runzeln

GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennungrun-zeln (computergeneriert)
Wortbildung mit ›runzeln‹ als Letztglied: ↗umrunzeln
eWDG, 1974

Bedeutung

die Stirn, Augenbrauen runzelndie Stirn zu Falten, die Augenbrauen zusammenziehen
Beispiele:
er runzelte abweisend, finster, unmutig, besorgt, erstaunt die Stirn
sie runzelt die Stirn über die Störung (= sie zeigt durch Runzeln der Stirn, dass sie ungehalten ist)
mit gerunzelter Stirn, gerunzelten Brauen sah sie sich das Diktatheft des Sohnes an
meine Haifischchen ... die das Blitzen meiner Augenwinkel in Mord umsetzen und das Runzeln meiner Brauen in Brand! [DürrenmattHörspiele51]
etw. runzelt sichetw. bildet Runzeln
Beispiele:
die Schalen überreifen Obstes runzeln sich
der Schneehang runzelt sich, bevor er als Lawine niederbricht [Becher6,562]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Runzel · runz(e)lig · runzeln
Runzel f. ‘Hautfalte, Falte auf der Oberfläche, Furche’, ahd. runzilo m. (10. Jh.), runzila f. (11. Jh.), mhd. runzel ‘Runzel’, Deminutivum von ahd. runza (um 1000), mhd. runze. Setzt man älteres *hrunkza aus germ. *hrunkita voraus, aus dem ahd. runza durch Konsonantenerleichterung hervorgegangen sein könnte, so lassen sich vergleichen mhd. runke ‘Runzel’, anord. hrukka (*hrunkwōn), schwed. rynka (aus *hrunkwjōn) ‘Runzel’ und (ablautend) anord. hrøkkva (aus *hrenkwan) ‘sich krümmen, ringeln, zurückweichen’ sowie kausatives hrøkkva (aus *hrankwjan) ‘schlingen, schleudern, fortjagen’, ferner mit anlautendem sk- anord. skrukka ‘Rindenkorb’, eigentlich ‘altes runzliges Weib’, schwed. (mundartlich) skrokka ‘runzlige alte Frau, Korb aus Birkenrinde’, schwed. skrynkla ‘Runzel; knittern’, aengl. scrincan ‘sich zusammenziehen, schrumpfen, welken’, engl. to shrink ‘(ein-, zusammen)schrumpfen, eingehen, einlaufen, abnehmen’, mnl. schrinken ‘sich zurückziehen’. Alle Formen führen auf ie. *(s)kreng-, nasalierte Form von ie. *(s)kerg-, einer Erweiterung der verbreiteten (s. ↗Ring, ↗Rücken, ↗schräg, ↗Schrank, ↗Schranke, ↗schreiten) Wurzel ie. *(s)ker- ‘drehen, biegen, kreisend bewegen’ und auch ‘einschrumpfen, runzeln’. runz(e)lig Adj. ‘von Runzeln durchzogen, faltig’ (18. Jh.), älter runzlicht, ahd. runziloht (11. Jh.), mhd. runzeleht. runzeln Vb. ‘Runzeln bilden, in Falten legen, ziehen’, reflexiv ‘Runzeln bekommen’, mhd. runzeln.

Thesaurus

Synonymgruppe
runzeln (Stirn, Augenbrauen) · ↗rümpfen (Nase)

Typische Verbindungen
computergeneriert

Augenbraue Braue Brauen Haut Herr Kritiker Stirn bedenklich besorgt da darüber fragend heben lächeln mißbilligend mißtrauisch nachdenklich schütteln skeptisch sorgenvoll ungläubig unwillig verständnislos vielleicht zusammenkneifen überlegen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›runzeln‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Wir kontrollieren, runzeln, falten, maskieren und verschleiern es, wir lassen es lachen und leiden.
Die Welt, 16.11.2005
Das kann er überhaupt nicht verstehen und runzelt die Stirn.
Der Tagesspiegel, 29.03.2002
Ein junger Mann vor ihnen drehte sich um und runzelte die Stirn.
Boie, Kirsten: Skogland, Ort: Hamburg 2005, S. 376
Er runzelt die Stirn bei dem »richtigen Kaffee« und schweigt.
Dückers, Tanja: Spielzone, Berlin: Aufbau-Taschenbuch-Verl. 2002 [1999], S. 136
Sie sah auf die Blätter nieder und runzelte die Stirn.
Langgässer, Elisabeth: Das unauslöschliche Siegel, Hamburg: Claassen 1959 [1946], S. 897
Zitationshilfe
„runzeln“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/runzeln>, abgerufen am 19.06.2019.

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