südlich

Grammatik Adjektiv
Aussprache 
Worttrennung süd-lich
Wortzerlegung Süden-lich
Wortbildung  mit ›südlich‹ als Letztglied: ↗nordsüdlich
eWDG

Bedeutung

Gegenwort zu nördlich
a)
nach Süden
Beispiele:
das Schiff hat, steuert südlichen Kurs
der Wind weht südlich (= weht nach, aus Süden)
der Ort liegt auf dem 52. Grad südlicher Breite (= der Ort liegt auf dem 52. Breitengrad zwischen Äquator und Südpol)
die südliche Halbkugel der Erde
der Ort liegt weiter südlich
b)
im Süden gelegen
Beispiel:
die südlichen Länder
im Süden eines bestimmten Gebietes
Beispiel:
der südliche Harz
im Süden außerhalb eines bestimmten Gebietes
Beispiele:
die Stadt liegt südlich vom Harz, des Harzes
er wohnt südlich von Berlin, südlich Berlins
c)
für den Süden typisch
Beispiele:
eine südliche Landschaft
die südliche Sonne
der blaue südliche Himmel
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Süd · Süden · südlich · Südpol · Südwester
Süd m. (ohne Artikel, besonders in der Seemannssprache und Meteorologie) ‘Himmelsrichtung des höchsten Sonnenstandes, die vom tiefsten Sonnenstand am weitesten entfernt liegende Gegend’, (mit Artikel) ‘aus dieser Richtung wehender Wind, Südwind’. Ahd. sund m. ‘Süden’ (9. Jh.), mhd. sunt m. ‘Süden’ (erhalten in Ortsnamen wie Sonthofen, Sundgau), (mit aus dem Nd. Nl. stammendem n-Ausfall) sūd (zuerst Veldeke), nhd. Sud und (seit 15. Jh. nl. Aussprache folgend) Süd, asächs. sūð Adv. ‘im Süden’, mnl. suut Adv. ‘im, nach Süden’, nl. zuid f. und Adv. ‘Süden, südwärts’, aengl. sūþ Adj. Adv. ‘südlich, im, nach Süden’, engl. south Adj. Adv. und Subst. ‘südlich, südwärts, Süden’ stehen neben einem älteren Richtungsadverb, erhalten in ahd. sundar ‘südlich’ (um 800), asächs. sūðar, mnd. sǖder, anord. suðr ‘südlich’, das mit dem Komparationssuffix ie. -tero- (vgl. aengl. sūþerra ‘südwärts’) zu einem Stamm germ. *sun- ‘Sonne’ zu der unter ↗Sonne (s. d.) genannten Wurzel ie. *sau̯el-, *s(u)u̯el-, *sūl- bzw. *su̯en-, *sun- ‘Sonne’ gebildet sein kann, so daß von einer Bedeutung ‘der Sonnenseite zugewandt’ auszugehen ist, was auch (analog zu ↗Nord, s. d.) als ‘rechts’, also die rechte Seite des sich gegen Osten (Sonnenaufgang) neigenden Beters, deutbar ist, ohne daß zur Begründung dieser Bedeutung eine Verwandtschaft mit den unter ↗geschwind (s. d.) genannten Formen um mhd. swinde, swint ‘gewaltig, stark, heftig, schnell’, also vielleicht auch ‘rechts’, angesetzt werden muß. Zweifelhaft bleibt auch, ob eine dentale Bildung im Anschluß an griech. hýper (ὕπερ) ‘über, über … hinweg’, lat. super ‘(von, nach) oben’ zu ie. *upér(i) ‘über, oberhalb’ (s. ↗über) angenommen werden kann, was eine Deutung ‘oben, die Gegend, wo die Sonne oben ist’ erlauben würde. Süden m. (meist ohne Artikel) ‘Himmelsrichtung des höchsten Sonnenstandes’, (mit Artikel) ‘das südliche Gebiet der Erde, der südliche Teil eines bestimmten Gebietes und dessen Bewohner’. Ahd. sundan (9. Jh.), mhd. sunden und (seit etwa 1200, s. oben) sūden ‘Süden, Südwind’, mnd. sǖden, nl. zuiden sind Substantivierungen des Richtungsadverbs ahd. sundan ‘aus dem Süden’ (um 800), mhd. sunden, sūden ‘von Süden her, südlich’, asächs. sūðan ‘von Süden’, mnd. sǖden ‘südlich, im Süden’, aengl. sūþan, anord. sunnan ‘aus dem Süden, südwärts’ (vgl. ahd. fon sundana, mhd. von sūden, wo das Adverb als artikellos gebrauchtes Substantiv aufgefaßt werden kann). Süden bezeichnet in neuerer Sprache in der Regel die Himmelsrichtung und das dort gelegene Gebiet; Süd dagegen wird fachsprachlich (s. oben) und dichterisch verwendet. Unter nd. nl. Einfluß treten besonders im Md. (seit etwa 1200) n-lose Formen auf. Die Lautung mit -ü-, beruhend auf nl. Aussprache, begegnet seit dem 15. Jh. auch in md. und obd. Quellen und setzt sich bis zum Ende des 18. Jhs. in der Literatursprache durch. In obd. Mundarten dafür lange Mittag, das noch bis ins 18. Jh. als Verdeutlichung von Süd(en) (vgl. Süd oder Mittag, 18. Jh.) gebraucht wird. südlich Adj. ‘im Süden gelegen, nach Süden weisend’ (15. Jh.), mnd. sǖtlīk, mnl. zuydelik (15. Jh.). Südpol m. ‘südliches Ende der Erdachse’ (17. Jh.), auch Süderpol (20er Jahre des 18. Jhs., Ende 18. Jh. von Südpol verdrängt). Südwester m. ‘Sturm, Unwetter aus Südwesten’, dann der gegen dieses Wetter schützende ‘Seemannshut mit breiter Krempe’ aus ölgetränkter Leinwand (19. Jh.).

Typische Verbindungen zu ›südlich‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›südlich‹.

Verwendungsbeispiele für ›südlich‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Über den südlichen Ausgang lässt sich das ICC erreichen, ohne dass wie bisher die Straßen unterquert werden müssen.
Der Tagesspiegel, 25.01.2000
Einige hundert Meter weiter südlich spült die See den Sand wieder an.
Süddeutsche Zeitung, 08.06.1999
Er führte seinen Gast in den südlichen Teil des Werkes.
Neutsch, Erik: Spur der Steine, Halle: Mitteldeutscher Verl. 1964 [1964], S. 55
Die südlichen Methodisten gründeten 1930 mit den übrigen Methodisten eine Kirche.
Beaver, R. P.: Korea. In: Die Religion in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1960], S. 30207
Zudem, sie wirkte wohl exotisch, südlich, mit ihrem blauschwarzen Haar, aber nicht befremdend.
Doderer, Heimito von: Die Strudlhofstiege oder Melzer und die Tiefe der Jahre, Gütersloh: Bertelsmann 1996 [1951], S. 25
Zitationshilfe
„südlich“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/s%C3%BCdlich>, abgerufen am 19.04.2021.

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