rutschen
GrammatikVerb · rutschte, ist gerutscht
Aussprache
Worttrennungrut-schen (computergeneriert)
Wortbildung mit ›rutschen‹ als Erstglied: ↗Rutschbahn · ↗Rutschgefahr · ↗Rutschpartie · ↗rutschfest · ↗rutschsicher
 ·  mit ›rutschen‹ als Letztglied: ↗abrutschen · ↗ausrutschen · ↗durchrutschen · ↗herausrutschen · ↗herumrutschen · ↗herunterrutschen · ↗hinabrutschen · ↗hinrutschen · ↗hochrutschen · ↗langrutschen · ↗nachrutschen · ↗näherrutschen · ↗reinrutschen · ↗runterrutschen · ↗wegrutschen · ↗zusammenrutschen
 ·  Ableitung von ›rutschen‹: ↗verrutschen
eWDG, 1974

Bedeutungen

1.
sich gleitend auf einer Fläche fortbewegen oder abwärts gleiten
Beispiele:
er rutschte auf der Bank zur Seite, hin und her
sie rutschen in den Graben
der Hut ist ihm ins Gesicht gerutscht
die Strümpfe rutschen (= sitzen nicht fest)
er ist mit dem Fuß gerutscht (= ist ausgeglitten)
übertragen
Beispiele:
umgangssprachlich, abwertend vor jmdm. auf den Knien rutschen (= sich vor jmdm. erniedrigen, sich vor jmdm. unterwürfig verhalten)
umgangssprachlich, scherzhaft ihr rutscht das Geld leicht durch die Finger (= sie gibt es leicht aus)
salopp, scherzhaft ihm rutschte das Herz in die Hose (= er verlor den Mut)
landschaftlich schlittern
Beispiel:
über den gefrorenen Schnee rutschen
2.
irgendwohin rutschen salopp eine kleine Reise, eine Spritztour machen
Beispiele:
wir sind zum Wochenende an die Ostsee gerutscht
es wäre unverantwortlich, wenn man bei dieser Gelegenheit nicht weiter rutschte; – hinüber bis nach San Francisco [SchnitzlerDas weite LandI]
3.
das Essen rutscht nicht umgangssprachlich, scherzhaft das Essen ist jmdm. zuwider, widersteht jmdm.
Beispiele:
es wollte nicht rutschen
»Trink einen, dann rutscht es [das Wellfleisch] besser« [StrittmatterTinko202]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

rutschen · rutsch · Rutsch1 · rutschig · Rutsch2 · Rutsche · Rutschbahn
rutschen Vb. ‘sich gleitend auf einer Fläche fortbewegen, (aus)gleiten’ (16. Jh.), rütschen (15. Jh.) steht mit affektischer Lautverschärfung (-tsch- aus -tz-, s. ↗fletschen) zu lautmalendem spätmhd. rutzen, rützen. Vgl. rutsch Interj. Schallwort für gleitende Bewegung, kindersprachlich (mit Sekundärablaut) rirarutsch. Rutsch1 m. ‘gleitende Abwärtsbewegung’, obd. Erdrutsch ‘Bergsturz’, im 19. Jh. in die Literatursprache aufgenommen. Auch (scherzhaft) ‘kleiner, kurzer Ausflug’, im Anschluß an rutschen ‘(aus)fahren, reisen’. rutschig Adj. ‘glatt, schlüpfrig’ (19. Jh.), älter rutschicht, rütschicht (17. Jh.). Rutsch2 m. im Neujahrswunsch Guten Rutsch (ins Neue Jahr)! (um 1900). Herkunft ungewiß. Durchaus möglich ist ein Anschluß der Wendung an Rutsch im Sinne von ‘Ausflug, Fahrt, Reise’ (s. oben). Doch erwägenswert ist auch der Herleitungsversuch aus jidd. rosch ‘Kopf, Erstes, Anfang’, rosch ha schono ‘Neujahr’ (vgl. Wolf Rotw. 269); im Dt. an ↗Rutsch (s. o.) angeglichen und aufgefaßt als ‘fröhliches Hinübergleiten’. Rutsche f. ‘(steiler) Bergabhang, Böschung’, mhd. rütsche, heute ‘Gleitbahn’ (für Holz-, Gerölltransport), auch (Not)rutsche in Flugzeugen (20. Jh.). Rutschbahn f. (19. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
rutschen · ↗verrutschen
Synonymgruppe
glitschen · rutschen · schlindern · ↗schlittern  ●  ↗schliddern  ugs., norddeutsch
Assoziationen
Synonymgruppe
gleiten · ↗glitschen · rutschen  ●  ↗flutschen  ugs.
DWDS-Wortprofil

Typische Verbindungen
computergeneriert

Aktienindex Dax Keller Knien Marke Minus Rezession Stuhl Verlustzone ab abrutschte ausrutschte durchrutscht her herausrutscht herumrutscht herunterrutscht hin hinabrutschte hineinrutscht hinunterrutschte rausrutscht runterrutscht tiefer unruhig vorbeirutschte wegrutschte weiterrutschte zeitweise zurückrutschte

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›rutschen‹.

DWDS-Beispielextraktor

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Einer wurde tödlich getroffen, der Wagen rutschte in einen Graben.
Bild, 11.06.2004
Wir rutschen immer tiefer in die Kissen und es wird ganz schrecklich vertraulich.
Der Tagesspiegel, 11.12.2002
Sie rutschen fast immer auf den gleichen Bahnen; darauf kann man sich einrichten.
o. A. [cs]: Mure. In: Aktuelles Lexikon 1974-2000, München: DIZ 2000 [1991]
Mit jeder Bewegung, die er versucht, rutscht er ein Stück tiefer in den feuchten Brei.
Bobrowski, Johannes: Levins Mühle, Frankfurt a. M.: Fischer 1964, S. 192
Aber es dauert nicht mehr lange und es rutscht nach unten.
Brief von Irene G. an Ernst G. vom 04.06.1943, Feldpost-Archive mkb-fp-0270
Zitationshilfe
„rutschen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/rutschen>, abgerufen am 24.01.2018.

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