sämig

GrammatikAdjektiv
Aussprache
Worttrennungsä-mig (computergeneriert)
Wortbildung mit ›sämig‹ als Erstglied: ↗Sämigkeit
eWDG, 1974

Bedeutung

landschaftlich, (besonders) norddeutsch dickflüssig, durch Kochen, Quellen angedickt
Beispiele:
eine sämige Tunke, Soße
aus Haferflocken einen dicken sämigen Schleim kochen
die Suppe sämig machen
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

sämig · seimig · Seim · Honigseim
sämig Adj. ‘dickflüssig’. Im 19. Jh. wird nd. sēmig ‘(von flüssigen Dingen) dick und aneinander hängend’ in die Literatursprache aufgenommen. Es handelt sich um die genaue lautliche Entsprechung von (heute unüblichem) nhd. seimig Adj. ‘dickflüssig’ (18. Jh., vgl. seimichte Brühe, um 1700), einer Ableitung von Seim m. ‘dickflüssiger Saft, Honig’, ahd. seim ‘Nektar, Honig (wie er aus der Wabe fließt)’ (9. Jh.; vgl. dazu die frühe, sich nicht fortsetzende Ableitung ahd. seimīg ‘wie Nektar, wie Honig’, 11. Jh.), mhd. seim, sein, asächs. mnd. sēm, mnl. seem, nl. zeem, anord. seimr, norw. (mundartlich) seima ‘Schleimschicht, zähe Flüssigkeit’ (germ. *seima-). Verwandt sind (mit m-Formans) kymr. hufen (aus *soimeno-) ‘Rahm’ und vielleicht auch griech. há͞ima (αἷμα) ‘(flüssiges) Blut’, (mit l-Formans) mir. silid ‘tropft, fließt, läßt fließen’, lit. séilė ‘Speichel, Geifer’, (älter, mit u̯-Formans) sývas ‘Saft’. Angesetzt werden kann eine Wurzel ie. *sē(i)-, *sei- ‘tröpfeln, rinnen, feucht’, zu der auch ↗Seife, ↗Sieb und ↗seihen (s. d.) gehören. Honigseim m. ‘ungeläuterter Honig’, mhd. honecseim, -sein.

Thesaurus

Synonymgruppe
angedickt · ↗dickflüssig · ↗schwerflüssig  ●  sämig  Hauptform
Assoziationen
Antonyme
  • sämig  Hauptform

Typische Verbindungen
computergeneriert

Brei Konsistenz Masse Sauce Soße Suppe dünn fließen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›sämig‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

So ähnlich hat er wahrscheinlich damals schon ausgesehen, schwarz und sämig.
Die Zeit, 15.01.2001, Nr. 03
Sie werden auf diese Weise genauso sämig wie mit Soßenbinder.
Bild, 08.02.1999
Der weiße Grieß aus Weichweizen ist feiner, quillt schneller und wird leicht sämig.
o. A.: Wir kochen gut, Leipzig: Verl. für d. Frau 1968 [1963], S. 135
Sämig läßt sich die Leberwurst mit dem Messer über die Brotscheibe streichen.
Ossowski, Leonie: Die große Flatter, Weinheim: Beltz & Gelberg 1986 [1977], S. 66
Kakao mit Ei und Mokka mit Ei sind nicht so dickflüssig wie die Eierliköre, jedoch noch ausgesprochen sämig.
Kölling, Alfred: Fachbuch für Kellner, Leipzig: Fachbuchverl. VEB 1962 [1956], S. 195
Zitationshilfe
„sämig“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/sämig>, abgerufen am 16.10.2019.

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