runden

Grammatik Verb · rundet, rundete, hat gerundet
Aussprache 
Worttrennung run-den
Grundform rund
Wortbildung  mit ›runden‹ als Erstglied: Rundung  ·  mit ›runden‹ als Letztglied: abrunden · aufrunden · ausrunden · umrunden · überrunden
 ·  mit ›runden‹ als Grundform: entrunden  ·  formal verwandt mit: wohl gerundet · wohlgerundet

Bedeutungsübersicht+

  1. 1. ⟨sich runden⟩ rund, rundlich werden
    1. ⟨etw. runden⟩ etw. rund, rundlich machen
  2. 2. ⟨sich runden⟩ vollständig werden, sich vervollkommnen
    1. ⟨etw. runden⟩ etw. vollständig machen, vervollkommnen
eWDG

Bedeutungen

1.
sich rundenrund, rundlich werden
Beispiele:
der Mond rundet sich zur vollen Scheibe
die Lippen runden sich
ihre Wangen haben sich schön gerundet
etw. rundenetw. rund, rundlich machen
Beispiele:
der Kater rundet den Buckel
die neue Kostümmode bevorzugt gerundete Vorderkanten
2.
sich rundenvollständig werden, sich vervollkommnen
Beispiele:
ein Jahr rundet sich (= wird voll, geht dem Ende zu)
so rundet sich das Bild (= vervollständigt sich der Eindruck)
etw. rundenetw. vollständig machen, vervollkommnen
Beispiele:
der Zyklus der Gedichte ist ein gerundetes Ganzes
Milch und Zucker runden den Geschmack [des Tees] [ Tageszeitung1954]
Ihr Zynismus rundet das Bild! [ NollHolt2,467]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

rund · Rund · Runde · runden · abrunden · überrunden · rundlich · Rundung
rund Adj. ‘kugel-, kreisförmig, ohne Ecken’, (vom Körper) ‘füllig’, mhd. runt ‘rund, geschickt, gewandt’, mnd. runt sind wie mnl. ront, nl. rond Entlehnungen aus afrz. reont, älter roont, (anglonorm.) ruunt ‘rund, einfach, ruhig’ (frz. rond). Diesem geht vlat. *retundus vorauf, durch Dissimilation entstanden aus (noch in den frühesten afrz. Formen fortlebendem) lat. rotundus ‘scheibenrund’, dann ‘kugelrund’ und überhaupt ‘rund’, zu lat. rota ‘Rad’, übertragen ‘Sonnenscheibe, Kreis’ (verwandt mit Rad, s. d.). Rund n. ‘Rundung, Wölbung, kreis- oder kugelförmige Gestalt, umliegendes Gebiet, Umkreis, Umgebung’ (17. Jh.), aus dem substantivierten Adjektiv frz. rond m. ‘das Runde, Kreis, Ring’, früher daher auch der Rund. Runde f. ‘Umkreis’ (vgl. spätmhd. ze rund ‘ringsum’, afrz. a la reonde), ‘das Rundsein, runde Form, Kreis’ (16. Jh., auch umgelautet Ründe), Substantivierung des Adjektivs. Im Sinne von ‘gesellige Zusammenkunft, Kreis von Personen, die sich zum Essen und Trinken zusammenfinden’ hervorgegangen aus Tafelrunde, das im 18. Jh. von Wieland aufgenommen wird nach mhd. tavelrunde, einer Entlehnung von afrz. la Table Reonde ‘Tafelrunde des Königs Artus’ (eigentlich ‘die runde Tafel’). Runde in der Bedeutung ‘Kontrollgang zur Überprüfung militärischer Wachtposten’ (Anfang 17. Jh., zuerst Ronde), ‘die den Kontrollgang durchführende(n) Person(en)’ (Ende 17. Jh.) ist eine Entlehnung von gleichbed. mfrz. frz. ronde. Dies wird als Substantivierung des Adjektivs rond empfunden (auch im Dt. beim Entlehnungsvorgang), ist jedoch eine Rückbildung aus dem Verb mfrz. ronder ‘einen Kontrollgang machen, die Wachtposten überprüfen’, das auf aspan. arrobdar mit den Nebenformen robdar, roldar, rondar ‘mit der Wache herumziehen, patrouillieren, bewachen’ (span. rondar) beruht, einer Bildung zu arab. ar-ruḅt ‘fünf oder mehr zusammengekoppelte Pferde, die zur Verwendung auf Grenzwacht bereitstehen’. Dazu die verbale Fügung (die) Runde(n) gehen ‘Posten kontrollieren’ (17. Jh.), dann allgemein die Runde machen ‘einen Rundgang machen’. runden Vb. (früher auch ründen) ‘rund machen, abrunden, vervollkommnen, vollenden’, reflexiv ‘rund werden, sich vervollkommnen, Gestalt annehmen’, vgl. gerunt Part. Prät. (Ende 15. Jh.), ronden (15. Jh.). abrunden Vb. (früher auch abründen) ‘(annähernd) rund, glatt machen, bei Zahlen, Geldbeträgen die Endziffer(n) durch Null(en) ersetzen’ (17. Jh.). überrunden Vb. ‘jmdn. bei einem Wettlauf oder einer Wettfahrt um eine oder mehrere Runden überholen’ (20. Jh.). rundlich Adj. ‘annähernd rund, mollig, füllig, ein wenig dick’ (18. Jh.), älter rundlicht (17. Jh.), rundlächt (16. Jh.); doch vgl. runtlich Adv. (15. Jh.). Rundung f. ‘runde Form, Wölbung’, frühnhd. ‘Umdrehung im Kreise’ (15. Jh.).

Typische Verbindungen zu ›runden‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›runden‹.

Verwendungsbeispiele für ›runden‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Manch sagenhafte Geschichte über geheimnisvolle Orte macht hier die Runde.
Der Tagesspiegel, 10.10.2004
So rundet sich die Erde doch wieder zur Scheibe mit Japan als ihrem Mond.
Die Zeit, 30.12.1998, Nr. 1
Diese Kirche rundete sich mit der kühnsten Kuppel der Welt zum Symbol ihrer Zeit.
Rubin, Berthold: Das Römische Reich im Osten. Byzanz. In: Propyläen Weltgeschichte, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1963], S. 21321
Ecken harmonisch runden, eine schöne Linie, eine schöne Fläche bescheiden freigeben, eine Disharmonie geschickt überdecken.
Weber, Annemarie (Hg.), Die Hygiene der Schulbank, Wiesbaden: Falken-Verl. 1955, S. 21
Es springt über Stock und Stein und rundet die Dinge zur Annehmlichkeit.
Mann, Thomas: Der Zauberberg, Gütersloh: Bertelsmann 1998 [1924], S. 696
Zitationshilfe
„runden“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/runden>, abgerufen am 01.12.2021.

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