ruinieren

Grammatik Verb · ruiniert, ruinierte, hat ruiniert
Aussprache 
Worttrennung ru-inie-ren · rui-nie-ren
Wortbildung  mit ›ruinieren‹ als Erstglied: ↗Ruinierung
Herkunft aus gleichbedeutend ruinerfrz
eWDG

Bedeutung

etw., jmdn., sich zugrunde richten
Beispiele:
sich [Dativ] die Augen, Gesundheit ruinieren
er hat sich [Dativ] seine Stimme, Nerven ruiniert
umgangssprachlichder Regen hat ihr Kleid, Schuhwerk ruiniert (= verdorben)
Georg hatte sich für sein ganzes Leben gesundheitlich ruiniert [ O. M. GrafMitmenschen201]
Wirtschaft jmds. wirtschaftliche Existenz vernichten
Beispiele:
jmdn., sich wirtschaftlich ruinieren
seine Konkurrenten wollten ihn völlig ruinieren
ein Geschäft, die Wirtschaft eines Landes ruinieren
er ist ruiniert, ein ruinierter Mann
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Ruine · Ruin · ruinieren
Ruine f. ‘zerfallenes, eingestürztes Gebäude, Trümmerstätte’, zuerst Ruinen Plur. (Ende 16. Jh.), Entlehnung aus gleichbed. lat. ruīnae Plur. (neben seltenerem ruīna Sing. ‘Einsturz, eingestürztes Gebäude, Zusammenbruch’), gelegentlich wohl auch aus früher als im Dt. bezeugtem afrz. frz. ruines Plur. Lat. ruīna ist Verbalabstraktum zu lat. ruere ‘rennen, stürzen, niederreißen, niederstürzen’. Ruin m. (anfangs auch f. nach frz. Vorbild) ‘Zusammenbruch, Untergang, Verderb, Verlust der wirtschaftlichen Existenz’, entlehnt (1. Hälfte 17. Jh.) aus frz. ruine f. ‘Einsturz (eines Gebäudes), Verwüstung, Untergang’, afrz. ‘Einsturz, Verfall, Verheerung, Verderben, Jammer’, dem lat. ruīna (s. oben) voraufgeht. ruinieren Vb. ‘verderben, zerstören, vernichten, zugrunde richten’ (2. Hälfte 16. Jh.; zuerst im militärischen Bereich), aus gleichbed. frz. ruiner, afrz. ‘einstürzen, niederfahren (vom Blitz), zugrunde richten’, Ableitung vom Substantiv afrz. frz. ruine. Doch vgl. auch mlat. ruinare ‘(ein)stürzen, zerstören’.

Thesaurus

Synonymgruppe
demolieren · ↗einschlagen · in Schutt und Asche legen · in Trümmer legen · ↗kaputt machen · ↗kaputtmachen · ↗niederreißen · ↗ramponieren · ruinieren · ↗vernichten · ↗verwüsten · von Grund auf zerstören · ↗zerbrechen · ↗zerfetzen · ↗zerschlagen · ↗zerschmettern · ↗zertrümmern · zuschanden machen  ●  ↗zernichten  veraltet, dichterisch · ↗zerstören  Hauptform · ↗(etwas) plattmachen  ugs. · ↗destruieren  geh. · ↗devastieren  geh. · ↗einhauen  ugs. · ↗himmeln  ugs. · ↗hinmachen  ugs. · ↗plattmachen  ugs. · ↗schrotten  ugs. · ↗torpedieren  geh., fig. · trashen  ugs. · ↗zerdeppern  ugs. · zerhackstückeln  ugs. · ↗zunichtemachen  geh.
Unterbegriffe
Assoziationen
Synonymgruppe
in Verruf bringen · ruinieren · ↗verderben · zu Grunde richten · zugrunde richten
Synonymgruppe
abwirtschaften · ruinieren · ↗runterwirtschaften · ↗zerrütten · zu Grunde richten · zugrunde richten
Oberbegriffe
Synonymgruppe
(jemandem) den (letzten) Rest geben · (jemandem) die Existenzgrundlage entziehen · (jemanden) zu Grunde richten · (jemanden) zugrunde richten · (jemandes) Existenz zerstören · an den Bettelstab bringen  ●  (jemanden) ruinieren  Hauptform
Assoziationen
  • (jemandem) sein Vermögen nehmen · (sein) Vermögen verlieren · ruinieren · um Hab und Gut bringen · verarmen lassen · zum Bettler machen · zum Bettler werden lassen  ●  an den Bettelstab bringen  veraltend, fig. · arm machen  Hauptform
  • (jemandem) den letzten Cent aus der Tasche ziehen · (jemandem) nichts lassen · ↗(jemanden) ausplündern · (jemanden) ohne einen Cent dastehen lassen  ●  (jemandem) das letzte (bisschen) Geld aus der Tasche ziehen  Hauptform, fig. · (jemanden) bis aufs Hemd ausziehen  fig. · ↗(jemanden) schröpfen  fig. · (jemandem) alles abnehmen  ugs. · (jemandem) alles wegnehmen  ugs. · (jemandem) das letzte Hemd ausziehen  ugs., fig. · (jemanden) ausnehmen wie eine Weihnachtsgans  ugs.
  • (ein Unternehmen) herunterwirtschaften · (wirtschaftlich) ruinieren · in den Ruin führen · in die Insolvenz führen · in die Pleite führen · schlecht führen · zugrunde richten  ●  an die Wand fahren (Unternehmen)  fig.
Synonymgruppe
(sich etwas) ruinieren (Kleidung, Frisur) · ↗(sich) verderben · ↗verhunzen · ↗verunstalten
Synonymgruppe
(jemandem) sein Vermögen nehmen · (sein) Vermögen verlieren · ruinieren · um Hab und Gut bringen · verarmen lassen · zum Bettler machen · zum Bettler werden lassen  ●  an den Bettelstab bringen  veraltend, fig. · arm machen  Hauptform
Assoziationen
  • (jemandem) den (letzten) Rest geben · (jemandem) die Existenzgrundlage entziehen · (jemanden) zu Grunde richten · (jemanden) zugrunde richten · (jemandes) Existenz zerstören · an den Bettelstab bringen  ●  (jemanden) ruinieren  Hauptform
  • alles verlieren · arm werden · in Armut fallen · ↗verarmen  ●  in Armut geraten  Hauptform
  • (jemandem) den letzten Cent aus der Tasche ziehen · (jemandem) nichts lassen · ↗(jemanden) ausplündern · (jemanden) ohne einen Cent dastehen lassen  ●  (jemandem) das letzte (bisschen) Geld aus der Tasche ziehen  Hauptform, fig. · (jemanden) bis aufs Hemd ausziehen  fig. · ↗(jemanden) schröpfen  fig. · (jemandem) alles abnehmen  ugs. · (jemandem) alles wegnehmen  ugs. · (jemandem) das letzte Hemd ausziehen  ugs., fig. · (jemanden) ausnehmen wie eine Weihnachtsgans  ugs.
Synonymgruppe
(ein Unternehmen) herunterwirtschaften · (wirtschaftlich) ruinieren · in den Ruin führen · in die Insolvenz führen · in die Pleite führen · schlecht führen · zugrunde richten  ●  an die Wand fahren (Unternehmen)  fig.
Assoziationen
  • (jemandem) den (letzten) Rest geben · (jemandem) die Existenzgrundlage entziehen · (jemanden) zu Grunde richten · (jemanden) zugrunde richten · (jemandes) Existenz zerstören · an den Bettelstab bringen  ●  (jemanden) ruinieren  Hauptform
  • auf Verschleiß (fahren) · nicht nachhaltig · ohne die erforderlichen Erhaltungsinvestitionen
  • (einen) Misserfolg verzeichnen · (mit etwas) nicht durchkommen · Misserfolg erleiden · Misserfolg haben · ↗scheitern · schlecht abschneiden · ↗versagen  ●  Schiffbruch erleiden  fig. · (etwas) an die Wand fahren  ugs., fig. · (sich) eine blutige Nase holen  ugs., fig. · auf den Bauch fallen (mit)  ugs., fig. · auf die Fresse fallen  derb, fig. · auf die Nase fallen  ugs., fig. · auf die Schnauze fallen  derb, fig. · auf die Schnauze fliegen  derb, fig. · baden gehen (mit)  ugs., fig. · eine Bauchlandung hinlegen (mit etwas)  ugs., fig. · ↗floppen  ugs.

Typische Verbindungen zu ›ruinieren‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›ruinieren‹.

Verwendungsbeispiele für ›ruinieren‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Dort ist nach einem halben Jahr täglichen Trainings der Rasen nämlich komplett ruiniert.
Bild, 06.01.1998
Während der "aktiven Zeit" habe Schneider allerdings einige Handwerker ruiniert.
Der Tagesspiegel, 23.12.1997
In früheren Zeiten ist mancher nach solchen Nächten ruiniert gewesen.
Heller, Gisela: Märkischer Bilderbogen, Berlin: Berlin Verlag der Nation 1978, S. 187
Du ruinierst das Instrument auf diese Manier mit unbedingter Sicherheit vollständig.
Opfermann, Hans Carl: Die neue Schmalfilm-Schule, Harzburg: Heering 1940, S. 125
Die Frau sei jetzt für ihr Leben ruiniert, ohne Mann.
Canetti, Elias: Die Blendung, München: Hanser 1994 [1935], S. 349
Zitationshilfe
„ruinieren“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/ruinieren>, abgerufen am 24.01.2021.

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