Dieser Artikel ist nicht auf dem aktuellen Stand. Er wird im Rahmen des DWDS-Projekts von der Redaktion überarbeitet.

süffig

GrammatikAdjektiv · Komparativ: süffiger · Superlativ: am süffigsten
Aussprache
Worttrennungsüf-fig
WortzerlegungSuff-ig
eWDG, 1976 und DWDS, 2018

Bedeutungen

1.
umgangssprachlich wohlschmeckend und angenehm und daher sehr gerne getrunken Quelle: DWDS, 2018
  gewöhnlich von alkoholischen Getränken oder deren Geschmack
Beispiele:
Süffig sei der Wein, weder zu herb noch zu milde, »für den deutschen Gaumen gerade das Rechte«. [Neues Deutschland, 18.09.1947]
Das klinge viel zu sehr nach […] nach einer tristen, grauen Vorzeit, in der der Mosel-Wein in der ganzen Welt verschrien war als süß, süffig, gepanscht, als Massenware. [Welt am Sonntag, 16.10.2016, Nr. 42]
Der Gaumen offenbart viel Genuss: fruchtbetont, geschmeidige Gerbstoffe, mittlere Säure, kräftig, aber nicht opulent, gute Länge, sehr ansprechend und süffig im besten Sinne. [Neue Zürcher Zeitung, 06.10.2016]
Die großen Konzernbrauereien nutzen Reis und Mais, um den deftigen Biergeschmack zu unterdrücken, und so leichtere, süffigere, aromatisch zurückhaltendere Biere herzustellen. [schlimmerdurst, 25.06.2016, aufgerufen am 15.09.2017]
In den Restaurants gibt es […] Tee oder süffige alkoholfreie Ingwer-Brause. [Welt am Sonntag, 18.12.2016, Nr. 51] ungewöhnl.
Kollokationen:
als Adjektivattribut: ein süffiger Wein, Gerstensaft, Cocktail, Tropfen
als Adverbialbestimmung: das Bier schmeckt süffig
Kunst, übertragen von seinem Sinneseindruck her angenehm und daher sehr gerne gesehen, gelesen bzw. gehörtQuelle: DWDS, 2018
Beispiele:
Das Buch liest sich süffig – ein bisschen wie die Fortsetzung der Geschichtsschreibung von unten, die uns zuletzt das Ende des Zweiten Weltkriegs vor siebzig Jahren aus der Perspektive der kleinen Leute nahebrachte. [Die Welt, 31.12.2016]
Das [Musikstück] ist brillant komponiert, es gelingt den Münchnern virtuos in den Glasperlenspielereien und im finalen Walzerteil süffig. [Süddeutsche Zeitung, 16.12.2016]
Oder man kann aus den süffigen Chören der französischen Champagnergesellschaft heraushören, wo sich Verdi zumal für seinen »Don Carlo« bedient hat[…]. [Neue Zürcher Zeitung, 15.11.2016]
Und könnte Hape Kerkeling alias Horst Schlämmer für viel weniger Gage nicht wesentlich süffigere Weihnachtsansprachen [als der Bundespräsident] halten? [Ehrensold und Dienstwagen, 06.03.2012, aufgerufen am 15.09.2017]
Dieses Werk ist nicht nur von bewunderungswürdiger Vollständigkeit des Stoffes […], es ist obendrein geradezu »süffig« lesbar geschrieben und bezaubernd ausgestattet. [Die Zeit, 13.12.1951, Nr. 50]
Kollokationen:
als Adjektivattribut: süffiges Erzählen; eine süffige Melodie
als Adverbialbestimmung: süffig schreiben
2.
selten zum (übermäßigen) Trinken von Alkohol gehörigQuelle: DWDS, 2018
Beispiele:
Um dann andererseits wieder den harten Kerl zu geben, der stets freudig seine Drogenkarriere auflistet wie einen beeindruckenden Lebenslauf – begonnen mit süffigen Sangria-Orgien im Alter von 13 Jahren. [Süddeutsche Zeitung, 26.11.2015]
Mit einem kleinen Bowlingturnier und Networking in geselliger/süffiger Runde mit weitgestreuten schweizer Kollegen und mehr ging auch diese nun mittlerweile dritte Bowlix Veranstaltung bei Chicken Wings und Donuts in den frühen Morgenstunden zuende. [Affiliate auf Party-Tour, 02.12.2009, aufgerufen am 15.09.2017]
Und in dieser schweigsamen Minute zerbrach, barst, zerriß das Traumbild des Dichters Spoerl von der gemütlichen, süffigen Tischrunde ehemaliger Schulkameraden, die bei Trank und Gesang wieder jung werden alte Streiche feixend aufwärmen und Tränen lachen über das. was zurückliegt. [Berliner Zeitung, 25.11.1951]
3.
selten Quelle: DWDS, 2018
Synonym zu süffisant
Beispiele:
Süffige Bemerkungen Elisabettas über männliche Liebeskünste und den Unterschied zwischen vaginalem und klitoralem Orgasmus runden diesen hochkomischen Roman pikant ab. [Neue Zürcher Zeitung, 16.06.2016]
Da gibt es den Leierkasten in München, deren Betreiber mit süffiger mittelständischer Jovialität und dem Spruch: »Sie kommen als Fremder und gehen als Freund« für sich werben. [Spiegel, 29.02.2016 (online)]
Worauf, Eitel-Friedrich mit süffigem Grinsen seinen Einzug beschloß. [Neues Deutschland, 07.01.1950]

Den originalen WDG-Artikel können Sie hier anschauen.

Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

saufen · supfen · süpfeln · Säufer · Sauferei · Saufaus · besaufen · besoffen · versaufen · versoffen · ersaufen · ersäufen · Suff · süffig · süffeln
saufen Vb. ‘trinken’ (vom Vieh), ‘unmäßig trinken, Alkohol zu sich nehmen’ (derb), ahd. sūfan (9. Jh.), mhd. sūfen ‘schlürfen, trinken’, mnd. mnl. sūpen, nl. zuipen, aengl. sūpan, engl. to sup, anord. sūpa, schwed. supa (germ. *sūpan). Herkunft ungesichert. Das Verb kann mit den unter ↗Suppe und ↗seufzen (s. d.) genannten Formen sowie mit aind. sū́paḥ ‘Brühe, Suppe’ und aslaw. sъsati, russ. sosát’ (сосать) ‘saugen’ an eine mit Labial erweiterte (ie. *seub-, *sūb- bzw. *seup-, *sūp-) lautmalende Wurzel ie. *seu-, *seu̯ə-, *sū- ‘tropfen lassen, schlürfen, saugen’ angeschlossen werden (wozu auch mit Guttural erweitertes ↗saugen, s. d.). Die alte Bedeutung ‘schlürfen’ (vgl. noch engl. to sup ‘schlürfen, in kleinen Schlucken trinken, nippen’) entwickelt sich im 16. Jh. zu ‘hastig und viel, maßlos trinken’ (besonders Alkohol). Als Intensivum abgeleitet supfen Vb. ‘schlürfend trinken’ (15. Jh.), süpfeln Vb. (16. Jh.). Säufer m. ‘wer sich (regelmäßig) betrinkt’ (16. Jh.). Sauferei f. ‘Trinkgelage’ (15. Jh.). Saufaus m. ‘Trunkenbold’, imperativischer Satzname (Hans Sauffauß, 1595), nd. Sūpūt. besaufen Vb. (reflexiv) ‘sich betrinken’, dazu besoffen Part.adj. ‘betrunken’ (16. Jh.). versaufen Vb. ‘versinken, ertrinken’, mhd. versūfen; dagegen ahd. firsūfan ‘(gierig) hinunterschlürfen’ (8. Jh.); dann ‘mit Trinken durchbringen’ (15. Jh.), dazu versoffen Part.adj. ‘durch Saufen heruntergekommen, dem Alkohol ergeben’ (16. Jh.). ersaufen Vb. ‘in der Flut umkommen, ertrinken’ (16. Jh.); vgl. mhd. ersoffen ‘betrunken’, ahd. irsūfan ‘(gierig) hinunterschlürfen’ (8. Jh.). Dazu im 16. Jh. das umgelautete Kausativum ersäufen Vb. ‘versenken, ertränken’, mhd. ersoufen; dafür ahd. bisoufen (um 800). Suff m. (mit der Nebenform Soff, s. ↗Gesöff) ‘Trunksucht, Alkoholrausch, Betrunkenheit’ (17. Jh.). süffig Adj. ‘angenehm, leicht zu trinken, wohlschmeckend’ (19. Jh.), älter ‘trunkliebend, dem Trinken ergeben’ (16. Jh.). süffeln Vb. ‘mit Genuß trinken’ (19. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
(sich) gut trinken lassen · Lust machen auf mehr · gut trinkbar · kann man gut wegtrinken · süffig · zum Trinken einladend · zum gut Wegtrinken  ●  da könnte ich mich reinsetzen  ugs. · nach mehr schmecken  ugs. · runtergehen wie Öl  ugs.
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›süffig‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Bier Cocktail Eleganz Gebräu Gerstensaft Getränk Klang Lesestoff Melange Melodie Musik Obstwein Roter Rotwein Sound Starkbier Ton Tropfen Wein besonders geradezu geschrieben klingen schmecken süffisant süß überaus

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›süffig‹.

Verwendungsbeispiele für ›süffig‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Selten wird das Stück von einem Ensemble mit so viel süffigem Rubato und dann wieder so halsbrecherisch schnell gespielt wie hier.
Süddeutsche Zeitung, 03.08.2004
Es ist ein süffiger Sound, der aus dem Graben dringt, weichfließend, an den Übergängen verschmelzend.
Die Welt, 23.09.2000
Und damit wird er auf fast gefährliche Weise süffig und ansteckend.
Die Zeit, 15.10.1971, Nr. 42
Die Morgenluft über den Wellen, die er vor sich herschob, war süß und süffig wie Gas.
Düffel, John von: Houwelandt, Köln: DuMont Literatur und Kunst Verlag 2004, S. 144
Er ist ein roter, süffiger Südwein mit angenehmer Säure und reichem Extrakt.
Kölling, Alfred: Fachbuch für Kellner, Leipzig: Fachbuchverl. VEB 1962 [1956], S. 144
Zitationshilfe
„süffig“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/s%C3%BCffig>, abgerufen am 28.02.2020.

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