rupfen

GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennungrup-fen
Wortbildung mit ›rupfen‹ als Letztglied: ↗abrupfen · ↗ausrupfen · ↗ungerupft
eWDG, 1974

Bedeutung

etw. herausziehen, abreißen
Beispiele:
Kaninchenfutter rupfen
Moos von den Bäumen rupfen
meine Stute ... rupfte büschelweise das Gras [A. HolzBuch d. Zeit92]
Er arbeitet in der Frauenkolonne: Disteln stechen, Hedrich rupfen, Kraut pflanzen [StrittmatterOchsenkutscher162]
Seine algerischen Arbeiter erhalten am Tag etwa 3 DM dafür, daß sie das schneidende Halfagras mit den bloßen Händen rupfen [Urania1958]
als wir uns ... auf den Weg machen, rupft (= zerrt) der Wind an unseren Ohren [UhseTagebuch77]
Geflügel rupfendie Federn des geschlachteten Geflügels ausreißen
Beispiele:
Geflügelfarmen rupfen maschinell
Enten, Hühner rupfen
salopp nach dem Regenguss sah sie aus wie ein gerupftes Huhn
salopp Dabei fror ich wie ein gerupfter Spatz [Kisch1,329]
Handwerk die harten Grannenhaare beim Zurichten eines Biberfells, Nutriafelles entfernen
Beispiel:
Sein [des Bibers] Fell, das bei der Zurichtung geschoren oder gerupft wird, ergibt einen der dauerhaftesten und schönsten Pelze [Tageszeitung1956]
umgangssprachlich, scherzhaft, übertragen
Beispiel:
mit jmdm. ein Hühnchen zu rupfen haben (= mit jmdm. etw. zu bereinigen, sich auseinanderzusetzen haben)
salopp jmdn. rupfenjmdm. (viel) Geld abnehmen
Beispiele:
jmdn. beim Kartenspiel rupfen
Rupfen Sie sie gehörig. Sie ist sehr begütert [BrechtRundköpfe9]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

rupfen · ruppig
rupfen Vb. ‘herausziehen, ruckartig ab-, ausreißen, pflücken, übervorteilen’, ahd. rophōn (11. Jh.), mhd. rupfen, rüpfen, ropfen ‘ausreißen, zupfen, zausen, pflücken’, mnd. mnl. nl. (landschaftlich) roppen, nd. ruppen, anord. ruppa ‘ausrupfen, plündern’ ist Intensivbildung zu dem unter ↗raufen (s. d.) angeführten Verb. ruppig Adj. ‘unhöflich, flegelhaft, grob, ungepflegt, struppig’, im 18. Jh. aus dem Nd. und Md. in die Literatursprache aufgenommen, zu nd. ruppen ‘ausreißen, zupfen’ (s. oben), ursprünglich wohl ‘wieein gerupfter Vogel aussehend’.

Thesaurus

Synonymgruppe
jäten · rupfen · ↗zupfen (Unkraut)
Synonymgruppe
rupfen · ↗zupfen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Adler Büschel Feder Federvieh Fell Gans Gras Hahn Halm Huhn Kraut Kupplung Schaf Strauch Unkraut Ziege Zweig abrupfen auseinander ausnehmen ausrupfen braten heraus herum putzen raus rupfen schlachten zerren zupfen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›rupfen‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Die lassen sich nun keineswegs mit zwei Gabeln auseinander rupfen, da muss ein Messer her!
Die Zeit, 22.04.2002, Nr. 16
Nur vier der zehn weltbesten Spieler hatten überhaupt gemeldet, die deutsche Vertretung präsentiert sich schon jetzt arg gerupft.
Süddeutsche Zeitung, 08.05.1996
Der Beamte griff nach meiner Hand und rupfte an dem Ring.
Franck, Julia: Lagerfeuer, Köln: DuMont Literatur und Kunst Verlag 2003, S. 19
Die Mädchen rupfen und zupfen Papier, dann rennen sie in die Wälder.
Strittmatter, Erwin: Der Laden, Berlin: Aufbau-Verl. 1983, S. 230
Sie hat auch noch ein Hühnchen mit uns zu rupfen.
Brief von Ernst G. an Irene G. vom 27.03.1940, Feldpost-Archive mkb-fp-0270
Zitationshilfe
„rupfen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/rupfen>, abgerufen am 21.08.2019.

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