich bekanntmachen’, mhd. (stark und schwach) verruofen, verrüefen ‘öffentlich ausrufen’, danach ‘in schlechten Ruf bringen’ (17. Jh.). Heute nur noch verrufen Part.adj. ‘übel beleumdet, berüchtigt’ (18. Jh.). Rufname m. (19. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
anhalten · ↗herbeiwinken · rufen (Taxi)
Synonymgruppe
rufen · ↗schreien · ↗skandieren  ●  ↗brüllen  ugs. · ↗krakeelen  ugs. · ↗kreischen  ugs. · ↗krähen  ugs.
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Erinnerung Feuerwehr Gedächtnis Hilfe Leben Notarzt Ordnung Parole Plan Polizei Saal abrufen an anrufen auf aufrufen ausrufen dazu entgegenrufen er herbeirufen hervorrufen hinterherrufen laut nachrufen wach wachrufen zurufen zurückrufen zusammenrufen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›rufen‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Spätestens nach der Wahl fallen Sie um ", ruft einer von ihnen in seine Richtung.
Die Zeit, 30.08.2013, Nr. 34
Zum Spiel ist das ganze Dorf zusammengelaufen, und natürlich haben sie die üblichen unschönen Wörter gerufen.
Süddeutsche Zeitung, 31.12.2004
Einige, weil sie gehört hatten, daß Hoch gerufen wurde, riefen Hurra.
Schädlich, Hans Joachim: Tallhover, Reinbek bei Hamburg: Rowohlt 1986, S. 225
Da unterbrach sie ihn plötzlich und rief nach dem Opal.
Strauß, Botho: Der junge Mann, München: Hanser 1984, S. 120
Sobald er frei ist, wird er sie nicht mehr um Hilfe rufen.
Schuder, Rosemarie: Agrippa und Das Schiff der Zufriedenen, Berlin u. a.: Aufbau-Verl. 1987 [1977], S. 66
Zitationshilfe
„rufen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/rufen>, abgerufen am 12.12.2019.

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