rundlich

GrammatikAdjektiv
Aussprache
Worttrennungrund-lich (computergeneriert)
Wortbildung mit ›rundlich‹ als Erstglied: ↗Rundlichkeit
eWDG, 1974

Bedeutungen

1.
mollig, etwas dick
Beispiele:
eine kleine rundliche Frau
eine ältere rundliche Person
sie hatte etwas rundlichere Formen bekommen
ein rundliches Kinn
eine rundliche Figur
Jetzt ist sie nun rundlich geworden und beinah gebildet [FontaneTreibelI 3,307]
2.
annähernd rund
Beispiele:
ein rundliches Bündel
eine rundliche Lichtung
der Stein ist rundlich geschliffen
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

rund · Rund · Runde · runden · abrunden · überrunden · rundlich · Rundung
rund Adj. ‘kugel-, kreisförmig, ohne Ecken’, (vom Körper) ‘füllig’, mhd. runt ‘rund, geschickt, gewandt’, mnd. runt sind wie mnl. ront, nl. rond Entlehnungen aus afrz. reont, älter roont, (anglonorm.) ruunt ‘rund, einfach, ruhig’ (frz. rond). Diesem geht vlat. *retundus vorauf, durch Dissimilation entstanden aus (noch in den frühesten afrz. Formen fortlebendem) lat. rotundus ‘scheibenrund’, dann ‘kugelrund’ und überhaupt ‘rund’, zu lat. rota ‘Rad’, übertragen ‘Sonnenscheibe, Kreis’ (verwandt mit ↗Rad, s. d.). Rund n. ‘Rundung, Wölbung, kreis- oder kugelförmige Gestalt, umliegendes Gebiet, Umkreis, Umgebung’ (17. Jh.), aus dem substantivierten Adjektiv frz. rond m. ‘das Runde, Kreis, Ring’, früher daher auch der Rund. Runde f. ‘Umkreis’ (vgl. spätmhd. ze rund ‘ringsum’, afrz. a la reonde), ‘das Rundsein, runde Form, Kreis’ (16. Jh., auch umgelautet Ründe), Substantivierung des Adjektivs. Im Sinne von ‘gesellige Zusammenkunft, Kreis von Personen, die sich zum Essen und Trinken zusammenfinden’ hervorgegangen aus Tafelrunde, das im 18. Jh. von Wieland aufgenommen wird nach mhd. tavelrunde, einer Entlehnung von afrz. la Table Reonde ‘Tafelrunde des Königs Artus’ (eigentlich ‘die runde Tafel’). Runde in der Bedeutung ‘Kontrollgang zur Überprüfung militärischer Wachtposten’ (Anfang 17. Jh., zuerst Ronde), ‘die den Kontrollgang durchführende(n) Person(en)’ (Ende 17. Jh.) ist eine Entlehnung von gleichbed. mfrz. frz. ronde. Dies wird als Substantivierung des Adjektivs rond empfunden (auch im Dt. beim Entlehnungsvorgang), ist jedoch eine Rückbildung aus dem Verb mfrz. ronder ‘einen Kontrollgang machen, die Wachtposten überprüfen’, das auf aspan. arrobdar mit den Nebenformen robdar, roldar, rondar ‘mit der Wache herumziehen, patrouillieren, bewachen’ (span. rondar) beruht, einer Bildung zu arab. ar-ruḅt ‘fünf oder mehr zusammengekoppelte Pferde, die zur Verwendung auf Grenzwacht bereitstehen’. Dazu die verbale Fügung (die) Runde(n) gehen ‘Posten kontrollieren’ (17. Jh.), dann allgemein die Runde machen ‘einen Rundgang machen’. runden Vb. (früher auch ründen) ‘rund machen, abrunden, vervollkommnen, vollenden’, reflexiv ‘rund werden, sich vervollkommnen, Gestalt annehmen’, vgl. gerunt Part. Prät. (Ende 15. Jh.), ronden (15. Jh.). abrunden Vb. (früher auch abründen) ‘(annähernd) rund, glatt machen, bei Zahlen, Geldbeträgen die Endziffer(n) durch Null(en) ersetzen’ (17. Jh.). überrunden Vb. ‘jmdn. bei einem Wettlauf oder einer Wettfahrt um eine oder mehrere Runden überholen’ (20. Jh.). rundlich Adj. ‘annähernd rund, mollig, füllig, ein wenig dick’ (18. Jh.), älter rundlicht (17. Jh.), rundlächt (16. Jh.); doch vgl. runtlich Adv. (15. Jh.). Rundung f. ‘runde Form, Wölbung’, frühnhd. ‘Umdrehung im Kreise’ (15. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
dicklich · ↗drall · ↗mollig · ↗mopsig · ↗prall · rundlich  ●  ↗moppelig  ugs. · ↗pummelig  ugs.
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Bauch Brille Form Gebilde Gesicht Gestalt Heck Heckpartie Herr Hüfte Karosserie Kerl Korn Körper Mittfünfziger Statur Wange blond freundlich gedrungen geformt gemütlich gezeichnet jovial klein oval resolut untersetzt weich wirkend

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›rundlich‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Vielleicht sei er ihm dann auch geistig zu rundlich geraten.
Der Tagesspiegel, 26.05.1999
Der einst so rundliche Mann war nur noch ein Schatten seiner selbst.
Bild, 29.07.1998
Er nimmt die Eier auf; sie sind rundlich, etwa erbsengroß.
Welt und Wissen, 1929, Nr. 3, Bd. 18
Wenn er noch Zähne hat, müssen sie sehr sehr klein und rundlich sein.
Walser, Martin: Halbzeit, Frankfurt a. M.: Suhrkamp 1997 [1960], S. 321
Er hatte noch kleiner und rundlicher als sonst ausgeschaut, aber sehr sorgenvoll.
Fallada, Hans: Wer einmal aus dem Blechnapf frißt - Bd. 2, Berlin u. a.: Aufbau-Verl. 1990 [1934], S. 80
Zitationshilfe
„rundlich“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/rundlich>, abgerufen am 22.09.2019.

Weitere Informationen …

alphabetisch vorangehend alphabetisch nachfolgend
Rundlauf
Rundkurs
Rundkuppel
Rundkornreis
rundköpfig
Rundlichkeit
Rundling
Rundmaul
Rundnadel
Rundpfeiler