Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

sabbeln

Grammatik Verb · sabbelt, sabbelte, hat gesabbelt
Aussprache [ˈzabl̩n]
Worttrennung sab-beln
Wortbildung  mit ›sabbeln‹ als Erstglied: Sabbeltante  ·  mit ›sabbeln‹ als Letztglied: besabbeln  ·  mit ›sabbeln‹ als Grundform: Sabbel
ZDL-Verweisartikel

Bedeutung

umgangssprachlich, abwertend, D jmd. sabbelt (etw.)
Synonym zu sabbern (2)
Beispiele:
Mit tiefbetroffener Miene präsentieren Talkmaster‍(innen) Gesprächsteilnehmer, die dann stundenlang ohne Sinn und Verstand über aufgebauschte Probleme sabbeln. [Bild am Sonntag, 22.03.1998]
[…] Anton und Fritzchen sabbeln eh nur vor sich hin und sind zu keiner zitierfähigen Aussage zu bewegen. [Neue Osnabrücker Zeitung, 28.07.2018]
Man nimmt [zum Grillen] am besten Buchenholz. […] Nachteil: Es dauert relativ lange, bis das Holz durchgeglüht ist und das Fleisch auf den Schwenkrost gelegt werden kann. Andererseits gibt es nichts Schöneres, als mit Freunden am Feuer zu stehen und dummes Zeug zu sabbeln. [Rhein-Zeitung, 10.05.2012]
Auf einer Party lernte ich eine Lektorin […] kennen, die ich so lange in Grund und Boden sabbelte, bis sie mir ermattet ihr Kärtchen gab und meinte, ich solle ihr den Text mal zuschicken. [Vom Schreiben, 28.05.2010, aufgerufen am 01.09.2020]
Die Atmosphäre war locker, ich habe viele Leute wiedergetroffen, […] und am Ende des Abends hatte ich mir den Mund fusselig gesabbelt. [SinnerSchrader Next10Years Revisited, 13.05.2006, aufgerufen am 21.07.2020]
Ein ruhiger Fernsehabend ist angenehmer, als wenn deine Schwester uns besuchen kommt und die ganze Zeit ohne Punkt und Komma sabbelt. [Der Spiegel, 01.12.1997]

letzte Änderung:

Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

sabbern · sabbeln · Sabber · Sabbel · Sabberlätzchen
sabbern Vb. ‘(unkontrolliert, ungewollt) Speichel aus dem Mund ausfließen lassen’, auch ‘unreinlich essen’, ein nd. md. Mundartwort (vgl. auch südnl. zabberen), das im 18. Jh. in die Literatursprache aufgenommen wird. Das Verb gehört wie gleichbed. nd. sabbeln, nl. sabbelen als Iterativbildung zu mnd. sabben ‘geifern, speicheln, unreinlich essen’, norw. sabbe ‘langsam gehen, kleckern’, die alle affektische Konsonantendoppelung aufweisen und wohl zu der unter Saft (s. d.) genannten Wurzel ie. *sap- ‘schmecken, wahrnehmen’ zu stellen sind. – sabbeln Vb. (s. oben), ebenfalls seit dem 18. Jh. literatursprachlich; in heutiger Umgangssprache auch ‘schnell und viel reden’. Sabber m. ‘Speichel, Geifer’ (18. Jh.), aus nd. md. Mundarten; ebenso Sabbel m. (19. Jh.), nd. Sabbels. Sabberlätzchen n. ‘vorzubindendes Mundtuch für Kinder’ (19. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
(jemandem) fließt Speichel aus dem Mund · geifern  ●  (eine) feuchte Aussprache (haben)  ugs., scherzhaft-ironisch · sabbeln  ugs., norddeutsch · sabbern  ugs. · schlabbern  ugs. · seibern  ugs. · trenzen  ugs., österr.
Assoziationen
Synonymgruppe
(sich) auslassen · (sich) ergehen (in) · (sich) verbreiten (über) · daherplappern · plappern · quasseln · salbadern · schwadronieren · schwatzen · schwätzen  ●  daherreden  Hauptform · (herum)labern  ugs. · (herum)sülzen  ugs., abwertend · faseln  ugs., abwertend · groß herumtönen  ugs. · sabbeln  ugs. · schwafeln  ugs. · schwurbeln  ugs. · sülzen  ugs., abwertend
Oberbegriffe
  • (das) Wort ergreifen · (einen) Redebeitrag leisten · (seine / die) Stimme erheben · (sich) äußern · etwas sagen · etwas von sich geben · reden · sprechen  ●  (eine) Äußerung tätigen Amtsdeutsch · den Mund aufmachen ugs., fig.
  • reden · sagen · sprechen
Assoziationen
Synonymgruppe
(viel, schnell) reden  ●  quasseln  ugs. · quatschen  ugs. · sabbeln  ugs.
Oberbegriffe
Assoziationen
Zitationshilfe
„sabbeln“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/sabbeln>.

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