süßlich

GrammatikAdjektiv
Aussprache
Worttrennungsüß-lich (computergeneriert)
Wortbildung mit ›süßlich‹ als Erstglied: ↗Süßlichkeit
eWDG, 1976

Bedeutungen

1.
ein wenig süß schmeckend, riechend
Beispiele:
ein süßlicher Geschmack, Geruch
erfrorene Kartoffeln schmecken süßlich
2.
unangenehm, widerlich süß riechend, schmeckend
Beispiele:
ihr Parfüm riecht aufdringlich süßlich
Leichengestank in schweren, süßlichen Schwaden [E. ClaudiusGrüne Oliven141]
Mehrere Tage hindurch hat er den süßlichen Geschmack des Giftes auf der Zunge [H. Mann11,85]
3.
abwertend sentimental, gefühlvoll
Beispiele:
süßliche Bilder
der rote Schirm der Lampe warf ein süßliches, gedämpftes Licht
seine Gedichte sind sehr süßlich
eine süßliche Geschichte von Elternglück, von Mutterglück [KlempererLTI157]
4.
abwertend übertrieben, oft heuchlerisch freundlich, liebenswürdig
Beispiele:
ein süßliches Lächeln
mit süßlicher Miene, Stimme
ihre übertriebene, süßliche Höflichkeit
ein süßlicher Mensch
süßliche Worte
sein süßliches Benehmen
seine Art ist mir zu süßlich
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

süß · Süße · süßen · versüßen · Süßigkeit · süßlich · Süßholz · Süßholzraspler · Süßstoff
süß Adj. ‘wie Zucker oder Honig schmeckend’ (von Speisen), im Geruch diesem Geschmack vergleichbar, übertragen ‘lieblich, wohlklingend, entzückend, wohltuend’, später auch abschätzig (2. Hälfte 18. Jh.) ‘geziert, weichlich, fade’, ahd. suoʒi (8. Jh.), mhd. süeʒe, suoʒe, (md.) sūʒe, sōʒe ‘süß, mild, angenehm, lieblich, freundlich’, asächs. swōti, mnd. sȫte, mnl. soete, nl. zoet, aengl. swēte, engl. sweet, anord. sœtr, schwed. söt (germ. *swōtja-, aus *swōtu-) führen mit aind. svādúḥ ‘wohlschmeckend, süß’, griech. hēdýs (ἡδύς, aus *Ϝαδύς) ‘erfreulich, süß, lieblich’, hḗdesthai (ἥδεσθαι) ‘sich freuen’, lat. suāvis ‘lieblich, angenehm, anziehend’ auf eine Wurzel ie. *su̯ād- ‘süß, an etw. Geschmack, Freude finden’. Der Anlaut germ. sw- verliert w vor dumpfen Vokal. Süße f. ‘das Süßsein, süßer Geschmack, Geruch, süße Art, (übertriebene) Freundlichkeit, Liebenswürdigkeit’, ahd. suoʒī (8. Jh.), mhd. süeʒe, suoʒe ‘Süßigkeit, Lieblichkeit, Freundlichkeit, Wohlgeruch’. süßen Vb. ‘(Speisen, Getränke) süß machen, zuckern’, ahd. suoʒen ‘süß machen’ (9. Jh.), mhd. süeʒen, suoʒen, auch ‘angenehm machen, erquicken, erfreuen’. versüßen Vb. ‘angenehm machen, erleichtern’, mhd. versüeʒen ‘ganz süß machen’. Süßigkeit f. ‘das Süßsein, Süße’, mhd. süeʒecheit, süeʒekeit, zu dem weitergebildeten Adjektiv mhd. süeʒec ‘süß, lieblich’; heute vor allem Süßigkeiten (Plur.) ‘Naschereien, Süßes in Form von Schokolade, Pralinen, Bonbons o. ä.’ (18. Jh.). süßlich Adj. ‘ein wenig süß schmeckend, riechend, freundlich, angenehm’, auch (seit 2. Hälfte 18. Jh.) abschätzig im Sinne von ‘unangenehm, geziert, fade, kitschig, weichlich’, ahd. suoʒlīh (9. Jh.; vgl. suoʒlīhho Adv., 8. Jh.), mhd. süeʒlich, (md.) sūʒlich ‘süß, milde, angenehm, lieblich, freundlich’. Süßholz n. süßschmeckende, zur Lakritzengewinnung verwendete Wurzel des Süßholzstrauches, mhd. süeʒholz, für griech.-lat. glycyrrhiza ‘Süßwurzel, -holz’ (s. ↗Lakritze); dafür auch Süßwurz(el) (16. Jh.); in übertragenem Sinne seit dem 16. Jh. verwendet; vgl. dazu Süßholz raspeln ‘einer Frau in auffallender Weise schmeicheln, ihr den Hof machen, mit ihr schöntun’, Süßholzraspler m. ‘Schmeichler, Schöntuer’ (beide Mitte 19. Jh.). Süßstoff m. synthetisch hergestellte organische Verbindung, die ohne Nährwert süßt (2. Hälfte 19. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
süß · süßlich · ↗zuckerig
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Aroma Duft Geruch Geschmack Gestank Kitsch Leichengeruch Nachgeschmack Parfum Parfüm Qualm Rauch Rauchschwaden Sauce Schmelz Sentimentalität Verwesungsgeruch beißend duften duftend ekelhaft kitschig klebrig penetrant riechen riechend schmecken schmeckend sentimental würzig

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›süßlich‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Schmeckt zunächst kräftig, später süßlich, sein Duft bleibt am Gaumen haften.
Die Welt, 16.11.1999
Der süßliche Geruch von nackter Haut vermischte sich mit dem Geruch von alter Seide.
Rasp, Renate: Ein ungeratener Sohn, Köln: Kiepenheuer & Witsch 1967, S. 118
Wenn wir ein Stück Brot lange kauen, erhält es einen süßlichen Geschmack.
Frisch, Karl von: Du und das Leben, Berlin: Verlag d. Druckhauses Tempelhof 1947 [1947], S. 70
Um diese Lasten ist ein Geruch wie nach süßlichem Braten.
Ganghofer, Ludwig: Lebenslauf eines Optimisten. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1911], S. 26515
Ein süßlich stechender Geruch hängt in den dunklen Rauchschwaden über den Straßen.
Bild, 12.03.2004
Zitationshilfe
„süßlich“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/süßlich>, abgerufen am 20.06.2019.

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