rumpeln

GrammatikVerb · rumpelt, rumpelte, hat/ist gerumpelt
Aussprache
Worttrennungrum-peln
Wortbildung mit ›rumpeln‹ als Erstglied: ↗Rumpelfußball · ↗Rumpelfußballer · ↗Rumpelgeräusch · ↗Rumpelkammer · ↗Rumpelkasten · ↗Rumpelstilzchen · ↗rumpelig · ↗rumplig
 ·  mit ›rumpeln‹ als Letztglied: ↗abrumpeln · ↗herunterrumpeln · ↗hinausrumpeln · ↗vorbeirumpeln · ↗überrumpeln
 ·  mit ›rumpeln‹ als Grundform: ↗Rumpelei  ·  formal verwandt mit: ↗Gerumpel
eWDG, 1974

Bedeutungen

1.
umgangssprachlich ein dumpfes, polterndes Geräusch verursachen
Grammatik: mit Hilfsverb ‘hat’
Beispiele:
die Maschine, der Donner rumpelt
sie rumpeln mit den Kisten, Koffern
der Wagen hat tüchtig gerumpelt
es rumpelt im Stall
ein rumpelndes Dröhnen
in seinem [des Fuchses] Wanst rumpelt und pumpelt es (= kollert es sehr) [LönsMümmelmann4,112]
2.
umgangssprachlich dumpf polternd fahren
Grammatik: mit Hilfsverb ‘ist’
Beispiele:
der Lastwagen, die Straßenbahn rumpelt durch die Straßen
die Fuhrwerke rumpeln über das Pflaster, über die Brücke
der Zug ist über die Weichen gerumpelt
An einem Morgen […] rumpelte ein Möbelwagen vors Haus [MarchwitzaJugend212]
3.
ostmitteldeutsch, salopp etw. rumpelnetw. kräftig und geräuschvoll reiben, scheuern
Grammatik: mit Hilfsverb ‘hat’
Beispiele:
die Wäsche rumpeln
sie rumpelt auf einem Waschbrett die Kleidungsstücke [SteinbergEinzug317]
jmdn., sich rumpelnjmdn., sich kräftig abreiben
Beispiele:
die Mutter hat das Kind beim Baden kräftig gerumpelt
sich mit dem Handtuch rumpeln
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

rumpeln · überrumpeln · Rumpelkammer · Rumpelstilzchen
rumpeln Vb. ‘ein dumpfes, polterndes Geräusch verursachen, (mit dem Wagen) polternd fahren’, mhd. rumpeln ‘mit Ungestüm, geräuschvoll sich bewegen oder fallen, lärmen, poltern’, mnd. rumpelen, engl. to rumble ‘poltern, rattern, rollen, grollen, knurren’ sind iterative lautmalende Bildungen (wie ↗rummeln, s. ↗Rummel). überrumpeln Vb. ‘unerwartet angreifen, überraschen, in Verwirrung bringen’ (Anfang 16. Jh.), eigentlich ‘lärmend, mit Getöse überfallen’. Rumpelkammer f. ‘Abstellraum für altes Gerät’ (2. Hälfte 18. Jh.), vgl. nl. rommelkamer; d. i. die Kammer mit ↗Gerümpel (s. d.), das polternd zusammenfällt, daher ‘Kammer, in der es poltert, geistert, spukt’, vgl. Rumpelgeist m. ‘polternder Kobold’ (Luther). Rumpelstilzchen n. zwerghafte Gestalt des deutschen Märchens (1812 in Grimms Kinder- und Hausmärchen), Deminutivum von Rumpelstilz ‘lärmender, rumpelnder, spukender Kobold’, älter Rumpele stilt (2. Hälfte 16. Jh.); vgl. (heute veraltet) Stülz, Stülzer (15. Jh.), Stilzer (16. Jh.) ‘Hinkender’, das wohl zu der unter ↗Stelze (s. d.) angeführten Wortgruppe gehört. Daneben Rumpenstünzchen (1808 in einer handschriftlichen Märchenaufzeichnung J. Grimms); dazu vgl. mnd. stunselvōt ‘Hinkefuß’ (als Beiname), nd. Stunzel ‘kleiner dicker Mensch’ (18. Jh.), mhd. stunz ‘stumpf, abgestumpft, kurz’, wohl n-Erweiterungen zu dem unter ↗stutzen (s. d.) behandelten Verb.

Thesaurus

Synonymgruppe
poltern · rumpeln  ●  ↗bollern  ugs., regional · ↗bullern  ugs. · ↗rumsen  ugs. · wämsen  ugs., regional
Oberbegriffe
  • (ein) Geräusch machen · zu hören sein
Assoziationen
Synonymgruppe
donnern · ↗krachen · ↗poltern · rumpeln · ↗rumsen
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Fahrstuhl Feldweg Fuhrwerk Jeep Karren Kopfsteinpflaster Kutsche Ochsenkarren Pferdefuhrwerk Pferdekarren Pferdekutsche Pflaster Randstein Schlagloch Schotterpiste Straßenbahn entlang heran hinauf hinunter los poltern rappeln rattern ruckeln scheppern vorbei vorbeirumpeln vorüber zischen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›rumpeln‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Die ersten Monate »rumpele« es dann, danach beruhige sich die Situation meist wieder.
Die Zeit, 27.07.2009, Nr. 30
Sie rumpelte noch einige Meter über das Pflaster, streifte ein Auto.
Bild, 13.08.1999
Bierfässer rumpelten über den Hof, und natürlich rauschten die Fälle.
Widmer, Urs: Im Kongo, Zürich: Diogenes 1996, S. 189
Schwerfällig, von den langen Ochsenreihen gezogen, rumpelten die großen Wagen dahin.
Frenssen, Gustav: Peter Moors Fahrt nach Südwest, Berlin: Grote 1920 [1906], S. 36
Über unseren Köpfen, im ersten Stockwerk räumten die Dienstboten rumpelnd unsere Zimmer auf.
Neue deutsche Literatur, 1953, Nr. 2, Bd. 1
Zitationshilfe
„rumpeln“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/rumpeln>, abgerufen am 22.11.2019.

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