säen

GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennungsä-en
Wortbildung mit ›säen‹ als Erstglied: ↗Säer · ↗Sämann  ·  mit ›säen‹ als Letztglied: ↗ansäen · ↗aussäen · ↗einsäen · ↗übersäen
 ·  mit ›säen‹ als Grundform: ↗besäen
eWDG, 1974

Bedeutungen

1.
Saatgut in den dafür vorbereiteten Boden bringen
Beispiele:
Korn, Weizen, Mohrrüben, Radieschen, Mohn säen
der Bauer säte früher mit der Hand
nach dem Sturm lagen die Walnüsse wie gesät (= in großer Menge) unter dem Baum
bildlich
Beispiel:
umgangssprachlich Spezialisten auf diesem Gebiet, gute Schlagersänger, gehaltvolle Unterhaltungsfilme sind dünn gesät (= sind wenig vorhanden, selten)
2.
übertragen einen Anstoß zu etw. geben, den Keim zu etw. legen, etw. verbreiten
Beispiele:
Hass, Misstrauen, Eifersucht, Zwietracht, Unzufriedenheit, Unfrieden säen
[Voltaire] hatte die Ideen gesät, aus denen die Unabhängigkeit Amerikas entstanden und gereift war [Feuchtw.Füchse778]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

säen Vb. ‘Samen in den Boden bringen’. Die teils starken, teils ehemals starken germ. Verben ahd. sāen (8. Jh.), mhd. sæjen, sæwen, sæhen, sæn ‘ausstreuen, säen, besäen’, asächs. sāian, mnl. saeyen, sayen, nl. zaaien, aengl. sāwan, engl. to sow, anord. , schwed. , got. (reduplizierend) saian führen auf germ. *sæ(j)a- und sind verwandt mit lat. serere (sēvī, satum) ‘säen, pflanzen, hervorbringen, zeugen’, aslaw. sěti, russ. séjat’ (сеять), lit. séti, lett. sēt ‘säen’, den unter ↗Saat und ↗Samen (s. d.) genannten Formen und wohl auch mit aind. sī́ram ‘Pflug’. Man verbindet damit weiterhin (obwohl diese Beziehung nicht unumstritten ist) aind. Formen, die auf eine Ausgangsbedeutung ‘werfen’ weisen, wie aind. sā́yakaḥ ‘Wurfgeschoß, Pfeil’, prásitiḥ ‘das Dahinschießen, Schußbahn, Ansturm, Lauf’ und faßt die in zahlreichen Ablautformen auftretenden Angehörigen beider semantischen Gruppen unter dem gemeinsamen Wurzelansatz ie. *sēi-, *sē-, auch *sei- ‘entsenden, werfen, fallen lassen, säen’ zusammen.

Thesaurus

Synonymgruppe
säen  ●  Saatgut ausbringen  fachspr.
Assoziationen
Antonyme
  • säen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Feindschaft Haß Keim Korn Mißgunst Mißtrauen Möhre Radieschen Rasen Saat Same Samen Spaltpilz Uneinigkeit Unfriede Unfrieden Unkraut Weizen Zweifel Zwietracht Zwist ackern ansäen aussäen düngen einsäen ernten jäten pflanzen pflügen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›säen‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

In der deutschen Geschichte sind Ereignisse ja nicht gerade reich gesät, auf die man wirklich stolz sein kann.
Die Welt, 17.06.2003
Sie säen nicht, sie ernten nicht, und Euer himmlischer Vater ernährt sie doch.
Der Tagesspiegel, 09.02.2001
Das Korn, das jetzt wuchs, hatten noch die Toten gesät.
Schaper, Edzard: Der Henker, Zürich: Artemis 1978 [1940], S. 415
Man säte und pflanzte, beschimpfte sich und spie voreinander aus, hetzte die Kinder und die Hunde aufeinander.
Neutsch, Erik: Spur der Steine, Halle: Mitteldeutscher Verl. 1964 [1964], S. 888
Der Samen wird auf abgeeggtes Land gesät und flach eingeeggt.
Schlipf, Johann Adam: Schlipfs populäres Handbuch der Landwirtschaft, Berlin: Parey 1918, S. 252
Zitationshilfe
„säen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/säen>, abgerufen am 16.10.2019.

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