rumkriegen

Grammatik Verb · kriegt rum, kriegte rum, hat rumgekriegt
Aussprache [ˈʀʊmkʀiːgn̩]
Worttrennung rum-krie-gen
Wortzerlegung rum- kriegen1
DWDS-Vollartikel

Bedeutungen

1.
jmd. kriegt jmdn. rum
a)
umgangssprachlich eine Person dazu bewegen², veranlassen (b), eine Sache trotz Vorbehalten oder Bedenken zu tun; eine Person überreden, überzeugen, eine Sache trotz Vorbehalten oder Bedenken zu tun
Synonym zu herumkriegen (1 a), herumbekommen (1 a)
Beispiele:
Sie [die Verhandlungsexpertin] weiß, wie man sich am besten auf Gehaltsverhandlungen vorbereitet, auf welche Argumente man sich einstellen muss und mit welchen kleinen Tricks man den Chef rumkriegt. [Die Welt, 14.08.2020]
[Bundeskanzlerin] Merkel wird später [von Journalisten] gefragt, wie sie den japanischen Ministerpräsidenten denn nun rumgekriegt habe [dem Klimaschutzabkommen zuzustimmen]. [Süddeutsche Zeitung, 09.06.2015]
Es ist schwer vorzustellen, dass es die USA in einem Wahljahr nicht schaffen sollten, ihre wichtigsten Verbündeten am Golf noch einmal rumzukriegen und den Ölhahn aufzudrehen[…]. [Welt am Sonntag, 10.09.2000]
Wie würden Sie ihren Mann rumkriegen, einmal von Hamburg nach Hannover zu fahren? [Bild, 12.08.1999]
Ob die Abtrünnigen in der Fraktion sich aber mit dem Versprechen rumkriegen lassen, daß in künftigen Verhandlungen mit der Union die Abstimmung in der so strittigen Frage garantiert freigegeben wird, muß abgewartet werden. [Süddeutsche Zeitung, 21.01.1998]
Im Februar 1990 hat er [der Landesverbandsvorsitzende] mich dann rumgekriegt, [Partei-]Mitglied zu werden. [Berliner Zeitung, 25.06.1994]
allgemeiner Ich versuche, mich nicht rumkriegen zu lassen von dem aussichtslosen Rennen, finanziell einen Schritt voraus zu sein. [Süddeutsche Zeitung, 19.10.2018]
b)
salopp eine Person verführen (b); eine Person zum Geschlechtsverkehr überreden
Synonym zu herumkriegen (1 b), herumbekommen (1 b)
Beispiele:
Er ist Dating‑Coach geworden, weil er das am besten konnte: Frauen rumkriegen. [Welt am Sonntag, 24.05.2015]
Sie hat […] eine Flasche Wein aufgemacht, und sie kriegte mich rum, mit ihr ins Bett zu gehen[…]. [Süddeutsche Zeitung, 18.11.1995]
Bis zur Peinlichkeit versucht C, ihr Objekt der Begierde rumzukriegen. [Bild, 19.06.2019]
Blanc erhielt Einreiseverbot in Großbritannien, nachdem ein Video seiner Seminare veröffentlicht wurde, indem er demonstrierte, wie einfach japanische Frauen rumzukriegen seien. [Süddeutsche Zeitung, 08.12.2014]
Am Ende hat er mich doch rumgekriegt, ich habe da wohl eine Schwäche für charismatische Männer[…]. [Die Welt, 07.07.2014]
Um Mädels rumzukriegen, lügt Alex […] das Blaue vom Himmel. [Bild, 10.12.1998]
2.
umgangssprachlich jmd. kriegt etw. rum einen Zeitraum durch eine (unbedeutende) Tätigkeit überbrücken (3); eine Wartezeit mit einer (unbedeutenden) Tätigkeit ausfüllen (2)
Synonym zu herumkriegen (2), herumbekommen (2), herumbringen (3)
Beispiele:
[…] ich hatte [stets] meinen Laptop dabei und musste oft lange Wartezeiten und Busfahrten rumkriegen. [Welt am Sonntag, 11.03.2012]
Wie kriegt man zwei Wochen Quarantäne rum? [Süddeutsche Zeitung, 07.03.2020]
[…] so ein kleines Gerät [wie ein Smartphone] in der Tasche zu haben hilft gut, die Zeit rumzukriegen, und es hilft die sozialen Kontakte zu pflegen oder Arbeits‑Mails zu checken[…]. [Die Welt, 02.12.2014]
Die Sonne geht auf, sie geht unter und ich habe den Tag wieder rumgekriegt. [Der Standard, 13.02.2014]
Wie kriegt ihr denn eigentlich die Zeit bis zur Bescherung rum? [Berliner Zeitung, 24.12.2005]
[…] zu tun gibt es genug, und auch mit Nichtstun kriegt man die Zeit ja ganz gut rum. [Süddeutsche Zeitung, 27.12.2000]
Sonntag nachmittags war immer was los vor dem Hof […], vor allem im Sommer, wenn die Sonne schien und noch ein paar Stunden bis zum Tatort im Ersten [einem Sonntagskrimi im Fernsehen] rumzukriegen waren. [Der Spiegel, 02.03.1998]

letzte Änderung:

Thesaurus

Synonymgruppe
(auf jemanden) einwirken · (jemandem) gut zureden · (jemanden) traktieren · einreden (auf jemanden)  ●  zu überreden versuchen  Hauptform · (jemandem) in den Ohren liegen (mit)  ugs. · (jemanden) bereden  geh., veraltet · (jemanden) beschwatzen  ugs. · (jemanden) beschwätzen  ugs., süddt. · (so lange) belatschern (bis)  ugs. · beackern  ugs. · bearbeiten  ugs. · beknien  ugs., fig. · bequatschen  ugs. · besabbeln  ugs. · breitschlagen (wollen)  ugs., fig. · herumkriegen wollen  ugs. · immer wieder anfangen von  ugs. · immer wieder ankommen mit  ugs. · rumkriegen (wollen)  ugs. · so lange wiederholen, bis es einem zu den Ohren wieder herauskommt  ugs., fig., übertreibend · überreden (wollen)  ugs.
Assoziationen
Synonymgruppe
(jemanden) herumkriegen · (jemanden) ins Bett bekommen  ●  (jemanden) abschleppen  ugs. · (jemanden) aufreißen  derb, fig. · (jemanden) rumkriegen  ugs. · (sich jemanden) klarmachen  ugs., salopp
Assoziationen
Synonymgruppe
darauf warten, dass die Zeit vergeht · darauf warten, dass etwas vorbei ist  ●  (Zeit) hinter sich bringen  Hauptform · (Zeit) herumbringen  ugs. · (Zeit) herumkriegen  ugs. · (Zeit) rumkriegen  ugs.
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›rumkriegen‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›rumkriegen‹.

Zitationshilfe
„rumkriegen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/rumkriegen>.

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