süchtig

Grammatik Adjektiv
Aussprache 
Worttrennung süch-tig
Wortzerlegung Sucht-ig
Wortbildung  mit ›süchtig‹ als Erstglied: ↗Süchtigkeit  ·  mit ›süchtig‹ als Letztglied: ↗alkoholsüchtig · ↗drogensüchtig · ↗kokainsüchtig · ↗morphiumsüchtig · ↗opiumsüchtig · ↗rauschgiftsüchtig · ↗schlafmittelsüchtig · ↗spielsüchtig · ↗tablettensüchtig · ↗trunksüchtig
 ·  mit ›süchtig‹ als Grundform: ↗-süchtig · ↗Süchtige
eWDG

Bedeutungen

1.
entsprechend der Bedeutung von Sucht (1)
Beispiel:
begierig nach Glück, nach Schönheit, geschaffen für Glück und süchtig nach jedem Glanz [ Bachm.Dreißigstes Jahr21]
2.
entsprechend der Bedeutung von Sucht (2)
Beispiele:
er zog süchtig an der Zigarette
er ist süchtig (nach Rauschgift, Alkohol) geworden
Die Gewöhnung ... birgt die Gefahr in sich, von dem Mittel abhängig, also süchtig zu werden [ Gesundheit1972]
es waren Süchtige unter ihnen, die sich von Zeman Verschreibung bestimmter Drogen ... erhofften [ FusseneggerAntlitz162]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Sucht · süchtig
Sucht f. ‘krankhaft gesteigertes Verlangen, Bedürfnis, Gier’, ahd. (8. Jh.), mhd. asächs. suht ‘Krankheit’, mnd. sucht, mnl. sucht, socht, nl. zucht ‘Krankheit, starke Begierde’, afries. sechte, aengl. (aus dem Asächs.) suht, anord. sōtt ‘Krankheit, Gram’, dän. schwed. sot, got. saúhts ist ein ti-Abstraktum (germ. *suhti-) und schwundstufig zu einem in got. siukan ‘krank sein’ belegten starken Verb gebildet, damit zu der unter ↗siech (s. d.) behandelten Wortgruppe gehörend. In seiner ursprünglichen Bedeutung ‘Krankheit’ (im Mittelalter auch prägnant ‘Pest, Aussatz, Fieber, Tobsucht’) tritt Sucht seit dem 17. Jh. gegenüber Synonymen wie ↗Krankheit, ↗Siechtum, ↗Seuche (s. d.) stark zurück und ist in diesem Sinne im 19. Jh. als Simplex nahezu ungebräuchlich. Es bleibt geläufig in der Verbindung fallende Sucht ‘Epilepsie’ (noch zu Beginn des 20. Jhs.) sowie in den Krankheitsnamen Fallsucht, Gelbsucht, Schwindsucht, s. auch ↗Sehnsucht. Wohl unter dem semantischen Einfluß von (nicht verwandtem) ↗suchen (s. d.) entwickelt Sucht die Bedeutung ‘intensives Verlangen nach etw.’, vgl. Gefallsucht (18. Jh.), Herrschsucht (18. Jh.), Trinksucht (17. Jh.), Trunksucht (19. Jh.), und gewinnt in der 1. Hälfte des 20. Jhs. Verbreitung als Bezeichnung für ‘krankhafte Abhängigkeit von Betäubungs- und Rauschgiftmitteln’. süchtig Adj. ‘von einem krankhaften Trieb erfüllt, gierig nach etw.’ (16. Jh.), ‘drogenabhängig’ (20. Jh.), ahd. suhtīg (8. Jh.), mhd. sühtec ‘krank’.

Thesaurus

Synonymgruppe
abhängig (von) · ↗angewiesen (auf) · dependent · süchtig  ●  am Tropf hängen (von) (meist finanziell)  fig.

Typische Verbindungen zu ›süchtig‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›süchtig‹.

Verwendungsbeispiele für ›süchtig‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Der Mann ist süchtig, und er gibt es sogar offen zu.
Die Welt, 09.07.2002
Obwohl Sue isoliert ist, ist sie süchtig nach New York.
Der Tagesspiegel, 09.09.1998
Schon das reichte, um ihn süchtig zu machen nach weiterer Zerstörung.
Wellershoff, Dieter: Die Sirene, Köln: Kiepenheuer & Witsch 1980, S. 160
Sie las wie besessen, vielleicht, um nicht sprechen zu müssen, süchtig, wahllos, ein Buch nach dem anderen.
Pressler, Mirjam: Malka Mai, Weinheim Basel: Beltz & Gelberg 2001, S. 236
Alle, die es nicht lassen können, sollte man süchtig und willensschwach nennen.
Dänhardt, Reimar: Fein oder nicht fein, Berlin: Deutscher Militärverl. 1972 [1968], S. 138
Zitationshilfe
„süchtig“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/s%C3%BCchtig>, abgerufen am 17.04.2021.

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